Mühldorf-Altötting | 01.03.2011
Bayerns
Verkehrsminister Martin Zeil fordert auf der heutigen Hauptversammlung
der Initiative ‚Magistrale für Europa’ in der Inn-Salzach-Region „mehr
Zug beim Ausbau der Schienenstrecke von München ins bayerische
Chemiedreieck und nach Freilassing“. „Die Politik steht bei den Menschen
und Unternehmen in der Region schon zu lange im Wort. Jetzt müssen
weitere konkrete Fortschritte beim Ausbau und der Elektrifizierung
folgen“, erklärt der Verkehrsminister.
„Verkehrspolitik ist immer auch
Bürger- und Standortpolitik. Der Bund als Verantwortlicher für den
Schienenausbau muss erkennen, dass es hier um die Zukunft einer
wirtschaftlich wichtigen Region abseits der Ballungszentren und um
25 000 Arbeitsplätze bei der chemischen Industrie geht“, betont Zeil.
Der
bayerische Verkehrsminister macht sich für einen generellen Abbau des
Investitionsstaus beim Schienenausbau stark. „Dazu gehört nicht nur,
dass der Bund die Mittelausstattung für die Schieneninfrastrukturpakete
wieder mindestens auf das Niveau der Konjunkturpakete anhebt. Dazu
gehört auch, dass man bei der Projektfinanzierung offen ist für neue
Wege wie zum Beispiel Public-Private-Partnership-Konzessionsmodelle. Es
sind noch nicht alle Alternativen ausgereizt, um mehr Signale auf grün
stellen zu können“, erklärt Zeil.
Bisher geht es mit dem
Ausbau zwischen München, Mühldorf und Freilassing trotz seiner
langjährigen Verankerung im Bundesverkehrswegeplan nur langsam voran.
Zwischen Ampfing und Mühldorf ging ein zweigleisiger Abschnitt im
Dezember 2010 in Betrieb. Fortgeschrittene Planungen bestehen für den
Ausbau zwischen Mühldorf und Tüßling. Die Finanzierung dieses Abschnitts
hat der Bund bereits zugesagt. Derzeit läuft die von der EU geförderte
Vorplanung für den Gesamtausbau einschließlich der Elektrifizierung der
Strecken München – Mühldorf – Freilassing und Tüßling – Burghausen.
Zeil: „Auch das ist nur ein erster Schritt. Bund, Bahn und EU müssen so
schnell wir möglich die Finanzierung der späteren Planungsschritte
sichern und dann unverzüglich die Mittel für den Bau bereitstellen. Für
die Finanzierung der Planung steht das neue Planungsbudget zur
Verfügung, das auf meine Initiative derzeit auf Bundesebene eingerichtet
wird.“ Die Kosten für Planung und Bau der ausstehenden Maßnahmen auf
der 142 km langen Strecke München – Mühldorf – Freilassing und der 25 km
langen Zweigstrecke Tüßling – Burghausen belaufen sich voraussichtlich
auf rund 1,1 Milliarden Euro.
Die Strecke München –
Mühldorf – Freilassing ist Bestandteil der Magistrale, die von Paris
nach Bratislava reicht und die als vorrangiges Projekt Nr. 17 im
transeuropäischen Netz der EU-Kommission (TEN) enthalten ist. Die in der
Initiative ‚Magistrale für Europa’ zusammengeschlossenen Regionen und
Städte setzen sich seit mehr als 20 Jahren für den Ausbau entlang der
Schienenverkehrsachse ein. Die Hauptversammlung der Initiative findet
alle zwei Jahre statt. Mit der zweitägigen Konferenz in Mühldorf und
Burghausen wählte die Initiative zum ersten Mal als Veranstaltungsort
nicht eine Großstadt, sondern bewusst einen wirtschaftlich starken
ländlichen Raum. N
eben Bayerns Verkehrsminister Zeil sprechen bei der
Hauptversammlung unter anderem auch der frühere ungarische Außenminister
Péter Balász als EU-Koordinator für das TEN-Projekt 17, der
Generalsekretär des österreichischen Verkehrsministeriums, Herbert
Kasser, Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich als Vorsitzender der
Initiative, der Wacker-Chemie-Vorstandsvorsitzende Rudolf Staudigl sowie
weitere Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verkehr. Zuletzt tagte
die Initiative vor zwei Jahren in Bratislava und Wien, vor vier Jahren
letztmals im Freistaat in der Landeshauptstadt München.
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