München Stadt/ München Land | 26.02.2010
Ablehnend reagiert das bayerische Handwerk auf die
Pläne innerhalb des Europäischen Parlaments, die Mutterschutzfrist
europaweit von derzeit 14 auf 20 Wochen zu verlängern.
„Diese Absicht ist kontraproduktiv. Eine Verlängerung des Mutterschutzes bedeutet für unsere Betriebe steigende Lohnzusatzkosten und damit eine erhebliche Verteuerung von Arbeit in Deutschland. Die Bereitschaft, Frauen einzustellen, könnte darunter erheblich leiden“, erklärt der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger. In Deutschland finanzieren die Unternehmen bereits den Großteil des Mutterschutzlohns. Mit der Verlängerung kämen Mehrkosten von 700 Millionen Euro jährlich auf die Unternehmen zu.
Als „völlig indiskutabel“ bezeichnet Traublinger den Vorschlag des Frauenausschusses im EU-Parlament, auch noch einen vom Arbeitgeber zu finanzierenden zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub einzuführen. Zusätzliche Freistellungen sind für die kleinen und mittleren Betriebe des Handwerks kaum umsetzbar. Außerdem würde es die Lohnkosten noch weiter in die Höhe treiben. Mit dem Mutterschutz und der möglichen Elternzeit für Mütter und Väter gehe Deutschland teilweise schon über die Vorschläge der EU-Kommission hinaus, betont der BHT-Präsident. Die EU sollte anerkennen, dass nationale Regelungen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf andere Weise ausreichend sicher stellen, so auch in Deutschland. Im Übrigen, so Traublinger, sei Mutterschutz unstreitig eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und daher aus Steuermitteln zu finanzieren. BHT-Präsident Traublinger appelliert an die EU-Abgeordneten, die Vorschläge Ende März im Plenum abzulehnen.
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