Anton's Gipfelblick | 04.08.2010

Antons Gipfelblick (Illustration: pa_visual)
Der Zustand von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik fordert, ja schreit geradezu nach einer fundierten Bewertung. Für B4B OBERBAYERN übernimmt in seiner nicht immer ganz ernst zu nehmenden, stets jedoch fundierten Analyse des Ist-Zustands unser Bergfreund Anton Woche das Kommentieren des Geschehens im Lande.
Seit Jahr und Tag wundere ich mich, welche Begriffe die Worterkennung meiner Textverarbeitung angeblich nicht erkennt und rot unterringelt. Zumal ich diese Markierung seit Schulzeiten verachte, weil Lehrer damit nur zum Ausdruck gaben, dass ein Wort zwar nicht falsch ist, ihnen aber nicht gefällt – und sie auch keinen besseren Vorschlag haben. Dass aber auch die jüngste Ausgabe dieser Textverarbeitung, soeben installiert, auf das Wort „Dienstleister“ noch immer allergisch reagiert, empfinde ich angesichts des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen sowie politisch beschworenen Wandels hin zur Dienstleistungsgesellschaft nicht nur befremdlich, sondern in der Tat eines Dienstleisters nicht würdig.
Sie haben sie sicher auch gelesen, nicht nur dieser Tage, sondern die letzten Jahre immer wieder: Jene Meldung über Krankenstände bei den Arbeitnehmern und ihren inneren Zusammenhang mit der Konjunkturentwicklung. Wie Sie habe ich diese Meldung stets für bare Münze genommen und mir nicht vorstellen können, dass über eine so lange Zeit hinweg eine amtliche Statistik nicht nur missverstanden wird – sie wird von einem ausgebildeten Journalisten trotz entsprechender Hinweise des Herausgebers falsch interpretiert. Diesen Irrtum - besser nennen wir es sogar „Fehlleistung" – nachgegangen, ihn aufgeklärt und öffentlich gemacht zu haben, ist einem anderen Journalisten zu verdanken, der damit die Ehre des Berufsstands wenigstens vorübergehend gerettet hat. Dennoch gibt es mir schwer zu denken, dass wir, wenn etwas plausibel erscheint und unsere Vorurteile bestätigt, es nur allzu bereitwillig glauben, nur weil wir es schwarz auf weiß vor uns haben.
Am 3. August trafen sich Industrie und Politik im Verkehrsministerium in Berlin zu einem Gespräch über die Wettbewerbsbeteiligung am Projekt für Hochgeschwindigkeitsbahnen in Brasilien. Jawoll, Brasilien. Fängt zwar auch mit B an, aber Bayern wäre mir lieber gewesen. Denn: Es geht darum dem südamerikanischen Land bei einem Projekt für Hochgeschwindigkeitsverkehr, das die Städte Rio de Janeiro, Sao Paolo und Campinas verbindet, ein Magnetbahn-System anzubieten. Vielleicht wird es ja „Transrapido“ heißen. So viel jedenfalls ist schon erkennbar: Verkehrsexperten erwarten, dass sich neben deutschen und französischen Unternehmen auch japanische und chinesische Firmen an der Ausschreibung beteiligen werden. Besondere Aufmerksamkeit hat ein chinesisches Konsortium hervorgerufen, das nicht nur Schnellzüge anbieten wird, sondern eine eigene Magnetschnellbahn nach deutschem technischem Prinzip und zudem weitreichende, staatliche geförderte Finanzierungskonzepte einzubringen scheint. "Wir erwarten durch das Magnetschnellbahnangebot aus China eine Zäsur für den gesamten Markt", sagt Prof. Dr. Johannes Klühspies, Präsident des International Maglevboard e.V. "Dies wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf laufende Hochgeschwindigkeitsprojekte auch in den USA, Russland sowie Japan nach sich ziehen". WIr aber fahren weiter lieber S-Bahn.
Ü35 Faschingsparty - Feiern für einen guten Zweck im Jugendzentrum Poing
18. Februar, Einlass ab 19:30 Uhr mehr...

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