Architektonische Blütenräume
Vierzehn Blumenschauen von April bis Oktober
Rosenheim, 08.03.10
Die Blumenhalle mit ihren wechselnden Schauen ist auf jeder Gartenschau ein Highlight. Die
farbenprächtigen Präsentationen von gärtnerischen Produkten und floristischen
Innovationen gehören einfach dazu. Auf der Landesgartenschau in Rosenheim
bietet die Blumenhalle auf dem Gelände "Mangfallpark Nord" in diesem
Jahr ein ganz besonderes, architektonisch höchst interessantes Ambiente.
Denn der
Ort, an dem eine Blumenschau stattfindet ist entscheidend für das Raumkonzept
der wechselnden Blumenschauen, betont Dieter Scheffler, der als langjähriger
Hallenschaugestalter und Floristtechniker das Konzept für die Rosenheimer
Blumenschauen erarbeitet hat. „Nachdem wir ein großes Zelt haben, haben wir
eine sehr neutrale Hülle. Und mein Anspruch war diese in architektonisch klar
gegliederten Räumen aufzuteilen, um Erlebnisräume für die einzelnen Aussteller
bereitzustellen.“, erläutert der Blumenschau-Profi. „Für mich ist der Raum immer
eine große Herausforderung. Ich bin ein eher puristisch klar strukturierter
Gestalter und lege Wert auf die Herausstellung der Schönheiten jeder einzelnen
Blume und Pflanze. Bei mir ist nicht die Masse angesagt, sondern das einzelne
Individuum und das möchte ich möglichst
künstlerisch gestaltet präsentieren.“ Daher hat Dieter Scheffler nun gemeinsam mit Christian Grayer von Dömges Architekten einen völlig neuartigen Grundausbau für die Innengestaltung des Hallenschauzeltes konzipiert. Auf mehr als 1000 Quadratmeter wird ein spannungsreiches Raumgefüge für Blüten- und Pflanzen entstehen. Viele nach oben offene Kuben, schaffen kleine Raumzonen in der Halle, wandelbare Räume und Zwischenräume. Zwei Durchgänge führen in jeden Kubus. Jedes mal aufs Neue ist die darin gezeigte Blumenwelt oder Kunst zu entdecken. Ob bodengleiche Pflanzbeete, Rauminstallationen oder Wasserflächen die vielfältigen Anforderungen einer Blumenschau finden immer den geeigneten Raum. Wie zufällig hingewürfelt schaut diese Kubenlandschaft aus. Dabei ist sie raffiniert durchkomponiert; schafft Durchblicke, weite Perspektiven, geheimnisvolle Enge - und bietet so großen kreativen Spielraum und eine ideale Bühne für die vierzehn Blumenschauen, die den Besuchern zwischen April und Oktober als abwechslungsreiche und innovativen Blumeninstallationen „blühen“ werden.
Diese werden auf einen interaktiven Pfad durch die jeweilige Ausstellung eingeladen. Also diesmal nicht die vertraute Blumenhalle, wie sie Gartenschaufans gewohnt sind? „Nein!“, sagt Dieter Scheffler, „wenn man die Halle betritt sieht man sie noch nicht in ihrer Gesamtheit. Die architektonischen Einbauten und die Gestaltung führen die Besucher durch ein kleines Dorf, eine Stadtlandschaft und zeigen einzelne Erlebnisräume.“ Die Halle sei zwar noch wahrnehmbar und zeige natürlich reichlich Blumen- und Pflanzvariationen, aber eben anders, verrät der Hallenschaugestalter. Bereits auf dem Vorplatz der Blumenhalle liegen drei bepflanzte Kuben und weisen auf das Konzept der Hallenschau hin - ziehen die Besucher quasi in Ihren Bann und in die Halle hinein.
Blütenzauber, Farbräume und florale Wohnwelten
Mit ihrem enormem Pflanzenwissen und großer Kreativität verwandeln die Mitgliedsbetriebe des Bayerischen Gärtnereiverbandes sowie des Fachverbandes Deutscher Floristen (FDF) auch die die Blumenhalle der 15. Landesgartenschau in Rosenheim nach den Ideen von Dieter Scheffler in inspirierende Blüten(t)räume. Schon seit 2004 bereichert seine Kreativität die Bayerischen Landesgartenschauen und auch bei der BUGA in München war er mit von der Partie. Für Rosenheim hat sich Scheffler besonders schöne Blumenschauen ausgedacht.„Natürlich richten auch wir uns erst mal nach der Saison. Wir beginnen traditionell mit einer Frühlingsausstellung. Die ganzen Saisonblüher sind da, vorgetriebene Zweige, Zwiebelgewächse etc. und dann gehen wir in die einzelnen Themenbereiche. „Florale Wohnwelten“, also Wohnen mit Pflanzen ist ein wichtiges Thema für alle Floristen und Gärtner, sowohl im Außenbereich wie auch im Innenbereich. Dann kommt – der japanischen Partnerstadt Ichikawa zu Ehren – eine große Japan - Ausstellung mit Bambus, Ikebana, Bonsei“, erklärt Dieter Scheffel sein Konzept. Es folgt eine künstlerisch orientierte Ausstellung mit Papier & Blumen, bei der Vasen, Taschen, Möbel und Kunstobjekte mit passenden Blumen und Pflanzen kombiniert und in Szene gesetzt werden.
„Ich versuche immer eine choreografische Abfolge von ruhigen und leisen Ausstellungen in Kombination mit richtig bunten lauten zu schaffen, bei denen das Blumenherz sich öffnen soll“, erläutert er seine Vorgehensweise. Natürlich wird eine große Rosenausstellung die Blumenhalle im Juni mit Rosenduft und traumhaften Blüten erfüllen und die Rose angemessen präsentieren - wir sind schließlich in Rosenheim. Aber auch ein formal streng gestalteter Formschnittgarten aus Fuchsien, sommerlich gestaltete Blumenkränze, botanische Pflanzraritäten aus tropischen und subtropischen Kulturen und farbenfrohe Blumenschwelgereien und zeitgemäße Trauerfloristik im Kontext der Kulturen bekommen Raum im diesjährigen Hallenschaukonzept. Ein großer Farbrausch zum Gartenschaufinale rundet diese außergewöhnliche Ausstellung im September ab. „Das ganz Besondere an dieser Blumenhalle“, betont Dieter Scheffler zum Abschluss noch einmal, „ist aber die architektonische Konzeption, die wirklich einmalig ist, die gab es noch nie auf einer Gartenschau.“
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