Hochschule zeigt sich innovativ

Puls messen und Herzen gewinnen

Oberland: Ebersberg-Rosenheim | 16.06.2010

Warum sollte beim Job nicht funktionieren, was sich auf zwischenmenschlicher Ebene wachsender Beliebtheit erfreut – das „Speed Dating“. Beim ewigen Streben nach Innovation beschränkt sich die Hochschule Rosenheim nicht auf Lerninhalte. Auch beim Eigenmarketing und beim Service für Studierende werden neue Wege beschritten.

„Speed-Dating“ heißt die neue Veranstaltungsreihe des Career Centers an der Hochschule für angewandte Wissenschaften – Fachhochschule Rosenheim. Bei dieser Gelegenheit sollen nicht etwa Flirt- oder Lebenspartner vermittelt werden, sondern der viel versprechende Ingenieurs-Nachwuchs der Hochschule mit interessierten Firmen bekannt gemacht werden. Ähnlich einer Partner-Börse bleiben pro Gespräch nur zehn Minuten.

Elf Studierende der Ingenieurwissenschaften und sechs große Firmen aus der Region haben sich bei der Premiere im Juni darauf eingelassen. Als Gesprächspartner waren je ein bis zwei Mitarbeiter aus dem Personalbereich der Firmen BHS Bosch und Siemens Haushaltsgeräte GmbH, B&O Service- und Messtechnik, Ferchau Engineering GmbH, W.L. Gore & Associates, Brückner Maschinenbau GmbH & Co. KG und Dr. Johannes Heidenhain GmbH vertreten. Das „Speed Dating“ ist nur eines der Angebote des Career Centers, das auch mit anderen Aktivitäten gemeinsam mit den Kooperationspartnern wie beispielsweise der Bundesagentur für Arbeit und der Techniker Krankenkasse insbesondere Absolventen den Einstieg in den Beruf erleichtern möchte.

„Das Feedback ist auf beiden Seiten sehr positiv“ weiß Organisatorin des Abends und Leitern des Career Centers, Petra Sagert zu berichten: „Die Unternehmen äußerten sich zufrieden über den Abend. Auch die Studierenden haben sich wohl gefühlt, zeigten sich angetan, dass Unternehmen aus verschiedenen Branchen vertreten waren.“ Abseits ausgetretener Pfade bewegt sich die Hochschule auch in Sachen Gesundheit.

Unter dem Motto „Fit For Work – Fit For Life“ fand im Frühjahr die Aktion „Gesundheit für Deutschland“ statt: Per Fuß- und Rückenmessung, Körperfettanalyse und Balancetests konnten Studierende, Professoren und Mitarbeiter an der Hochschule Rosenheim überprüfen lassen, wie es um ihre Gesundheit bestellt ist. Initiiert und betreut wurde die Veranstaltung im Foyer der Hochschule Rosenheim von Professor Dr. Uwe Seidel, der den Kontakt zu den Veranstaltern bereits im Jahr 2006 aufbaute. „Mir ist es wichtig, ein Bewusstsein für das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz zu schaffen“ erklärt Seidel sein Engagement, das über das Studium ins Arbeitsleben hineinreicht und damit eine besondere Form von Wissensvermittlung ist.

„Professoren wie Studierende sind als Büroarbeiter einseitig belastet. Das geht bereits im Schulalter los: Über 13 Millionen Schüler und Studierende folgen den Ausführungen des Lehrpersonals in aller Regel sitzend. Noch dazu auf mangelhaften oder schlecht angepasstem ‚Sitzgerät’. Die meisten unserer Studierenden werden auch nach ihrem Studium überwiegend im Sitzen arbeiten. Das kann langfristig zu chronischen Beschwerden führen. Dem vorzubeugen, durch Informationen und entsprechende Maßnahmen, ist Ziel von ‚Fit For Work – Fit For Life’ “, so der Professor für Arbeitswissenschaft und erklärt die Notwendigkeit von Gesundheits-Checks weiter: „Etwa 80.000 Stunden verbringt ein Büroarbeiter während seines Arbeitslebens eben im Büro. Leistet er Bildschirmarbeit, wird er rund 85 Prozent dieser Arbeitszeit sitzend verbringen. Sogar Teamarbeit findet in den Firmen oft nur in Form von ‚Sitzungen’ statt.“

Ergebnis des Tests: Über die Hälfte der Probanten hatten messbare Defizite in der aufrechten Haltung, 44 Prozent waren in der Beweglichkeit eingeschränkt. Dies bestätigt die Notwendigkeit früher Präventionsmaßnahmen.

Zur Beweglichkeit des Individuums gesellt sich in Rosenheim die Flexibilität der ganzen Institution Hochschule. Besonders deutlich wird dies bei den neuen Abschlüssen. Mit einem feierlichen Festakt wurden in diesem März die ersten Absolventen des berufsbegleitenden Studienganges „MBA Management und Führungskompetenz“ an der Rosenheimer Hochschule verabschiedet. Acht Teilnehmer nahmen neben ihrer Master-Urkunde auch den begehrten Titel „Master of Business Administration“ (MBA) mit nach Hause. Der Verabschiedung wohnten Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und Toni Meggle, Geschäftsführer der Molkerei Meggle bei.

Professor Dr. Stefanie Winter, Vizepräsidentin der Hochschule, kommentierte in ihrer Begrüßung den Wandel, der sich dort vollzieht: „Mit den erweiterten Anforderungen im höheren Management gewinnen methodische Kenntnisse und Führungskompetenzen eine entscheidende Bedeutung für den persönlichen Erfolg“ erläuterte Winter die Vorteile eines MBA-Abschlusses. Das Weiterbildungsprogramm an der Hochschule Rosenheim richtet sich an Hochschulabsolventen jeglicher Berufszweige, die über mindestens ein Jahr Berufserfahrung verfügen und nun fit werden wollen für eine Führungsposition. In Seminaren, Planspielen und Trainings werden Managementgrundlagen zur Unternehmensführung und insbesondere Führungskompetenzen von hervorragenden Dozenten vermittelt. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer würdigte das Engagement der Hochschule Rosenheim, sich des Weiterbildungsbedarfs der Region anzunehmen.

Toni Meggle lobte den Abschluss als „anerkennenswerten Beweis von Leistungsbereitschaft und beruflicher Zielstrebigkeit“. Meggle, der eigenen Mitarbeitern die Weiterbildung ermöglichte, bezeichnete den Führungsnachwuchs, als„das entscheidende stille Kapital unserer Unternehmen“, für das viele Unternehmer der Region dankbar seien.Stellvertretend für den Absolventenjahrgang fand Andreas Düring ebenfalls lobende Worte: „Vor allem die Vermittlung von Wissen im Bereich der Betriebswirtschaft war sehr bereichernd“, sagte Düring.

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