Ludwig Michl GmbH

Maschinenbauer setzt auf das "Eigenkapital Mitarbeiter"

Bad-Tölz-Miesbach | 27.07.2010

Ludwig Michl GmbH, Geschäftsleitung Ludwig Michl GmbH, Geschäftsleitung

Wenn wieder mal in Niedersachsen die Ems aufgestaut wird und ein niegelnagelneues hochmodernes Kreuzfahrtschiff vor großem Publikum die Meyer Werft in Papenburg Richtung Nordsee verlässt, dann gehen auch hochwertigste Edelstahl-Ausstattungsteile der Ludwig Michl GmbH aus Wattersdorf bei Weyarn auf große Fahrt. Produziert im idyllischen Oberland sind die Produkte des Maschinenbauers in der ganzen Welt zu hause.

Weitere von der Ludwig Michl GmbH gefertigte Teile sind im Rolls Royce verbaut, halten auf deutschen Dächern die Solaranlagen oder sind – für jeden Fluggast im Münchner Terminal 2 zu sehen -  die Verkleidungen der Gepäckförderbänder.  „Wir sind breit aufgestellt, keiner unserer Kunden hat einen höheren Geschäftsanteil als 15 Prozent“, erläutert Vorstand Andreas Wild.

Diese bewusste Kundenstreuung ist einer der Erfolgsfaktoren, die das Unternehmen gut durch die schwierigen Zeiten kommen ließ. Weitere Kriterien sind Kundennähe, Spezialisierung, Flexibilität, höchster Qualitätsstandard, Innovation, Technologieführerschaft und verantwortungsbewusste Mitarbeiter. „Wir mussten auch Federn lassen“, räumt Diplomingenieur Wild ein. „Doch langfristige Aufträge wie die Ausstattung des Präsidentenpalastes in Usbekistan und Applikationen für den Tanzsaal eines weiteren Kreuzfahrtschiffes brachten uns gut durch die Krise“. Mit wenigen Wochen Kurzarbeit bei einigen Mitarbeitern sei man davon gekommen.

Seit 2002 führen die drei Maschinenbauingenieure Peter Blania, Volker Engel und Andreas Wild die Geschäfte der Ludwig Michl GmbH. Sie lösten Inhaber Ludwig Michal jun. ab, der 28 Jahre das von seinem Vater 1929 als Handwerksbetrieb gegründete Unternehmen leitete. Die drei Inhaber – heute alle um die 40 Jahre alt, schufen einen modernen Industriebetrieb, bauten eine mittlere Führungsebene auf und investierten in die Weiterbildung der Mitarbeiter. Seitdem hat sich die Mitarbeiterzahl auf 80 verdoppelt, das Durchschnittalter beträgt 37 Jahre.

Verdoppelt hat sich auch der Umsatz: Im Jahr 2008 lag er bei acht Millionen €. Großen Wert legen die Inhaber auf partnerschaftliche Führung: „Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital, sie kennen Zahlen und Lage des Unternehmens.“ Die Ludwig Michl GmbH stellt keine eigenen Produkte her, sondern konstruiert und produziert im Auftrag. Neun Konstrukteure erfüllen und optimieren die „Pflichthefte“ und bereiten die Fertigung in den firmeneigenen Werkstätten vor.

Dort wird gewalzt, gestanzt, gebohrt, geschweißt, gelasert und pulverbeschichtet. Besonders stolz ist Andreas Wild auf die jüngste Neuanschaffung: Eine „Servopresse“, die als erste ihrer Art in Deutschland  produzieren wird. 

Im Auftrag der rund 200 Kunden – die überwiegend aus Deutschland und dem EU-Raum stammen, gehen die fertigen Teile dann in die ganze Welt. Regional verwurzelt ist und bleibt die Ludwig Michl Gmbh. Nach der Firmengründung in Weyarn, der Umsiedlung nach Wattersdorf wird das Unternehmen ab September im 15 km entfernten Waakirchen ansässig sein. Mit Investitionen in Höhe von rund 6 Millionen € entstehen dort neue Büros und Produktionsstätten. Die drei Geschäftsführer setzen auf eine große Zukunft. Andreas Wild: „Wir sind Exoten, eine der wenigen, Blechbiegung und -fertigung auf hohem Niveau garantieren“.