IHK-Präsident zu Gast im IHK-Gremium Erding-Freising

Plädoyer für den Mittelstand und mehr Engagement

Freising-Erding | 11.02.2016

Foto: IHK
Foto: IHK

Ein Plädoyer für den Mittelstand hielt Eberhard Sasse, Präsident der IHK für ‎München und Oberbayern, bei seinem Besuch beim IHK-Gremium Erding-Freising. ‎Er forderte weniger Bürokratie und eine mittelstandsfreundliche Politik. Zugleich ‎appellierte er an die Unternehmen, sich stärker für die Bedürfnisse der Wirtschaft ‎einzusetzen und sich stärker für ein positives Image des Unternehmertums zu ‎engagieren.

Welchen Stellenwert die Wirtschaft in der Flughafenregion hat, ‎unterstrichen zudem Martin Bayerstorfer, Landrat des Landkreises Erding, und ‎Josef Hauner, Landrat des Landkreises Freising, auf der Sitzung des IHK-Gremiums ‎am Münchner Flughafen.‎

Sasse nahm zuerst die Politik in die Pflicht. Er nannte als Beispiele für die ‎wirtschaftsfeindliche Politik des vergangenen Jahres: die Bürokratielasten beim ‎Mindestlohn, die geplanten Verschärfungen bei der Erbschaftsteuer und die Rente ‎mit 63, die zu einem Fachkräfte-Exodus geführt hat. „Ich glaube, Frau Nahles hat ‎noch nie in einem Betrieb gearbeitet“, kritisierte Sasse besonders die ‎Bundesarbeitsministerin für praxisferne Eingriffe in die Unternehmen.

Mehr Intitiative der Wirtschaft

Der IHK-Präsident forderte aber auch mehr Engagement der Unternehmer, ihre ‎Belange immer wieder zur Sprache zu bringen und das aus seiner Sicht falsche, ‎oftmals negative Unternehmerbild in der Öffentlichkeit zu korrigieren. Dass die ‎Firmeninhaber tagtäglich Verantwortung für Arbeitsplätze tragen, langfristig ‎wirtschaften und persönlich für das Fortbestehen ihrer Betriebe haften, werde zu ‎wenig gewürdigt. „Wir müssen uns dann nicht wundern, wenn junge Menschen ‎keine Unternehmer mehr werden wollen“, so der IHK-Präsident.

Sasse lobte aber die Mitglieder des IHK-Gremiums Erding-Freising für ihr Wirken in ‎der Region. Das IHK-Gremium vertrete die Interessen von mehr als 23.000 IHK-‎Mitgliedern aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. „Wir müssen noch aktiver ‎werden, sonst gibt es wegen der derzeit betriebenen Wirtschaftspolitik schlicht in ‎ein oder zwei Generationen keine Familienbetriebe mehr“, ‎.mahnte der IHK-‎Präsident zum Schluss.‎

Probleme der Flughafenregion

Die gute Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft und die gemeinsamen ‎Herausforderungen, die insbesondere durch die rasante Entwicklung des Großraum ‎Münchens und dem demografischen Wandel forciert würden, betonten die Landräte der ‎Flughafenregion in ihren Ausführungen. Themen wie wachsender Flächenverbrauch, ‎bezahlbarer Wohnraum und die zunehmende Verkehrsbelastung stünden derzeit im ‎Mittelpunkt der Kreispolitik, berichtete Freisings Landrat. „Wir dürfen dabei nicht zulassen, ‎dass München sich grenzenlos ausweitet“, sagte Hauner vor dem IHK-Gremium.‎

‎ In der Praxis würde die viel zitierte interkommunale Abstimmung sich nur schwer realisieren ‎lassen. „Unser Ziel ist es, unsere Region als Lebensraum zu erhalten, um zugleich vor allem ‎auch für jene Bevölkerungsschichten bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können, die für die ‎Wirtschaft wichtig sind“. Hauner kündigte dazu für den Herbst eine große Wohnraum-‎Konferenz in Freising an. Außerdem soll bis März 2016 das Verkehrs- und Strukturgutachten ‎für die Flughafenregion fortgeschrieben und Handlungsempfehlungen daraus abgeleitet ‎werden, so der Freisinger Landrat.‎

Im Landkreis Erding gebe es vor allem auch durch das Projekt „Bildungsregion Bayern“ ‎enge ‎Verknüpfungen mit der Wirtschaft, berichtet Landrat Martin Bayerstorfer , Der Landkreis ‎beteiligt sich an der Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Dazu, so ‎Bayerstorfer, sei ein Fünf-Säulen-Modell entwickelt worden, dass den Schulstandort stärke, ‎die duale Ausbildung unterstütze und den Problemen des demografischen Wandels entgegen ‎treten soll.

Vor der Sitzung hatten die Mitglieder des IHK-Gremiums Erding-Freising die Baustelle des ‎neuen Satelliten-Terminals am Flughafen München besichtigt. Der Satellit erweitert ab April ‎‎2016 die Abfertigungskapazität im Terminal 2 um 11 Mio. Passagiere pro Jahr und ist ein ‎Joint Venture der Flughafen München Gesellschaft und der Lufthansa. Mit Inbetriebnahme ‎des Satelliten und seinen 27 Andockstationen sollen die Zeiten, an denen Passagiere zum Teil ‎mit dem Bus aufs Rollfeld gebracht werden mussten, vorbei sein.

zurück drucken verlinken

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

B4B Coach

Georg W. Moeller, Foto: GWM
 
Business und Personal Coach Georg W. Moeller und weitere Autoren geben praktische Lebenshilfe und Orientierung für den unternehmerischen Alltag.

fit for JOB!

FFJ

Die Broschüre für Schulabgänger in Oberbayern, wählen Sie hier Ihre Regionalausgabe:

Anzeige
Anzeige

B4B Terminkalender

MIM - Münchner Immobilien Messe
Neue Kleine Olympiahalle, München
08.04.2016 - 10.04.2016
mehr...

Laufen für Kinder - 8. Rückenwindlauf
Garching bei München
31.07.2016, 09:30 Uhr
mehr...

Bildergalerien