Lernräume der Zukunft

Flexibles Mobiliar fördert Ideen und Lösungs-kompetenz erheblich

Oberland: Ebersberg-Rosenheim | 18.05.2010

Lernräume einst und jetzt (Foto: Steelcase Werndl AG)
Lernräume einst und jetzt (Foto: Steelcase Werndl AG)

Strenger Frontalunterricht bestimmte vor hundert Jahren den Alltag in deutschen Klassenzimmern. Und heute? Die "modernen" Lernräume ähneln denen unserer Großeltern immer noch frappierend. In einer gemeinsamen Pionierstudie mit der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) untersuchte deshalb Steelcase Inc., Weltmarktführer für Büromöbel und innovative Raumlösungen, wie sich flexibel eingerichtete Klassenzimmer auf Lernverhalten und -ergebnisse auswirken.

Die Forschung zu dieser Thematik steckte bisher noch in den Kinderschuhen. Umso eindeutiger die Ergebnisse: Studenten in flexiblen Möbelkonfigurationen kommen um 40 Prozent häufiger zu richtigen Ergebnissen als jene, die nur im Sitzen arbeiten.

Ein rasanter Wandel hat Schulen und Universitäten erfasst: Im Zuge gesteigerter Mobilität kämpfen sie um die Gunst einer neuen, dynamischen Generation von Schülern und Studenten aus dem In- und Ausland, während sich der Schwerpunkt in der Ausbildung immer deutlicher vom "Lehren" zum "Lernen" verschiebt. Bereits heute leben wir in einer hochdynamischen Wissens- und Informationsgesellschaft. Dabei treiben neue Technologien und die permanente Verfügbarkeit multimedialer Informationen diese Entwicklung voran. In der Mensa arbeiten Studenten genau so gern und effektiv wie im Hörsaal, während Teamarbeit gleichzeitig immer beliebter wird. Grundlegende Veränderungen in der Konzeption und Gestaltung von Lernräumen, auch zugunsten von mehr Interaktion und Spontaneität, sind deshalb gefragt. Mit einem klaren Ziel: Mehr Lernerfolg!
Auf Frontalunterricht konditioniert
Wie aber kann dies gelingen? Die aktuelle Studie überprüfte die Effekte innovativer "Learning Spaces" am Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie der LMU München in drei empirischen Etappen: Ein "Klassenzimmer der Zukunft" wurde mit flexiblem, rollbarem Steelcase-Mobiliar eingerichtet: höhenverstellbaren Tischen, Whiteboards und ergonomischen Stühlen. 300 Studenten wurden ein Jahr lang beobachtet.

Zunächst sollten 82 Pädagogikstudenten im Rahmen eines Tutoriums zum Thema "Präsentationstechniken" das neuartige Mobiliar nutzen. Das Ergebnis: Nur jene Studenten, denen die Möglichkeiten der Tische und Stühle zuvor erläutert wurden, konnten das Angebot effektiv nutzen. Die Vergleichsgruppe ohne Anweisungen saß zum Teil auf dem Boden oder hielt ihre Blätter zum Schreiben an die Wand. Offenbar wirkt die traditionelle "Programmierung" auf herkömmliches Mobiliar, verbunden mit der jahrzehntelangen Devise "still sitzen und zuhören", sehr stark.
40 Prozent mehr richtige Lösungen, 24 Prozent mehr Ideen
Bei der folgenden Untersuchung mit 103 Pädagogikstudenten arbeitete ein Teil wie gewohnt sitzend, der andere Teil jedoch im Stehen. Tatsächlich entwickelten die stehenden Probanden während einer Brainstormingaufgabe 25 Prozent mehr Ideen als ihre sitzenden Kommilitonen. Im dritten Teil der Studie wurde untersucht, ob und inwiefern sich die Leistungen der Studenten durch gezielte Vorgaben zur Nutzung des neuartigen Mobiliars steigern lassen. Dazu sollten die Probanden in Vierergruppen ein fiktives Problem lösen.

Während die einen in einem statischen Arrangement, also um einen Tisch herum sitzend, arbeiten sollten, positionierten sich die anderen immer wieder neu. Je nach Tätigkeit wurden Tische und Stühle flexibel angeordnet, mal für Einzel-, mal für Zweier- mal für Gruppenarbeit. Die Teilnehmer saßen und standen jeweils die Hälfte der vorgegebenen Zeit, wobei sie merklich intensiver diskutierten als die ausschließlich sitzenden Vergleichsgruppen. Das Ergebnis: 50 Prozent kamen auf die richtigen Lösungen - im Vergleich zu ihren sitzenden Kommilitonen (nur 10 Prozent).
Stehen und Sitzen für besseres Lernen und Arbeiten
Flexible Steh-Sitz-Anordnungen fördern bei richtigem Einsatz tatsächlich Problemlösungskompetenz und Ideenreichtum. Damit bestätigt die universitäre Studie, was die Steelcase-Methodik "Inspiration Office" bereits seit Jahren in Büroräumen unter Beweis stellt: Mit professioneller Raumplanung lassen sich Kommunikation und Wissenstransfer gezielt optimieren. Ob in Schulen, Universitäten oder Unternehmen - so entstehen Räume, in denen erfolgreiches Lernen und Arbeiten wirklich möglich ist
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