München Stadt/ München Land | 15.09.2009

Energetisch sanieren: Isolierung fürs Dach (Foto:LBS)
Sehr zufrieden mit der Entwicklung des Finanzierungsgeschäfts zeigte
sich Dr. Franz Wirnhier, Sprecher der Geschäftsleitung, bei der
heutigen Bilanzpressekonferenz der LBS Bayern. Die Kreditnachfrage
profitiert vor allem von den weiter zunehmenden
Modernisierungsinvestitionen der Immobilienbesitzer – sie machen mehr
als die Hälfte der finanzierten Maßnahmen aus. Beim Absatz von
Bausparverträgen hat die LBS Bayern 2008 mit einer Steigerung der
Bausparsumme um sieben Prozent auf 7,6 Milliarden Euro das zweitbeste
Ergebnis ihrer Geschichte erreicht. Das Betriebsergebnis vor
Risikovorsorge lag mit 73,8 Millionen Euro auf Vorjahresniveau (2007:
73,3 Millionen Euro).
„Bausparen steht für Zielstrebigkeit,
Sparbereitschaft und Sicherheit“, sagte Wirnhier. „Das sind Werte, die
in unserer Gesellschaft hohe Zustimmung finden.“ Die Finanzkrise habe
diese Wertorientierung der Verbraucher noch einmal verstärkt. Fast
100.000 neue Bausparer hat die LBS Bayern im Jahr 2008 gewonnen.
Zuzüglich der Folgeverträge mit bestehenden LBS-Kunden haben die
bayerischen Sparkassen und der LBS-Außendienst 280.779 Bausparverträge
vermittelt – ein Plus von 12,7 Prozent und die dritthöchste Stückzahl
in der Geschichte der LBS Bayern. Der sprunghafte Anstieg sei auch auf
die veränderte gesetzliche Regelung der Wohnungsbauprämie
zurückzuführen, erklärte Wirnhier. Seit dem 1. Januar 2009 müssen
prämienbegünstigte Bausparleistungen zwingend wohnungswirtschaftlich
verwendet werden. Nur junge Kunden unter 25 Jahren können nach den nun
geltenden Richtlinien das geförderte Sparguthaben ihres ersten
Bausparvertrags nach sieben Jahren frei verwenden.
Für viele Kunden sei
die größere Flexibilität der bisherigen, generell befristeten
Zweckbindung ein Anreiz gewesen, geplante Vertragsabschlüsse
vorzuziehen. Diese Vorzieheffekte fielen 2009 weg. „Dennoch haben wir
im Neugeschäft in den ersten sechs Monaten mit 3,2 Milliarden Euro
Bausparsumme nur zehn Prozent Minus“, sagte Wirnhier. Die Kunden
orientierten sich jetzt in der neuen staatlichen „Förderkulisse“ für
das Bausparen mit dem noch wenig bekannten Wohn-Riester.
Vielversprechender Start in den Wohn-Riester-Markt
Die
LBS Bayern hat 2008 bereits knapp 10.000 Riester-Bausparverträge
vermittelt. Das entspricht etwa 20 Prozent aller im vergangenen Jahr in
Deutschland abgeschlossenen Riester-Bausparverträge. Von Januar bis
Juni 2009 sind nochmals über 15.600 Riester-Abschlüsse dazugekommen.
Mit einer Bausparsumme von rund 625 Millionen Euro liegt der
Riester-Anteil am Neugeschäft in diesem Jahr bei fast 20 Prozent und
damit deutlich über der Zielmarke von 15 Prozent.
2.100 Kunden
der LBS Bayern finanzieren bereits Riester-gefördert ihr eigenes
Zuhause. „Ein vielversprechender Auftakt, wenn man bedenkt, dass wir
diese Möglichkeit erst seit wenigen Monaten anbieten“, so Wirnhier. In
der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest geht die LBS Bayern bei der
Bewertung von Krediten mit Riester-Förderung neben drei weiteren
Bausparkassen als Testsieger hervor.
Die breite Öffentlichkeit
realisiere immer mehr, welche Chancen die neue Förderwelt biete. Das
werde den Bausparabsatz weiter beleben, vor allem wenn sich die Kunden
zum Jahresende noch die vollen Zulagen für 2009 sichern wollen. Der
LBS-Chef erwartet für dieses Jahr „erneut ein hohes Neugeschäft von
mindestens 6,6 Milliarden Euro“.
Wohn-Riester-Vorteile werden massiv unterschätzt
Gemeinsam
mit dem F.A.Z-Institut haben die Landesbausparkassen eine
repräsentative Umfrage bei 1.000 Bürgern durchgeführt. Dabei stellte
sich heraus, dass 70 Prozent der Deutschen die möglichen finanziellen
Vorteile durch Wohn-Riester massiv unterschätzen. Gleichzeitig
bestätigt die Untersuchung das große Interesse der Menschen am selbst
genutzten Wohn-eigentum als Altersvorsorge und ihr gewachsenes
Sicherheitsbedürfnis angesichts von Finanz- und Wirtschaftskrise. Die
Bereitschaft zum Immobilienerwerb ist weit verbreitet. „Damit die
Bürger verstehen, dass die Erfüllung ihres Wunsches mit
Riester-Bausparen viel leichter geworden ist, müssen sie intensiv
informiert und beraten werden“, betonte Wirnhier. Deshalb habe die LBS
die Kundenbetreuer in den Geschäftsstellen der Sparkassen und des
LBS-Außendienstes umfassend geschult. Außerdem kläre die LBS die
Öffentlichkeit in einer breit angelegten Anzeigenkampagne über die
Chancen der neuen Förderung auf.
