Experten diskutieren

Artificial Co-Pilot: Forschung für den Fahrer

München Stadt/ München Land | 04.03.2010

Test Fahrerassistenzsystem (Foto: Reinhard Schmid, ams/TÜV SÜD)
Test Fahrerassistenzsystem (Foto: Reinhard Schmid, ams/TÜV SÜD)

Wird jeder Autofahrer bald von einem elektronischen Co-Piloten begleitet, der direkt in den Fahrvorgang eingreift? Wo liegen die Grenzen von Fahrerassistenzsystemen? Wie kommt die Forschung in Sachen Sensorik und Informationsverarbeitung voran? Wie können bisherige Systeme für die Elektromobilität adaptiert werden? Ein breites Spektrum an Fragen, mit denen sich die „4. Tagung Sicherheit durch Fahrerassistenz“ auseinandersetzt. Der Dialog zwischen Forschung und Praxis findet am 15. und 16. April in München statt.

Auch wenn der „Artificial Co-Pilot“ in der Fachwelt längst etabliert ist: Klar ist, dass er dem Fahrer zwar Hilfen für sein Fahrverhalten anbieten kann, ihn am Autosteuer aber nicht ersetzen wird. Das Assistenzsystem muss also ständig aktualisiert und mit dem System Fahrer-Fahrzeug-Verkehrsumwelt abgestimmt werden. Teilnehmer aus der Fahrzeug- und Zulieferindustrie, Entwicklungsdienstleister, Systemanbieter, Vertreter von Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie von Behörden und Verbänden tauschen sich bei der Tagung in München aus zu aktuellen Forschungsergebnissen, Detailfragen und künftigen Herausforderungen.

Den Vorsitz der Tagung übernehmen Prof. Dr. Bernd Heißing und Prof. Dr. Markus Lienkamp vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TU München. Lienkamp hält auch den Einführungsvortrag zum Thema „Fahrerassistenzsysteme und Elektromobilität“. Bei der Plenarsession wird dann die komplette Bandbreite der Tagung aufgezogen unter der Überschrift: „Der Beitrag von Fahrerassistenzsystemen zur Aktiven und Passiven Sicherheit – die Integrale Sicherheit als Antwort auf die wachsenden Anforderungen an die Fahrzeugsicherheit“. Der zweite Plenarvortrag setzt sich speziell mit der Entwicklung in Japan auseinander.

Die Vorträge der Parallelsessions beleuchten aus unterschiedlichen Blickwinkeln den Sicherheitsgewinn durch Fahrerassistenzsysteme. Speziell betrachtet wird etwa, ob sich Ausweichmanöver technisch lösen lassen bzw. haptische Empfehlungen dafür an den Fahrer möglich sind. Virtuelle Fahrversuche werden ebenso besprochen wie das Spannungsfeld von Kundenerwartungen und Herstellerambitionen. Einzelvorträge widmen sich zudem speziellen Assistenzfunktionen.

Drei Beispiele: Schätzung des Fahrstreifenverlaufs in Baustellen zur Querführungsassistenz; Erkennung von Verkehrsteilnehmern zur Vermeidung von Unfällen beim Türöffnen; Aktionspläne zur Erlangung des sicheren Zustandes bei einem autonomen Stauassistenten. Die Referate in den Sessions „Motivation und Nutzen“, „Funktionen und Systeme“, „Systemarchitektur und Fahrumgebungserfassung“ sowie „Mensch-Maschine-Interaktion“ sind jeweils geprägt von dem Bestreben, verschiedene Systeme zu vernetzen und einen engen Schulterschluss zwischen Forschung und Praxis zu schaffen.

Stichwort Forschung: Der Aufwind für die Elektromobilität hat auch Auswirkungen auf Fahrerassistenzsysteme. Mit der Elektrifizierung des Antriebs kann der Funktionsumfang der Assistenzsysteme erweitert werden. Können bisherige Systeme adaptiert werden? Welche Chancen für die Sicherheit bieten die neuen Möglichkeiten der Elektrotraktion? Herausforderungen für Sicherheit und Bedienbarkeit stehen im Fokus für das Wissenschaftszentrum Elektromobilität an der TU München – Mitveranstalter der Fachtagung zu den Fahrerassistenzsystemen. Die Teilnehmer bleiben also in punkto Elektromobilität am Puls der aktuellen Entwicklung.
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