Oberland: Ebersberg-Rosenheim | 01.05.2010

Landesgartenschau: Themengarten mit Glashaus
„Einen besseren Start konnten wir uns nicht wünschen. Traumwetter, viele
Besucher und so eine positive Stimmung", freut sich Dagmar Voß,
Geschäftsführerin der LGS und klingt dabei sichtlich erleichtert, aber
auch ein bisschen erschöpft. „Unser ganzes Team hat in den vergangenen
Wochen fast rund um die Uhr gerackert, damit das Gelände zur Eröffnung
am 23. April fertig und in voller Blüte präsentiert werden konnte" fügt
sie hinzu.
Die Infotafeln an den Ausstellungsbeiträgen, die
Beschilderung für den Rundweg, die Fahnen in der ganzen Stadt - all das
musste aufgestellt werden. Ganz zu schweigen von den aufwändigen
Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier auf der WV-Bühne vor 1500
geladenen Gästen und dem Ministerpräsidenten. Zufriedene glückliche
Besucher, die entspannt über das Gelände schlendern, seien jetzt das
schönste Lob, so Dagmar Voß. Und davon gab es am vergangenen Wochenende
wahrlich genug. Schon am Samstagvormittag lange Schlangen an den Kassen.
Insgesamt besuchten mehr als 17 000 Menschen die Landesgartenschau in
Rosenheim. Flanierten am Wasser entlang, fuhren mit den Plätten über den
Inn, schaukelten entspannt in Hängematten und „Crazy Chairs" im
Mangfall Park oder besuchten die vielen informativen
Ausstellungsbeiträge im Mangfallpark Nord. Selbst hartnäckige Zweifler
wurden schwach und gaben spätestens nach der Eröffnungsfeier und dem
Rundgang übers Gelände zu: „Dass es so schön wird, hätten wir nie
gedacht". Und so wurden überraschenderweise in den ersten zwei Tagen
noch viele Dauerkarten verkauft, obwohl diese nun 95 Euro kosten, da der
günstige Vorverkaufspreis nur vor Eröffnung galt.
Auch Rosenheims Baudezernent Helmut Cybulska, der seit 1997 hartnäckig
und engagiert die Idee von einer Landesgartenschau in Rosenheim
verfolgte, trank am Samstag ganz entspannt seinen ersten Kaffee auf dem
Innbalkon mit Blick auf Inn und Mangfall. „Es ist einfach toll, zu
sehen, wie die Leute das Gelände am Wasser annehmen und genießen. Dass
sich meine grünen Visionen jetzt nach mehr als 13 Jahren endlich erfüllt
haben, das ist ein wunderschönes Gefühl", schwärmte er. Auch Werner
Oeckler, der städtische Geschäftsführer, sieht dieses
Bilderbuchwochenende als Geschenk, weiß aber auch, dass es hier und da
noch einige Dinge gibt, die der Korrekturen bedürfen. „Wir haben unser
erstes Etappenziel erreicht. Die Eröffnung war ein voller Erfolg. Ich
bin stolz auf unser Team! Aber Arbeit gibt es noch genug. Jetzt läuft
alles unter Realbedingungen, da zeigt sich dann so manche
Kinderkrankheit, aber das haben wir bald im Griff", davon ist er
überzeugt.
Und so haben die 16 Mitarbeiter des Gartenschauteams gleich das erste
Wochenende für Ausbesserungen genutzt. Josi Hafner zuständig für
Marketing und die Beschilderung weiß: "Wir sind dabei die Beschilderung
im Gelände und auf dem Rundweg innerhalb noch nachzubessern. Auch die
„blumige" Wegführung durch die Stadt wird erweitert und führt dann auch
durchs Mittertor, denn da hat es einige Verwirrung gegeben", berichtet
sie. Außerdem müssen sich Dauerkartenbesitzer ab sofort nicht mehr für
die Kindertickets an die Kassen anstellen, sondern bekommen diese direkt
an den Eingängen zum Gelände. Die Kindertickets sind zwar sowieso
kostenlos, müssen aber aufgrund der Besucherzählung ausgegeben werden.
Eins freut die Gartenschauveranstalter auch: Überraschend viele Besucher
kamen am ersten Wochenende mit den Fahrrädern zu Gartenschau.
Alles in allem also ein rund um gelungener Auftakt für die
Landesgartenschau in Rosenheim. Schon die Eröffnungsfeier
sprühte vor guter Stimmung, die auch Moderator Nico Foltin zu verdanken
war, der mit seinen ungewöhnlichen Fragen die hochkarätigen Gäste zum
Schmunzeln brachte. Gleich zwei hochrangige Regierungsmitglieder ließen
es sich nicht nehmen und kamen zur Eröffnung nach Rosenheim. Der
bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und sein Umweltminister Dr.
Markus Söder. Beide waren von der Schlagfertigkeit des Moderators
überrascht, wurden aber auch angesteckt von dessen humorvoller Art. Auf
die Frage, wie er zum Rasenmähen stehe, antwortet Markus Söder: „Meine
Frau macht das hervorragend", was mindesten soviel Lacher hervorrief,
wie der Satz von Ministerpräsident Seehofer, dass das Geld, das der
Freistaat für die Landesgartenschau zugeschossen habe, gut investiert
sei und „jedenfalls besser aufgehoben als bei der Bayerischen
Landesbank!" „Ein Blütentraum wurde realisiert", mit diesen Worten
eröffnete Seehofer vor 1500 geladenen Gästen und mehr als tausend
Gartenschaubesuchern dann die 15. bayerische Landesgartenschau und
durchschnitt ein Blütenband, das von kleinen Rosenheimer Ballettelfen
gehalten wurde. An der Arche im Mangfallpark Nord gaben Weihbischof
Bischof und Regionalbischöfin Breit-Kessler dann der Arche und der
Landesgartenschau im Beisein der Ehrengäste ihren kirchlichen Segen.
Auch der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung bayerischer
Landesgartenschauen Roland Albert kam nach dem Rundgang ins Schwärmen:
„Eine wunderschöne Flusslandschaft ist hier entstanden, Rosenheim setzt
wieder einmal Maßstäbe". Und Magier Siegfried Fischbacher, der
berühmteste Sohn der Stadt Rosenheim, war extra aus Amerika angereist
war und brachte einen Hauch von Las Vegas zur Eröffnungsfeier mit.
„Einfach großartig", sagte er begeistert. Dem Oberbayerischen Volksblatt
verriet er, dass der größte Wunsch seines wieder genesenen Partners Roy
Horn sei, im Juli gemeinsam mit nach Deutschland zu kommen und dann
auch die Landesgartenschau in Rosenheim besuchen.
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