Um die enormen finanziellen
Möglichkeiten aufzuzeigen, die sich durch Wohn-Riester eröffnen, bietet
die LBS im Internet den „Eigenheim-Renten-Rechner“. Diese Software, die
vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung entwickelt wurde, berechnet
die Riester-Vorteile für jede individuelle Einkommens- und
Haushaltssituation. Riester-Zulagen und -Steuerersparnisse und die
dadurch möglichen Finanzierungsvorteile summieren sich oft auf 50.000
Euro und mehr (www.eigenheim-renten-rechner.de). Wirnhier: „Wer ins
eigene Zuhause will, darf auf Riester-Bausparen nicht verzichten. Die
neue Förderung ist besser als die frühere Eigenheimzulage.“
Kreditauszahlungen deutlich im Plus
Im
Jahr 2008 hat die LBS Bayern Bauspardarlehen in Höhe von 677,9
Millionen Euro und damit 19,6 Prozent mehr als 2007 ausbezahlt. Die
Vor- und Zwischenfinanzierungen legten um 0,8 Prozent auf 374,1
Millionen Euro zu. Die ersten sechs Monate 2009 bestätigten den
deutlichen Aufwärtstrend. Die Auszahlungen von Bauspardarlehen erhöhten
sich im Vorjahresvergleich um 16,5 Prozent auf 384,1 Millionen Euro,
die Sofortkredite lagen mit einem Volumen von 210 Millionen Euro um
25,7 Prozent im Plus.
Laut Wirnhier trägt der Neubau am
wenigsten zu diesem Aufschwung bei. Die Abwärtsentwicklung der
vergangenen Jahre setzt sich auch 2009 fort. Die Zahl der
Eigenheimgenehmigungen ist in Bayern von Januar bis Mai noch einmal um
4,9 Prozent auf 6.912 zurückgegangen. Das Geschäft mit gebrauchten
Immobilien boome dagegen. 90 Prozent der Kaufvorgänge gehen auf das
Konto des Wohnungsbestandes. Hier stimulieren die Finanzkrise und ihre
Auswirkungen die Nachfrage. Viele Investoren interessieren sich wieder
für die Immobilie als inflationsgeschützte und wertstabile Anlage. Die
Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-Gesellschaft hat von Januar bis Juni
2009 schon 4.026 Objekte im Wert von 616 Millionen Euro vermittelt. Das
entspricht Steigerungsraten von 14 und 10 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. Diese Entwicklung kommt dem Kreditgeschäft zugute.
Mehr Bausparmittel für energetische Modernisierungen
Am
stärksten beleben die weiter zunehmenden Modernisierungsinvestitionen
der Immobilienbesitzer das Kreditgeschäft. Die Zahl der Objekte, die
mit LBS-Mitteln modernisiert wurden, legte 2008 um 14,1 Prozent auf
19.789 zu. Das entsprechende Finanzierungsvolumen erhöhte sich um 14,8
Prozent auf 417,1 Millionen Euro. 2009 ging es noch steiler bergauf. Im
ersten Halbjahr erhöhte sich die Zahl der Modernisierungsfinanzierungen
um 23,1 Prozent auf 12.308, ihr Wert sogar um 75 Prozent auf 355
Millionen Euro. Die durchschnittliche Kredithöhe stieg um 40 Prozent
auf 28.840 Euro. Den kräftigen Zuwachs erklärte Wirnhier mit
verstärkten Investitionen in die energetische Sanierung des
Eigenheimbestands.
Jahresüberschuss um 26 Millionen Euro gesteigert
Durch
das dynamische Kreditgeschäft wuchs der Bestand an Bauspardarlehen 2008
um 120,4 Millionen Euro auf 1,92 Milliarden Euro. Der Bestand an Vor-
und Zwischenfinanzierungen erhöhte sich um 44,7 Millionen Euro auf 2,66
Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss legte um 17,1 Millionen Euro auf
200,2 Millionen Euro zu. Trotz eines negativen Provisionsergebnisses –
als Konsequenz des guten Neugeschäfts – und umfangreicher Investitionen
konnte der Jahresüberschuss um 26 Millionen Euro auf 42 Millionen Euro
gesteigert werden. Dafür verantwortlich ist vor allem die positive
Entwicklung in der Risikovorsorge. Das Kursergebnis verzeichnete auf
Grund des niedrigen Zinsniveaus am Jahresende Zuschreibungen bei den
Wertpapieren. Die LBS hatte keine Wertpapiere im Bestand, die wegen
der Finanzmarktkrise eine besondere Bewertung erforderlich gemacht
hätten.
„Als Bausparkasse der Sparkassen sehr gut aufgestellt“
„Die
Rahmenbedingungen fürs Bausparen sehen wir positiv“, fasste Wirnhier
zusammen. „Der Bausparvertrag ist und bleibt ein beliebtes Produkt zur
sicheren Eigenkapitalbildung und Finanzierung beim Erwerb und Erhalt
von Wohneigentum – im Angesicht der Finanzkrise mehr denn je.“ Das
Eigenheim stehe auf der Wunschliste der Menschen ganz oben.
Gleichzeitig sei der Modernisierungsbedarf der Immobilienbesitzer
enorm. Die LBS Bayern verfüge mit den bayerischen Sparkassen und ihrem
eigenen Außendienst über einen schlagkräftigen Vertrieb, der
dieser Nachfrage gerecht werde. „Mit unserem Geschäftsmodell als
Bausparkasse der Sparkassen sind wir für die Zukunft sehr gut
aufgestellt“, so Wirnhier.
zurück drucken versenden verlinkenArtikel verlinken
Wenn Sie diesen Artikel von B4BOBERBAYERN.DE verlinken wollen, können Sie einfach den nachfolgenden HTML-Code auf Ihre Webseite einfügen:
© B4BOBERBAYERN.DE - Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung auf anderen Webseiten, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg ist untersagt. | Impressum