Folge 4, von Ralf Bürger, AmmerseeAkademie.de

Oberstes Führungsziel: Der kundenorientierte, unternehmerisch denkende Mitarbeiter.

B4B COACH | 12.10.2011

Ralf Bürger
Ralf Bürger, Ammersee Akademie

„Was ihr für Künste braucht ist einerlei, der Kaiser will, dass alles fertig sei.“ (Goethe, Faust II)

Alljährlich veröffentlicht Gallup seine berühmten Umfrageergebnisse zur Arbeitsmotivation mit seit Jahren erstaunlich konstanten Ergebnissen: Zu wenig Führung (!), Feedback und Information. Das Resultat sind wenig motivierte Mitarbeiter. Scheinbar wirkungslos schlägt währenddessen eine Management-Mode nach der anderen Wellen.

Dabei ist die Lösung naheliegend bei Betrachtung der Schlagworte Führung – Feedback – Information: Menschen brauchen und wollen Orientierung in ihrem Tun im Tagesgeschäft. Ob sich das dann im Einzelfall kooperativ oder autoritär nennt spielt eine vergleichsweise untergeordnete Rolle, sofern Führungskräfte grundlegende Umgangsformen wie Höflichkeit und Respekt berücksichtigen.

Aber: Wie erreiche ich diese produktive Orientierung?

  1. 1.     Formulieren Sie eine eindeutige, verständliche Erwartungshaltung.
    Hier fängt das „Dilemma Führung“ an. Denn für eine klare, im positiven Sinne berechenbare Führung –im Guten wie im Schlechten–, braucht es eine definierte, nachvollziehbare und kommunizierte Messlatte als Bewertungsstandard. Eine herausfordernde Planungsaufgabe, denn es gilt nicht nur zu bedenken, wo der erwartete Standard (=Durchschnittsleistung) zu setzen ist, sondern auch, welche Arbeitsergebnisse wirklich einen Rückschluss auf die Leistung eines Mitarbeiters zulassen. Häufiges Kriterium ist der Umsatz. Fragen Sie sich einmal, welche Rückschlüsse auf die Arbeit/Kompetenz eines Verkäufers diese Kennzahl zulässt und welche nicht (Stichwort Marktausschöpfung, Kundenzufriedenheit und ähnliches).
  2. 2.     Schaffen Sie die Möglichkeit für Leistung.
    Je enger die Tätigkeit vorgegeben wird, desto weniger muss ein Mitarbeiter bei der Umsetzung nachdenken. Die Gefahr ist hier nicht die geförderte Bequemlichkeit, sondern dass es keine Notwendigkeit für Eigenständigkeit und Mitdenken gibt. Setzen (idealerweise vereinbaren!) Sie fordernde, aber realistische Ziele, aber belassen die Verantwortung für die Wahl der Mittel und Methoden in bestimmten Grenzen bei der Fachkraft. Nur so kann sich Verständnis für Ursache und Wirkung und Selbständigkeit entwickeln. Anderenfalls wundern Sie sich nicht über Anrufe in allen Lebenslagen mit der Qualität von „Chef, das Druckerpapier ist aus...was sollen wir tun?“
  3. 3.     Geben Sie regelmäßig Rückmeldung!
    Der Kern des Führungsgeschäfts ist dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter effektiv arbeiten können. Zentrales Orientierungselement ist dabei das Wissen, wie es um die Qualität der eigenen Arbeit steht und die Erfahrung, dass das den Chef auch interessiert. Sprechen Sie regelmäßig über Arbeitsergebnisse, analysieren Sie gemeinsam Fehlerquellen, Potenziale oder Erfolgsfaktoren. Nutzen Sie die Chance, gerade bei 100+ Prozent Zielerreichung, etwas über erfolgreiche Nutzenargumente oder Abschlusstaktiken für das gesamte Team/Unternehmen zu lernen. Legen Sie fest, wo es Veränderungsbedarf gibt und lassen Sie konkret erarbeiten, wie das erreicht werden kann. Und nicht zuletzt: Vergessen Sie das Loben nicht!
  4. 4.     Seien Sie fair und konsequent.
    Ungleiches gleich zu behandeln ist nicht Gerechtigkeit, sondern Willkür. Führen Sie Ihre Mitarbeiter nach Engagement und Kompetenz individuell und situativ. Halten Sie sich an gemachte Versprechen und Konsequenzen, schießen Sie aber nicht mit Kanonen auf Spatzen, behalten Sie sich Eskalationsschritte vor. Sprechen Sie Abweichungen und Erfolge direkt und sofort beim ersten Mal an. Nur dann kann der Mitarbeiter darauf reagieren.

Über den Autor:

Ralf Bürger ist Experte für das Thema Führungskommunikation. Seit 2002 arbeitet er erfolgreich mit Führungsteams unterschiedlicher Branchen. In seinen praxisnahen und kurzweiligen Trainings und Workshops entwickelt er nachhaltigen Führungserfolg: Mehr Qualität und bessere Unternehmensperformance. Sein besonderes Augenmerk legt er in der Beratung auf das Spannungsfeld Führungskultur - Mitarbeitermotivation.

Er war selbst 12 Jahre als Offizier Führungskraft, zuletzt Fachdozent und Coach für Führung und Kommunikation an der Offizierschule der Luftwaffe. Seit 2008 ist er erfolgreich selbständig als Trainer, Berater und Coach. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf der Unterstützung und Beratung von Unternehmen zur Führungskräfte- und Organisationsentwicklung.

Zusammen mit den Partnerinnen und Partnern der AmmerseeAkademie arbeitet er in vielen namhaften Handels-, Medien- und Industrieunternehmen.

Mehr Infos unter www.ammerseeakademie.de

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