Bad-Tölz-Miesbach | 02.08.2010
Der Bayerische
Industrieverband Steine und Erden (BIV) fordert verlässliche politische und
rechtliche Rahmenbedingungen und ein Festhalten an der Landes- und Regionalplanung.
Förderung der Bauwirtschaft und Umsetzung der Europäischen
Grundwasserrichtlinie sind Kernthemen bei der Jahresmitgliederversammlung. Europäischer Marktführer Zeppelin
unterstützt BIV.
„Ohne
mineralische Rohstoffe im täglichen Leben und insbesondere in der Baubranche
könnten die Menschen nicht existieren“, mit deutlichen Worten appellierte
Wolfgang Liebscher, Präsident des Bayerischen Industrieverbands Steine und
Erden e.V. (BIV) bei der jährlichen Mitgliederversammlung an die Politik: „Sie
hat dafür zu sorgen und die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Wirtschaft
ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen kann, das heißt arbeiten, produzieren,
vermarkten und Arbeitsplätze schaffen.“
Zugleich bestärkte er das Angebot des
BIV, die Politik bei der Gestaltung der entsprechenden Rahmenbedingungen
konstruktiv und fair zu unterstützen. Dabei nannte der Präsident vor den Mitgliedern
und Ehrengästen in Rottach-Egern mit der Landes- und Regionalplanung, den
Entwicklungen am Bau und der geplanten Grundwasserverordnung drei Kernthemen,
die gelöst werden müssen, um die Versorgung Bayerns mit Rohstoffen langfristig
zu sichern. „Es verbietet sich, die Existenz von Unternehmen der bayerischen
Steine- und Erden-Industrie durch falsche Weichenstellungen zu untergraben oder
gar zu gefährden“, so der BIV-Präsident.
Unternehmen brauchen Planungssicherheit
Liebscher warnte deshalb eindringlich davor, das
Landesentwicklungsprogramm und die Regionalpläne abzuschaffen und alle raumwirksamen
Entscheidungen der kommunalen Ebene zu überlassen: „Die Landes- und
Regionalplanung ist aus unserer Sicht unverzichtbar, weil Bodenschätze eine
wesentliche Grundlage jeder industriellen Produktion und eine unverzichtbare Voraussetzung für
die wirtschaftliche Entwicklung
des Landes und der Arbeitsplätze sind.“
Aufgrund der langfristigen
Planungsabläufe und der hohen Investitionen sei im Bereich der mineralischen
Rohstoffe Planungssicherheit zudem besonders wichtig. „Rohstofflagerflächen
müssen weiterhin durch Vorrang- und Vorbehaltsgebiete in den Regionalplänen
gesichert werden“, so der Verbandspräsident weiter. Andernfalls sei eine
unüberschaubare Fülle von Einzelfallprüfungen unvermeidbar.
Baubranche als Motor der
Gesamtwirtschaft
Um eine positive Entwicklung
am Bau zu sichern, fordert der BIV unter anderem staatliche Förderungen für den
Wohnungsbau, Abschreibungsverbesserungen, Ersatz für die abgeschaffte
Eigenheimzulage sowie den Verzicht auf eine weitere Kürzung des
Verkehrshaushalts. Denn, „der Bau mit seinen vor- und nachgelagerten Branchen
kann für eine neue Dynamik der Gesamtwirtschaft sorgen. Die Erfahrungen nach
dem Auslaufen des Booms Deutsche Einheit zeigen: Ohne positive Entwicklungen am
Bau sind auch die gesamtwirtschaftlichen Wachstumsraten in aller Regel zu
niedrig“, mahnte der BIV-Präsident.
Geringfügigkeitsschwellen
müssen praxistauglich sein
Auch beim Thema
Grundwasserversorgung fand der Spitzenvertreter aus München deutliche Worte.
Aus Sicht des BIV sind die geplanten Geringfügigkeitsschwellen für Sickerwasser
überzogen und zum Teil schärfer als die Werte für Grundwasser. Für die
Unternehmen der Steine- und Erden-Industrie hätte das fatale Auswirkungen:
Unter anderem könnten rund 50 Prozent der bisher in Verfüllungen verwerteten
mineralischen Abfälle – das sind deutschlandweit jährlich 70 bis 100 Millionen
Tonnen – nicht mehr verwertet werden. Stattdessen setzt sich der BIV für die
direkte Umsetzung der Europäischen Grundwasserrichtlinie, die Schwellenwerte
lediglich für neun Stoffe vorsieht, sowie eine praxistaugliche Gestaltung der
Geringfügigkeitsschwellen ein.
Mittelstand als Garant für Wohlstand
Von der neuen
Bundesregierung zeigte sich Liebscher in seiner Rede vor den BIV-Mitgliedern
bisher enttäuscht. Sie habe zu wenig für die Wirtschaft getan, obwohl gerade
der Mittelstand, der auch den BIV prägt, Garant für Kontinuität und Wohlstand
ist: „Wir haben in zahlreichen Gesprächen, mit fundierten Stellung-nahmen und mit äußerstem Nachdruck
auf die zum Teil nicht zu Ende gedachten politischen Irrwege hingewiesen. Wir
können jedoch nur an die Politik appellieren, gemeinsam mit uns die Themen zu
diskutieren und Irrwege zu verlassen.“
Europäischer Marktführer Zeppelin
Baumaschinen unterstützt BIV
Ein wichtiger und
notwendiger Erfolgsfaktor für diesen Appell ist dabei der Zusammenschluss
möglichst vieler Unternehmen zu einer gemeinsamen, starken Interessenvertretung
im BIV. Umso mehr freute sich Wolfgang Liebscher über den jüngsten Zugang im
Verband: „Mit der Zeppelin Baumaschinen GmbH konnten wir ein weiteres großes
Fördermitglied mit einem entsprechend hohen Förderbeitrag gewinnen.“ Zeppelin
ist Europas führende Vertriebs-, Service- und Vermietorganisation der
Baumaschinenbranche und Exklusivpartner des Weltmarktführers
Caterpillar.