Dachau-Fürstenfeldbruck | 26.11.2009

Roland Helmer und Klaus Knörr, Sparkasse FFB
Wer im nasskalten Herbst von der Sehnsucht
nach dem Süden gepackt wird, muss nicht extra weit reisen. Denn seit
Sommer dieses Jahres ist „Neapel“, ein Gemälde des renommierten Brucker
Malers Roland Helmer im Kundenzentrum der Sparkasse Fürstenfeldbruck zu
bestaunen. Das Bild wurde jetzt von Klaus Knörr, dem
Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, und Roland Helmer der
Öffentlichkeit vorgestellt.
Der Titel des großformatigen Bildes meint allerdings nicht die turbulente Stadt in Italien, sondern den Farbton der gelben Bildelemente: Das Neapelgelb. Die rhythmisierten Linien und Farbstreifen in Violett, Blau, Schwarz und gedecktem Gelb sind also weder als Abbild noch als Abstraktion eines realen Vorbildes zu verstehen. Vielmehr entspricht die Gestaltung ganz den Prinzipien der „Konkreten Kunst“. In ihrem Zentrum stehen die Farbe und die geometrische Form an sich. Der Begriff geht auf den holländischen Künstler Theo van Doesburg zurück, der ihn 1930 für die junge Kunstrichtung geprägt hat.
Roland Helmer hat sich zeit seines Schaffens als „konkreter Künstler“ verstanden und sich immer wieder neu mit dem Thema Farbe und Form im Spannungsfeld von Linie und Fläche auseinandergesetzt. 1940 wurde er in Fischern bei Karlsbad in Böhmen geboren. Nach seiner Ausbildung an der Münchner Blochererschule für Freie und Angewandte Kunst studierte Helmer an der Akademie der Bildenden Künste in München bei den Professoren Ernst Geitlinger und Georg Meistermann. Nach Abschluss seines Studiums wurde er an der Kunstakademie Assistent von Günter Fruhtrunk, einem bedeutenden „Konkreten“, dem eine Münchner Galerie vor kurzem eine Retrospektive gewidmet hat. Seither hat sich Roland Helmer mit seinen Werken international einen Namen gemacht.
Er ist in zahlreichen wichtigen Sammlungen vertreten, so etwa dem Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt, der Neuen Nationalgalerie in Berlin, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München. In den Jahren 1997 und 2001 erhielt er den Kunstpreis des Landkreises Fürstenfeldbruck.
Mit dem Ankauf des Gemäldes „Neapel“ ehrt die Sparkasse Fürstenfeldbruck einen verdienten Künstler aus der Region und setzt gleichzeitig ein Zeichen für eine moderne Kunstförderung auch und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Neapolitanische Zustände herrschen in der Sparkasse darüber hinaus nicht.
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