Freising-Erding | 14.07.2010
Auszeichnung für Flughafen München durch "Monocle"
Innenminister Joachim Herrmann: "Ein Flugzeugabsturz oder eine
andere Großschadenslage mit vielen Toten und Verletzten löst sofort
eine Welle tausender Anrufe besorgter Angehöriger aus. Die
Gemeinsame Auskunftsstelle (GAST) am Münchner Flughafen ist eine
einzigartige Einrichtung, die diesen Menschen unter einer zentralen
Telefonnummer schnelle und kompetente Hilfe aus einer Hand bietet."
Modernste Software, entwickelt von der bayerischen Polizei,
gewährleiste aber nicht nur diese wichtige Erstinformation für
Angehörige, sondern habe umgekehrt auch für die Polizei immense
Bedeutung. Die Hinweise von Anrufern seien sehr hilfreich bei der
Vermisstensuche oder der Identifizierung von Verletzten oder Toten.
Herrmann: "Nach der aufwändigen Modernisierung und der Ausweitung
auf nunmehr 40 Arbeitsplätze, ist die GAST am Münchener Flughafen
nun noch leistungsfähiger", so Herrmann.
Die GAST wird im Ernstfall
gemeinsam von der Polizei, der Flughafen München GmbH sowie den
Fluggesellschaften betrieben und durch einen Förderverein, dem
weitere Mitglieder angehören, unterstützt. Gemeinsam mit dem
Förderverein wurden rund 240.000 Euro in die Modernisierung der
Einrichtung investiert, davon etwa die Hälfte aus dem
Polizeihaushalt. Herrmann: "Die EDV ist nun auf dem denkbar
modernsten Stand, Arbeitsabläufe sind optimiert und die Kapazität
nochmals deutlich erweitert. Wir haben nun permanent beispielsweise
alleine 27 Arbeitsplätze für die Anrufentgegennahme. Wir haben das
Geld also gut investiert, um Bürgerinnen und Bürger in einer
Notlage auch künftig als verlässlicher Partner zur Seite zu stehen.
Ich bedanke mich herzlich bei unseren Kooperationspartnern und den
Mitgliedern des Fördervereins für den finanziellen Beitrag."
Die GAST war seit ihrer Gründung insgesamt acht Mal im Einsatz. Die
Erfahrungen beispielsweise nach dem ICE-Unglück in Eschede, nach
dem Unfall der Zugspitzbahn zwei Jahre später oder dem Brand der
Gletscherbahn in Kaprun zeigen, dass das Konzept der GAST als
zentrale Anlaufstelle für Angehörige sich in jedem Fall
hervorragend bewährt hat. Herrmann: "Hier stehen Polizeibeamte und
Mitarbeiter der Fluggesellschaften als Freund und Helfer Menschen
in Not zur Seite. Es freut mich besonders, dass das bayerische
GAST-Konzept im Rahmen der Vorbereitungen zur
Fußballweltmeisterschaft 2006 derart positiv bewertet wurde, dass
inzwischen jedes Bundesland entsprechende Einrichtungen vorhält
bzw. aufbaut. Bayern war mit diesem Erfolgsmodell also wieder
einmal richtungsweisend", so Herrmann.
Neben den professionellen
Mitarbeitern der Polizeiinspektion Flughafen sind inzwischen rund
180 Bedienstete der Flughafen München GmbH und der
Fluggesellschaften für den Einsatz bei der GAST geschult. Daraus
ergibt sich auch ein enormes Fremdsprachenpotential im Ernstfall.
Herrmann dankte abschließend den Mitgliedern des Fördervereins der
GAST: "Das Motto des Fördervereins, ''Gemeinsam dienen im
Notfall'', ist außerordentlich gut gewählt. Ich danke den
Mitarbeitern der Polizeiinspektion Flughafen und den Mitgliedern
des Fördervereins für ihr beispielhaftes Engagement. Mit der
Modernisierung konnten wir weitere Impulse setzen, sind noch
attraktiver für die ehrenamtlichen Helfer geworden und damit für
einen Ernstfall auch in Zukunft bestens gerüstet."