Seenland: Landsberg-Starnberg | 14.10.2009

NEWSKY: Informationssystem für die Luftfahrt (Foto: DLR)
Was auf dem Boden bereits Standard ist, wurde im
NEWSKY-Forschungsprojekt unter Führung des Deutschen Zentrums für Luft-
und Raumfahrt (DLR) auch im Luftraum erprobt. In einer
Live-Demonstration im DLR Oberpfaffenhofen
demonstrierten die Wissenschaftler jetzt, wie Flugzeuge, Satelliten und
Bodenstationen in einem neuartigen Datennetzwerk mittels
Internet-Technologien miteinander kommunizieren. Das NEWSKY-Projekt
wurde damit erfolgreich abgeschlossen.
Im NEWSKY-Projekt wurde ein Kommunikationsnetzwerk entwickelt, das
den Ansprüchen des Luftverkehrs der Zukunft gerecht wird. Dabei müssen
die Datenströme vor allem zuverlässig zwischen Flugzeug und dem Boden
ausgetauscht werden, und zwar sowohl in abgelegenen Regionen über
Ozeanen und den Polgebieten als auch in überlasteten Ballungsräumen.
Indem es den Informationsaustausch deutlich verbessert, ermöglicht
NEWSKY, die Sicherheitsstandards im Luftverkehr nachhaltig zu
verbessern und außerdem die Umweltbelastung durch eine optimierte
Streckenplanung zu reduzieren.
Nachfolgeprojekt geplant
"Nach dem erfolgreichen Projektabschluss von NEWSKY geht es jetzt
darum, die Prototypen weiterzuentwickeln und Flugversuche für eine
möglichst zeitnahe Umsetzung des Systems vorzubereiten", erläutert
Frank Schreckenbach, NEWSKY-Projektleiter beim DLR. Dazu steht das
NEWSKY-Team bereits mit einem Nachfolgeprojekt in den Startlöchern.
Die Systemspezifikationen des NEWSKY-Projekts wurden bei der
Projektabschlussveranstaltung in Oberpfaffenhofen vorgestellt. Es
entstand eine globale Simulationsumgebung, um bildlich aufzuzeigen, wie
das System in Zukunft arbeiten wird; daneben standen ein Testbed und
eine Testumgebung. Damit zeigten die Forscher realitätsnah, wie die
Kommunikation mit NEWSKY für den Piloten im Cockpit aussieht. Der
Computer ist dabei in ein terrestrisches und satellitengestütztes
Netzwerk eingebunden.
Das Forscherteam rechnet damit, dass sich erste Komponenten ihres
innovativen Netzwerkkonzeptes in rund zehn Jahren realisieren lassen.
Einmal im Luftverkehr eingeführt, soll es in der Anschaffung und im
Betrieb um ein vielfaches günstiger sein als heutige Systeme und einen
weitaus effektiveren Datenaustausch als bisher ermöglichen.
Die Vernetzung des Himmels
"Die Zusammenführung der vorhandenen Technologien in einem
heterogenen Kommunikationsnetzwerk ermöglicht es den Piloten, sowohl in
abgelegenen Gebieten über Ozeanen und Polarregionen wie auch in
überlasteten, dicht besiedelten Regionen immer zuverlässig
Informationen mit den Fluglotsen auszutauschen oder Informationsdienste
wie zum Beispiel Wetter- oder Verkehrsdaten zu empfangen", erklärt
Frank Schreckenbach die wesentlichen Vorteile.
An dieser "Vernetzung des Himmels" arbeiten in einem internationalen
Projektteam Ingenieure von Thales Alenia Space, QinetiQ, Frequentis,
Triagnosys, der Deutschen Flugsicherung (DFS) sowie der Universität
Salzburg unter Leitung des DLR. Das NEWSKY-Projekt wurde von der
Europäischen Kommission teilgefördert.
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