B4B COACH | 28.01.2011
Eigentlich läuft im Unternehmen alles nach Plan. Die Richtlinien sind von der Führungsriege gemeinsam erarbeitet und im gesamten Betrieb kommuniziert. Die Alltagsgeschäfte halten alle Ebenen auf Trab. Die Geschäftsführung tritt nach außen harmonisch, kompetent und souverän in der Leitung auf. Nur die Gerüchteküche köchelt so leise vor sich hin.
In der Kantine, in den Büros oder auch außerhalb des Unternehmens werden Fragen laut, ob die da oben sich wirklich so gut verstehen. Wie denkt die Unternehmensleitung? Wie fühlt sie sich im Umgang miteinander? Trügt der Schein von eitel Sonnenschein? Natürlich gibt es hier und da – wie in jeder guten Familie – einmal Zoff über natürlich rein fachliche Differenzen. Der stille Beobachter stellt fest, dass die Frequenz der Unstimmigkeiten und der Streitigkeiten in letzter Zeit zugenommen hat. Bis vor kurzem sah der Mitarbeiter die Unternehmensleitung noch gemeinsam beim Mittagessen oder auch einmal lachend und völlig entspannt im Büro sitzend. Es war ein harmonisches Bild. Was hat sich nun verändert
?Haben auch die betroffenen Führungskräfte aus der Belle Etage die Veränderung festgestellt? Welche vertraulichen, zutiefst persönlichen Gespräche werden unter den Kontrahenten geführt, die das Knistern in der Führungsebene auf den Punkt bringen? Über Befindlichkeiten zu sprechen, ist nicht gerade üblich unter coolen Managern. Da werden Gefühle schon einmal häufiger ausgeblendet. Wer geht schon gerne zu seinem Chef oder auch Partner und sagt: „Du hör` mal, ich fühle mich unwohl im Umgang mit dir?" oder noch konkreter: „Sie haben mich mit ihrer Äußerung in der letzten Verwaltungsratssitzung, ich sei unfähig, zutiefst verletzt. Ich bitte um ein Gespräch mit Ihnen, um diese Situation zu klären.“ Wie steht der angeschuldigte Chef, Partner, Vorgesetzte bzw. die souveräne Führungskraft jetzt da? Wie fühlt sich der Gekränkte vor und nach dieser Aktion?
Sicherlich ist in einem funktionierenden System eine deutliche Ansage zielführend, sodass beide Parteien rasch zu einer beidseitigen Lösung des Problems kommen. Was ist aber, wenn Befindlichkeiten aus dem Unterbewusstsein bei einem von beiden oder gar bei beiden eine solche Geradeaus-Ansage verhindern? Es gehört schon ein Portion Mut dazu, offen Angst, Wut, Trauer oder auch Missgunst anzusprechen oder gar auf den Punkt zu bringen. Wenn beide Parteien den Mut aufbringen und sich bekennen, dass Sand ins Getriebe der beiden Führungskräfte gekommen ist und die notwendige Souveränität der Manager in Gefahr geraten ist, dann ist ein erfolgversprechender erster Schritt getan.
Durch das Engagement eines Business Coaches wird erreicht, dass beide Führungskräfte sich zu einer Veränderungsarbeit bereit erklären und durch den Einsatz des Sparingpartners den Konflikt aktiv aus der Welt schaffen. Auch wenn sich nur eine, wahrscheinlich die gekränkte, verletzte, missverstandene Führungskraft, zur Hilfe durch einen Business Coach entschließt, wird das Anliegen des Klienten, der sich dem Coaching stellt, aktiv und zielorientiert in Angriff genommen.
Zunächst werden mit dem Coach das eigentliche Anliegen und das daraus abzuleitende Ziel des Coachings geklärt (Wie könnte eine Befriedung des Konfliktes genau aussehen?). In dieser Phase des Coachings ist Präzision angezeigt, um an dieser Stelle die Weichen für eine Lösung des Anliegens zu stellen. Der Coach achtet sehr genau auf das, was die Kontrahenten oder im Einzelfall der Klient verbalisieren. Noch intensiver interessiert sich der Coach für das Unterbewusste, das nicht Ausgesprochene des Klienten. Denn hier stecken oft die Blockaden, die zum Konflikt geführt haben. In dieser Phase droht der Klient, sich und dem Ärgernis immer wieder auszuweichen.
Genau hier kann die Blockade zu Tage gefördert und aus der Welt geschaffen werden. Im Werkzeugkoffer des Coaches sind Techniken gesammelt, mit denen Coach und Klient zügig und präzise, sicherlich nicht ganz ohne Schmerz an die faule Wurzel kommen können. Mit dem Willen zur Veränderung ist dem Klienten ein hohes Maß an Klärungserfolg möglich, wenn er sich dem Coach anvertraut und sich ein Stück weit über diesen Krisenweg begleiten lässt.
Georg-W. Moeller
www.gwm-coaching.de
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