München Stadt/ München Land | 30.04.2010
Der jetzt vorgelegte bundesweite
Berufsbildungsbericht bestätigt Bayern eine gute Ausbildungssituation.
Trotz der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise sei die Lage am
Ausbildungsmarkt im Jahr 2009 relativ stabil geblieben, so der Bericht
des Ministeriums für Bildung und Forschung.
„Die Unternehmen in Bayern
investieren weiter in hohem Umfang in die Ausbildung“, so Bertram
Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Metall- und
Elektro-Arbeitgeber bayme und vbm. „Statistisch gesehen konnte im
Krisenjahr 2009 jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein
Ausbildungsangebot gemacht werden.“
„Nachdem Auftragseingänge, Produktion und Exporte der bayerischen
M+E-Industrie im letzten Jahr um über 30 Prozent gefallen sind und die
Kapazitätsauslastung auf unter 70 Prozent gesunken ist, liegt es auf
der Hand, dass die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge in
der M+E-Industrie 2009 mit 16 Prozent stärker zurückgegangen ist als im
landesweiten Durchschnitt“, so Brossardt weiter. Für 2010 rechnen die
Verbände nur noch mit einem leichten Rückgang um zwei Prozent.
Brossardt: „Laut unserer Prognose werden wir 2010 über dem Niveau von
2006 liegen. Wenn man bedenkt, dass die demografische Entwicklung in
diesem Jahr zu einem weiteren Rückgang der Bewerberzahlen führen wird,
dann wird sich der Markt aus Sicht der Auszubildenden weiter
entspannen“, so Brossardt: „Für die Unternehmen wird es durch die
rückläufige Zahl an Schulabgängern dagegen zunehmend schwieriger, ihre
Lehrstellen zu besetzen. Was zunächst zu einer vorübergehenden
Entlastung am Ausbildungsmarkt führt, kann künftig ein ernsthaftes
Nachwuchsproblem darstellen.“
Die demografische Entwicklung könne sich in den kommenden Jahren noch
verstärken und mittel- bis längerfristig ein Wachstumshemmnis für die
Wirtschaft und den Standort Deutschland darstellen, so der Bericht.
Brossardt: „Der demografische Wandel und seine Auswirkungen auf den
Ausbildungsmarkt stellen eine große Herausforderung für Wirtschaft und
Politik dar. Alle Beteiligten sind jetzt gefordert zu handeln, damit
die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes erhalten bleibt.“
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