München Stadt/ München Land | 21.01.2010
Trotz Umsatzrückgang: Die Forschungsinvestitionen der Wirtschaft liegen 2009 auf Vorjahresniveau. Stifterverband erklärt weitere Stärkung durch steuerliche Forschungsförderung trotzdem für notwendig.
"Unser Berliner Appell hat gewirkt", sagte der Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft Arend Oetker heute in Berlin. Die Wirtschaft stehe trotz Wirtschaftskrise und teils dramatischen Umsatzeinbrüchen zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Anfang des Jahres 2009 hatten sich die Mitgliedsunternehmen des Stifterverbandes dazu bekannt, in ihrem Engagement für Wissenschaft und Bildung nicht nachzulassen.
Die Förderung von Forschung, Wissenschaft und Bildung sei 2009 auf hohem Niveau stabil geblieben, erläuterte Oetker. Allein für die Arbeit des Stifterverbandes flossen 2009 31,4 Mio. Euro aus Spenden der Wirtschaft in die Förderung des Wissenschafts- und Hochschulsystems. Damit erreicht das Spendenvolumen des Stifterverbandes das gute Niveau des Jahres 2007. Gegenüber dem Rekordjahr 2008, in dem der Stifterverband das beste Jahresergebnis in seiner 90-jährigen Geschichte erzielte, ging die Förderung nur um eine Million Euro zurück (- 3 %).
Nach den aktuellen Erhebungen des Stifterverbandes beliefen sich die Planaufwendungen der Unternehmen für Forschung und Entwicklung (FuE) 2009 auf 57,3 Milliarden Euro und lagen exakt auf Vorjahreslevel. Davon flossen nach Schätzungen 2,4 Mrd. Euro als Forschungsaufträge direkt an Hochschulen und Forschungsinstitute. "Die Wirtschaft weiß, dass sie die Wissenschaft braucht, aber jetzt brauchen beide die Hilfe der Politik", sagte Oetker. Der Präsident des Stifterverbandes sprach sich für eine steuerliche Forschungsförderung aus, um Rahmenbedingungen für mehr Wachstum zu schaffen. Eine Steuergutschrift in Höhe von 10 Prozent der gesamten FuE-Aufwendungen eines Unternehmens könne zusätzliche Forschungsinvestitionen in erheblichem Umfang stimulieren. Oetker betonte, dass die Steuergutschrift allen in Deutschland forschenden Unternehmen zugute kommen und rasch eingeführt werden solle. Deshalb begrüßte er grundsätzlich die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Absicht der neuen Bundesregierung, Bildung und Forschung Vorrang zu geben und eine steuerliche FuE-Förderung einzuführen.
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