Mühldorf-Altötting | 14.01.2010
Chemiekonzern will Standort Kempten 2011 schließen. Die Produktionsvolumina sollen an die Standorte Burghausen und Nünchritz übertragen werden und dort die Anlagenauslastung steigern.
Die Wacker Chemie
AG konsolidiert im Rahmen der bereits angekündigten Strukturmaßnahmen
im Geschäftsbereich Wacker Silicones ihre Produktion von pyrogenen
Kieselsäuren und plant in diesem Zusammenhang, den Standort Kempten im
Laufe des Jahres 2011 zu schließen. Dies gab der Münchner Chemiekonzern
heute bekannt. Wacker will die Produktionsvolumina des Standortes
Kempten auf seine bestehenden Großanlagen in Burghausen und Nünchritz
übertragen und dort auf diese Weise die Auslastung optimieren.
Im
Zusammenhang mit der beabsichtigten Werksschließung nimmt der
Chemiekonzern eine ergebniswirksame Wertminderung im Anlagevermögen von
rund 3,5 Mio. € vor und hat darüber hinaus eine Rückstellung in Höhe
von 5,5 Mio. € gebildet. Beide Maßnahmen sind im Abschluss des
Geschäftsjahres 2009 bereits berücksichtigt. Wacker beschäftigt am
Standort Kempten derzeit rund 50 Mitarbeiter.
„Unser Ziel ist es, die Schließung des Werks Kempten
ohne betriebsbedingte Kündigungen umzusetzen – und ich sehe gute
Chancen dafür, dass uns dies auch gelingt“, sagte
WACKER-Personalvorstand Dr. Wilhelm Sittenthaler. So ist unter anderem
geplant, den Mitarbeitern Arbeitsplätze an den Standorten Burghausen
und Nünchritz anzubieten. „Speziell durch den Ausbau unseres
Polysilicium-Geschäfts haben wir dort in den kommenden Jahren weiteren
Personalbedarf. Hier werden wir selbstverständlich unsere bestehende
Belegschaft vorrangig berücksichtigen“, betonte Sittenthaler. Er sei
deshalb zuversichtlich, dass die Schließung sozialverträglich durch
natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und Abfindungsverträge
bewerkstelligt werden könne.
Wacker produziert pyrogene Kieselsäuren unter der Markenbezeichnung HDK
und ist in diesem Bereich der drittgrößte Hersteller weltweit. Das
hochreine, amorphe Siliciumdioxid in Pulverform wird als Füllstoff in
Siliconelastomeren, als Mittel zur Einstellung der Viskosität in
Beschichtungen, Druckfarben, Klebstoffen, UP-Harzen und Plastisolen
oder als Rieselhilfe eingesetzt, etwa in der Kosmetik-, Pharma- oder
Lebensmittelindustrie.
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