Indianerausstellung

Lokschuppen Rosenheim und Stiftung Attl fangen Träume ein

Oberland: Ebersberg-Rosenheim | 14.12.2010

Lokschuppen Rosenheim und Stiftung Attl fangen Träume ein
Lokschuppen Rosenheim und Stiftung Attl fangen Träume ein

Die Behinderten in der Förderstätte Attl bei Wasserburg haben traumhafte kleine Geschenke für die Weihnachtspost der Veranstaltungs + Kongress GmbH Rosenheim gebastelt. Die Traumfänger sind ein Vorgeschmack auf die Ausstellung „Indianer – Ureinwohner Nordamerikas“ 2011 im Ausstellungszentrum Lokschuppen.

Die Indianer Nordamerikas glauben ganz fest daran: ein Traumfänger verscheucht böse Träume und lässt nur die guten durch. Deshalb hängen Indianer auch das Gebilde aus Federn, bunten Fäden und Zweigen über das Bett. 14 Männer und Frauen in der Förderstätte haben mit viel Geduld Federn ausgesucht, Perlen auf Fäden aufgereiht, Schnüre verknüpft und Peddigrohr zu Kreisen gebogen. Herausgekommen sind 350 individuelle Traumfänger in bunten Farben und mit verschiedenen Federn. „Das sind alles Einzelstücke“, sagt die Leiterin der Förderstätte Maria Liebhardt.

Vier Betreuer haben gemeinsam mit den Behinderten drei Monate lang geduldig an den Traumfängern gearbeitet. „Alles Handarbeit, und alles andere als eine Serienproduktion“, betont Liebhardt.

Der Geschäftsführer der Veranstaltungs + Kongress GmbH Rosenheim, Peter Lutz, will seine Kunden und Geschäftspartnern damit auf die kommende Ausstellung „Indianer – Ureinwohner Nordamerikas“ im Ausstellungszentrum Lokschuppen hinweisen.  „Es wird die größte Indianerausstellung Europas sein, mit einzigartigen Exponaten, abwechslungsreichen Inszenierungen und sogar einem Indianer-Parcours rund um den Lokschuppen“, so Lutz.

Mit der Förderstätte Attl hat die Veranstaltungs + Kongress GmbH den richtigen Partner für die Weihnachtspost gefunden. „Die Förderstätte hat ausgezeichnete Arbeit abgeliefert. Wir hätten gerne noch mehr Traumfänger anfertigen lassen.“ 

Die Förderstätte Attl konnte aber nicht mehr bewältigen. Denn leicht zu erledigen war der Auftrag nicht. Die Förderstätte ist keine Werkstatt für Behinderte. „Es ist eine Ganztags- und Halbtagsbetreuung, in der wir die Behinderten nach ihren individuellen Fähigkeiten fördern“, betont die Leiterin Maria Liebhardt. Die erwachsenen Männer und Frauen sind zum Teil mehrfach und schwerst behindert. „Das heißt, wir müssen die Hände bei den Arbeiten führen, und es bedeutet auch, dass die Behinderten viele Pausen brauchen, weil die Arbeit anstrengt.“

Vorgabe war, dass die Traumfänger in Briefkuverts passen. „Das hieß für uns, dass wir bei der Auswahl des Materials sehr eingeschränkt waren“, berichtet Mitarbeiterin Verena Herrmann. „Weidenzweige etwa kamen gar nicht in Frage.“ Jetzt sind die Federn am Peddigrohr aufgehängt. „Es sind Hühner- und Pfauenfedern, und wir haben sogar Federn von Falken dabei.“

Die Leiterin der Förderstätte Maria Liebhardt hat selbst eine enge Beziehung zu Traumfängern. „Für mich soll ein Traumfänger Fröhlichkeit und eine gute Umweltenergie ins Haus bringen. Den Empfängern unserer gebastelten Traumfänger wünsche ich, dass sie ihnen mit den Farben der Fäden und Federn symbolisch die Vielfalt und Buntheit des Lebens zeigen.“ 

FOTO Maria Liebhardt mit Richard aus der Behindertengruppe, der selbst an den Traumfängern mit gearbeitet hat.
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