München Stadt/ München Land | 30.03.2010

Joachim Birnthaler, TÜV SÜD
Mehr als 20.000 Produkte mit gefälschten Prüfzeichen hat die
Kriminalpolizei in Frankfurt am Main sichergestellt. Möglich wurde
die Aktion durch die Zusammenarbeit von Polizei, Zoll und TÜV SÜD
sowie weiteren Mitgliedern der Certification Industry against
Counterfeiting (CIAC).
TÜV SÜD wertet die Sicherstellung als
großen Erfolg im Kampf gegen Prüfzeichenfälscher. Drei Viertel der
sichergestellten Produkte trugen ein gefälschtes Prüfzeichen des
internationalen Prüf- und Zertifizierungsdienstleisters. Bei
der Aktion in Frankfurt stellten Kriminalpolizei und Zoll mehr als
100 Kisten mit Produktplagiaten sicher. Dabei handelte es sich vor
allem um Werkzeuge wie Bohrmaschinen und Kettensägen sowie um
Haushaltsgeräte wie Wasserkocher und Standmixer. Viele der Geräte
waren nach Angaben der Kriminalpolizei mit gefälschten Prüfzeichen
versehen.
„Damit wird beim Verbraucher der Eindruck erweckt, dass
diese Produkte durch ein anerkanntes Prüfunternehmen kontrolliert
wurden und deutsche Sicherheitsstandards erfüllen“, sagt Joachim
Birnthaler, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV SÜD
Product Service GmbH. „Das ist aber nicht der Fall.“ Die
Benutzung solcher Plagiate sei für die Verbraucher mit erheblichen
Risiken verbunden – von elektrischen Schlägen durch mangelnde
elektrische Sicherheit bei Haushaltsgeräten bis zu schweren Unfällen
bei der Arbeit mit Kettensägen.
Kampf gegen Plagiate dient
dem Schutz der Verbraucher
„Der Kampf gegen Plagiate
dient nicht nur dem Schutz unserer Prüfzeichen und unserer Marke,
sondern vor allem auch dem Schutz der Verbraucher“, betont
Birnthaler. „Wir werden den Kampf gegen Produktpiraten und
Prüfzeichenfälscher mit aller Kraft fortsetzen.“ Aus diesem Grund
ist TÜV SÜD als Gründungsmitglied der Certification Industry
against Counterfeiting (CIAC) beigetreten, einem Zusammenschluss von
international führenden Produktzertifizierungsunternehmen.
Koordiniert von Interpol gehen die CIAC-Mitglieder weltweit gegen
Produktpiraterie, Prüfzeichenbetrug und „Prüfzeichentourismus“
vor.
„Die Aktion in Frankfurt war
schon der zweite erfolgreiche Schlag in den letzten Wochen“, so
Birnthaler. „Erst vor kurzem konnten wir in Kooperation mit dem
finnischen Zoll eine Sendung von gefälschten und
sicherheitstechnisch gefährlichen Wagenhebern an der EU-Grenze
stoppen und vernichten lassen.“ Dieses Beispiel sei vor allem
deshalb bemerkenswert, weil die Produktpiraten mit hoher krimineller
Energie gearbeitet und die tatsächliche Herkunft und den Frachtweg
verschleiert hätten.
TÜV SÜD arbeitet mit
Zollbehörden, Marktaufsicht und Polizei zusammen
Die Entdeckung und Verfolgung
von Produktplagiaten ist mit hohem Kontrollaufwand verbunden. Um die
Produkte bereits an der EU-Außengrenze abzufangen, arbeiten TÜV SÜD
und die anderen CIAC-Mitglieder im Rahmen der so genannten
Grenzbeschlagnahme intensiv mit den europäischen Zollbehörden
zusammen. „Aber auch wenn gefälschte Produkte bereits auf den
Markt gelangt sind, wird der Kontrolldruck durch die nationalen
Marktaufsichtsbehörden und die Kriminalpolizei aufrechterhalten“,
betont Birnthaler. Das zeige auch die aktuelle Beschlagnahmungsaktion
in Frankfurt. Entdeckte Plagiate würden aus dem Verkehr gezogen und
die „Rädelsführer“ würden gerichtlich belangt. Die
missbräuchliche Verwendung von geschützten Marken kann nach Aussage
des TÜV SÜD-Experten mit hohen Geldstrafen und
Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden
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