München Stadt/ München Land | 13.11.2009

Astrid Kaltenegger (Foto: Allianz)
Astrid
Kaltenegger, Chief of Staff Finance, ist seit einem halben Jahr
Mitglied im Diversity Council der Allianz. Hier fördert sie gemeinsam
mit anderen Mitgliedern des leitenden Managements die kulturelle
Vielfalt im Unternehmen. In einem Interview nimmt sie Stellung zu den Inhalten, dem Potenzial
und den Grenzen von Diversity.
Was bedeutet Diversity für Sie?
Astrid Kaltenegger:
Ich bin seit einem halben Jahr Mitglied im Diversity Council – und
arbeite seit einiger Zeit in einem multikulturellen Umfeld.
Ich
habe in meinem direkten Team fünf Mitarbeiter – davon sind vier Frauen,
eine Mitarbeiterin aus Russland und eine aus der französisch
sprechenden Schweiz. Insgesamt arbeiten ungefähr 25 Leute in meinem
Bereich – davon viele Frauen. Ich finde dieses Arbeitsumfeld sehr
spannend und bereichernd.
Mit welchen Diversity Aspekten sind Sie in Ihrer Abteilung besonders befasst?
Kaltenegger:
Für
uns ist es entscheidend, wie man im Team mit unterschiedlichen Kulturen
und Backgrounds umgeht. Dabei ist der Werdegang und die Ausbildung der
Mitarbeiter sehr wichtig.
Meine russische Mitarbeiterin ist
Physikerin mit einem MBA Abschluss und sie hat gleichzeitig eine sehr
empathische Herangehensweise. Natürlich kann man jetzt nicht nur sagen,
das ist typisch russisch, es ist ja auch Charaktersache. Aber ich denke
trotzdem ein Stück russische Seele kommt da manchmal heraus und das
finde ich schön. Sie bringt in unsere Diskussionen eine andere
Sichtweise hinein und das ist eine Bereicherung.
Wie wird bei Ihnen Diversity in der täglichen Arbeit praktiziert?
Kaltenegger:
Ich
versuche damit umzugehen, als wäre es selbstverständlich. Für mich wäre
es wichtig etwas Konkretes im Bereich Diversity auf die Beine zu
stellen. Diversity darf nicht nur Theorie bleiben. Man muss etwas tun,
um etwas zu ändern. Man muss Diversity leben.
Was würden Sie gerne tun - bzw. welches Ziel haben Sie sich gesteckt?
Kaltenegger:
Ich würde gerne das Projekt Kinderbetreuung am Standort München voranbringen.
Was ist dabei der Diversity Aspekt?
Kaltenegger:
Die
Kinderbetreuung sollte zweisprachig sein, multikulturell und zeitlich
flexibel – so dass es Frauen und Männern ermöglicht wird, Beruf und
Familie besser unter einen Hut zu bekommen.
Wo sind für Sie die Potenziale von Diversity?
Kaltenegger:
Bei
Führungskräften einen vernünftigen Mix von Nichtdeutschen hinzubekommen und einen Mix der Geschlechter – was nicht unbedingt
50:50 sein muss.
Es gibt immer noch zuviel Bereiche, wo nur
Männern und nur Deutsche arbeiten. Gemischte Teams sind kreativer und
innovationsfreudiger als Team mit einem einheitlichen Background.
Wo sehen Sie Grenzen von Diversity?
Kaltenegger:
Bestimmte Positionen kann man nicht nur unter dem Aspekt von Diversity vergeben – das zählt auch die persönliche Eignung.
Ich
bin kein Verfechter von Quoten - "Quotenfrauen" finde ich
diskriminierend. Frauen sollten mehr die Hand heben – und ihr Schicksal
selbst in die Hand nehmen. Mentoring Circles sind da sicher ein guter
Weg.
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