Landkreis plant Ausbau der Schule

Staatliche Realschule für Prien

Oberland: Ebersberg-Rosenheim | 20.01.2012

(v. l.) Minister Spaenle, CSU-Landtagsabgeordneter Stöttner, Minister Söder und Landrat Neiderhell, Foto:LRA Rosenheim
(v. l.) Minister Spaenle, CSU-Landtagsabgeordneter Stöttner, Minister Söder und Landrat Neiderhell, Foto: LRA Rosenheim

Mit Beginn des kommenden Schuljahres 2012/2013 wird es in Prien, neben der kommunalen Realschule, eine staatliche Realschule geben. Am Rande der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in Kreuth informierten Finanzminister Markus Söder und Kultusminister Ludwig Spaenle Landrat Josef Neiderhell heute (18.01.12) über die positive Entscheidung. Für Neiderhell ein großer Tag der Freude: Ein Jahr verhandeln und immer wieder nachfragen hätten sich letztendlich doch gelohnt.

Der Landrat gab zu, zwischenzeitlich schon die Hoffnung aufgegeben zu haben. Er bedankte sich bei dieser Gelegenheit beim CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner, der sich dem Thema „staatliche Realschule Prien“ in den vergangenen Monaten hartnäckig angenommen hatte. Neiderhells Dank galt zudem dem Ministerialbeauf-tragten für die Realschulen in Oberbayern-Ost Peter Peltzer. Er hatte die Gründung unterstützt und die Vorbereitungen intensiv begleitet.

Bauvorhaben bis 2014

Nach Auskunft des Landrats konnte der Landkreis in unmittelbarer Nachbarschaft der Realschule zwei Grundstücke erwerben, die für den Ausbau der Schule verwendet werden. Bis Ende 2014 werde in Prien einiges gebaut, kündigte Neiderhell an. Die staatliche Realschule werde mit einer fünften und sechsten, vielleicht auch noch mit einer siebten Klasse starten, so der Landrat. Für Klaus Stöttner war die räumliche Entlastung der umliegenden Realschulen ein gewichtiges Argument. Konkret nannte er die Schülerinnen und Schüler aus Frasdorf und Bernau, die zukünftig nicht mehr nach Marquartstein in die dortige Realschule gehen müssen.

Kultusminister Spaenle lobte die Kooperation zwischen der Mittelschule und der Realschule. Dies sei eine neue Form des schulischen Angebots, die die Bildungslandschaft am Chiemsee deutlich verbessere. Die Durchlässigkeit zwischen beiden Schulen biete jungen Menschen einen konkreten Weg, um etwa den mittleren Abschluss an der Realschule machen zu können.

Auch Finanzminister Söder sah in dem Kooperationsmodell ein entscheidendes Argument für die Gründung einer staatlichen Realschule. Besondere Anerkennung zollten beide Minister dem Engagement vor Ort für dieses Projekt. Es sei ein guter Zeitpunkt gewesen, die Finanzierung auf den Weg zu bringen, so Söder.  

Durch die Gründung der staatlichen Realschule wird die weiterführende sechsstufige Schule in der Chiemseegemeinde bis auf insgesamt 30 Klassen anwachsen. Zwei Klassen je Jahrgang, also zusammen 12 würden vom Freistaat verwaltet und die übrigen drei kommunalen Züge mit 18 Klassen blieben in der Verantwortung des Landkreises. Da die Klassenzahl derzeit auf 24 beschränkt ist, muss an der Realschule angebaut werden. Wegen des Verstaatlichungsantrags war der Bau der benötigten Räumlichkeiten bisher zurückgestellt worden. Benötigt werden zehn Klassenzimmer und Fachräume sowie Verwaltungsräume.

Kooperation macht es möglich

Anfang Mai vergangenen Jahres beschlossen der Ausschuss für Kultur, Sport, Fremdenverkehr und Schulangelegenheiten, der Kreisausschuss und der Kreistag in einer gemeinsamen Sitzung, die Errichtung einer zweizügigen staatlichen Realschule zu beantragen. Zuvor hatte das Kultusministerium erstmals überhaupt seine Bereitschaft signalisiert, eine staatliche Realschule in Prien zuzulassen.

Mitte Mai vereinbarten die Franziska-Hager-Mittelschule und die Realschule Prien ein Kooperationsmodell. In diesem pädagogischen Konzept werden konkrete Ziele für alle Jahrgangsstufen an beiden Schultypen formuliert. Dieses Kooperationsmodell war eine wichtige Voraussetzung zur Verwirklichung der staatlichen Realschule Prien. Normalerweise sind staatliche Realschulen dreizügig, das heißt, in jeder Jahrgangsstufe werden drei Klassen gebildet. Im Unterschied dazu wird die zum kommenden Schuljahr entstehende staatliche Realschule Prien lediglich zweizügig, daher die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit der örtlichen Mittelschule.

1976 war die kommunale Realschule vom Markt Prien gegründet worden. In die Verantwortung des Landkreises ging sie 1990 über. Seit mehr als drei Jahrzehnten versuchten die Gemeinde und der Landkreis mehrfach, eine Verstaatlichung zu erreichen. Diese „Verstaatlichung“ bedeutet, dass der Freistaat Bayern die Personalkosten für „seine“ Lehrerinnen und Lehrer übernimmt. Der Sachaufwand, also die Gebäude, die Ausstattung und die Lehrmaterialen bleiben auch weiterhin in der Verantwortung des Landkreises.

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