Mehr Sicherheit auf Autobahnen:

„InfoSelector“ informiert LKW-Fahrer bei Eis und Schnee

Oberland: Ebersberg-Rosenheim | 19.12.2009

Schneechaos: Besonders für Lkw gefährlich (Foto: LKZ)
Schneechaos: Besonders für Lkw gefährlich (Foto: LKZ)

Jetzt tanzen wieder die Schneeflocken vom Himmel. Von Kindern und Wintersportlern ersehnt – vom transportierenden Gewerbe gefürchtet. Blitzeis, Glätte, heftiger Schneefall – besonders im Alpenraum gibt’s immer wieder böse Überraschungen. Wichtig für die LKW-Fahrer sind dann aktuelle Informationen vor Ort.

Um die Anforderungen an einen solchen Informationsdienst zu erfassen, gab das Logistik-Kompetenz-Zentrum Prien am Chiemsee (LKZ) im Rahmen des EU-Projekts „EasyWay“ eine Studie in Auftrag. Die Ergebnisse des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) in Prien wurden jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bereits seit einigen Jahren wird auf der Autobahn A8 südlich von München ein möglichst effektiver Umgang mit den winterlichen Straßenverhältnissen erprobt. So hat sich auf dem Autobahnabschnitt am Irschenberg eine kurzzeitige Vollsperrung der Autobahn zum Räumen und Streuen – auch gegen die Fahrtrichtung - bewährt.

Auf der Strecke zwischen Übersee am Chiemsee und Anger kurz vor der österreichischen Grenze wurde vor einem Jahr die „Blockabfertigung“ bei Schnee und Glätte eingeführt. Für LKW-Fahrer heißt das Überholverbot, auf der rechten Spur fahren, Ausfahrten freihalten sowie die Schneeräumung abwarten. Ausreichend LKW-Parkplätze zum Ausweichen stehen an dieser Strecke allerdings noch nicht zur Verfügung.

„Bei diesen Maßnahmen müssen die LKW-Fahrer dringend einbezogen werden“, betont Agnes Eiband, Projektleiterin. Sie zeigt mit der Studie des Fraunhofer Instituts auf, dass der herkömmliche Verkehrsfunk zu spät informiert, zu ungenau und für fremdsprachige Fahrer schwer verständlich ist. Die LKW-Lenker interessiert vielmehr: „Wo ist der nächste Parkplatz? Gibt es dort Hilfsdienste? Wann geht es weiter?“
Als Ergebnis der Untersuchung stellt Agnes Eiband fest, dass der Aufbau eines europaweiten Schnee- und Informations-Frühwarnsystems zur Leitung des Verkehrs das Ziel bei der Unterstützung von Winterdiensteinsätzen sein muss. Am geeignetsten dazu sei, so die Projektleiterin, die Technik des „Smartphones“ mit einer weiter entwickelten Anwendung.

Mit ihrer Mobilfunknummer melden sich die Fahrer in einer Zentrale an. Der „InfoSelector“ – so der Name des dafür bereits entwickelten Prototyps – kann seine eigene Position orten und die für ihn wichtigen Informationen aus der Zentrale auswählen.Sobald die LKW-Lenker eine „Schneezone“ erreichen, erhalten sie aktuelle und lokale Nachrichten in Ihrer Sprache.

„Bayern muss bei dieser Entwicklung Vorreiter sein“, betont Karl Fischer, Geschäftsführer des Logistik-Kompetenz-Zentrum Prien am Chiemsee und Auftraggeber der Studie. „Wenn ein Schlechtwetter-Frühwarnsystem im Alpenraum funktioniert, ist es auch auf die Witterungsbedingungen in ganz Europa anwendbar“. Übrigens: Das System InfoSelector informiert die Brummi-Fahrer nicht nur bei Eis und Schnee, sondern auch bei Hitze, Überschwemmungen und anderen Wetterkapriolen.

Foto Er versorgt die LKW-Fahrer mit aktuellen und lokalen Informationen: Für den „InfoSelector“ wurde die Technik des „Smartphones“ weiter entwickelt.
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