Freising-Erding | 05.05.2010

Stickstoffmessung auf einem Winterweizenfeld (Foto: TU München)
Chinas Seen und Flüsse sind hochgradig
überdüngt: Vor allem der
Eintrag von Stickstoff aus der Landwirtschaft ist ein Problem. Diese
Situation soll ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
gefördertes Kooperationsprojekt der Technischen Universität München
(TUM) und der Universitäten Braunschweig, Göttingen und Hohenheim
verbessern. Von den zwei Millionen Euro Gesamtförderung fließen 900.000
Euro an die TU München.
Geleitet wird das Projekt von Prof. Urs
Schmidhalter, Ordinarius für Pflanzenernährung der TUM, sein
Mitarbeiter PD Dr. Yuncai Hu koordiniert es. Projektpartner auf
chinesischer Seite sind führende Experten aus dem universitären
Bereich, der Verwaltung und der Politikberatung.
China trägt nur neun Prozent zur Welt-Ackerfläche bei, verbraucht aber
mehr als 30 Prozent des weltweit eingesetzten Stickstoffdüngers.
Schätzungen gehen davon aus, dass dort alljährlich mindestens 20
Millionen Tonnen Stickstoff verlorengehen, die das Grund- und
Oberflächenwasser belasten und wesentlich zur Klimaerwärmung beitragen.
Die chinesische Landwirtschaft ist gekennzeichnet durch höchste
Intensität auf kleinster Fläche – eine chinesische Familie
bewirtschaftet weniger als ein halbes Hektar.
Um die Verwendung von Stickstoff effizienter zu gestalten, haben die
TUM-Wissenschaftler die „Green WindowsTUM Technologie“ entwickelt: Das
durch vereinfachte spektrale Sensorsysteme unterstützte Verfahren
stellt die Stickstoffversorgung der Pflanzen und somit auch die
Stickstoffbilanz auf einfache Weise dar. Die so erhobenen Daten werden
zunehmend mit Flugzeug- und Satelliten-gestützten Informationen
kombiniert. Das erlaubt es den chinesischen Landwirten, den
Stickstoffeinsatz zu optimieren. Zusätzlich beinhaltet das neu
entwickelte Konzept die „On-farm-Untersuchung“: Schnelltests der
Stickstoffversorgung der Böden, die aufwändige und teure Untersuchungen
in Labors ersetzen.
Die Green WindowsTUM Technologie wird derzeit in China getestet. Sie
bietet eine hocheffiziente Plattform für den kurzfristigen Transfer in
die chinesische Landwirtschaft und öffnet den Weg in eine erhöhte
landwirtschaftliche Effizienz und Produktion – und trägt damit auch zu
Verbesserungen in der Umwelt bei.
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