München Stadt/ München Land | 23.10.2009
Die Auftragseingänge in der bayerischen Metall-
und Elektroindustrie lagen im August 17,3 Prozent unter dem
Vorjahresmonat. Dies ergab eine Auswertung der bayerischen
Metallarbeitgeberverbände BayME und VBM von Zahlen des Statistischen
Landesamtes. Der Rückgang der Auslandsbestellungen betrug demnach 18,1
Prozent, die Inlandsaufträge gingen um 16,2 Prozent zurück.
BayME-/VBM-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Vor dem Hintergrund
dieses starken und dauerhaften Auftragsrückgangs ist die relativ
stabile Beschäftigungssituation in der bayerischen M+E-Industrie sehr
beachtlich. Die Betriebe tun nach wie vor alles, um ihre Mitarbeiter
trotz fehlender Aufträge zu halten. Ewig werden sie diesen Kraftakt
jedoch nicht durchhalten können.“
Am stärksten wurde das Vorjahresniveau im Maschinenbau mit minus 33
Prozent und bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen mit minus
34 Prozent unterschritten. Im Bereich Elektronik und Optik lagen die
Bestellungen im August um 21 Prozent unter dem Vorjahresniveau, bei den
Herstellern von Metallerzeugnissen um 18 Prozent. Die
Automobilindustrie verzeichnete im August im Vergleich zum Vorjahr
einen Rückgang in Höhe von fünf Prozent. Brossardt: „Die Krise trifft
die einzelnen Branchen der M+E-Industrie zeitversetzt. Während einige
die Talsohle bereits durchschritten haben, geraten andere erst jetzt
richtig in den Abwärtsstrudel. Keine Branche kann sich jedoch
entziehen.“
Im Vergleich zum Vormonat sind die Auftragseingänge im August um 3,3
Prozent gestiegen. Während die Bestellungen aus dem Inland mit 7,6
Prozent relativ deutlich zulegten, wuchsen die Auftragseingänge aus dem
Ausland nur moderat um 0,5 Prozent.
Brossardt: „In letzter Zeit sind die Auftragseingänge von niedrigem
Niveau aus in kleinen Schritten wieder gewachsen. Ich warne aber
angesichts dieser Stabilisierung vor Euphorie. In den letzten Monaten
haben wir erst ein Viertel des Auftragseingangs, der zu Beginn der
Krise weggebrochen ist, wieder aufgeholt. Bis wir das alte
Vorkrisenniveau erreicht haben, wird noch einige Zeit vergehen.“
Rückschläge auf dem Weg zum alten Niveau seien zudem nicht
ausgeschlossen.
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