München Stadt/ München Land | 07.11.2009

TÜV SÜD Zentrale bei Nacht
Dr. Axel Stepken,
Vorstandsvorsitzender der TÜV SÜD AG, unterzeichnete im Rahmen der
Konferenz der International Labour Organisation (ILO) 2009 die „Seoul
Declaration on Safety and Health at Work“. Mit der Unterschrift
bekennen sich Staats-, Ministerpräsidenten und Unternehmensleiter zu
ihrer sozialen Verantwortung für sichere, gesunde und faire
Arbeitsbedingungen. Zur ILO-Konferenz in Düsseldorf haben sich rund 300
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 60 Ländern getroffen, um die
Einflüsse der globalen Finanzkrise auf den Sicherheits- und
Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu analysieren.
Dr. Stepken
und Gabriele Sommer, Geschäftsführerin der TÜV SÜD Life Service GmbH,
traten als Referenten auf der Konferenz auf und appellierten an
Unternehmen, in Zeiten der Wirtschaftskrise Investitionen in die
physische und auch psychische Gesundheit von Mitarbeitern sowie in
gefährdungsarme Arbeitsplätze nicht zu streichen. „Es ist jetzt
wichtiger als jemals zuvor, die Sicherheit und Gesundheit am
Arbeitsplatz zu stärken und eine umfassende Umsetzung von Sicherheits-
und Gesundheitsstandards sicherzustellen, um als Unternehmen
langfristig leistungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte Dr. Axel
Stepken bei der Eröffnung der Konferenz am Mittwoch. Mit der
Unterschrift der „Seoul Declaration“ bekennt sich TÜV SÜD zu
gefährdungsarmen und gesunden Arbeitsplätzen – gerade in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten.
Gesunde Mitarbeiter bilden die Basis für wirtschaftlichen Erfolg
Im
Jahr 2007 gab es in Deutschland laut der deutschen Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und -medizin insgesamt 437,7 Millionen
Arbeitsunfähigkeitstage. Jedem einzelnen Unternehmen kostete ein
Ausfalltag eines Mitarbeiters somit im Schnitt mehr als 400 Euro. Hinzu
kommt, dass sich kranke Arbeitnehmer in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten aus Sorge um ihren Arbeitsplatz bisweilen nicht krank schreiben
lassen. Schätzungen zufolge entstehen durch diesen sogenannten
Präsentismus sogar noch drei Mal höhere Kosten als durch krank
geschriebene Mitarbeiter. Die Zahlen verdeutlichen die Relevanz des
Themas.
TÜV SÜD-Vorstandsvorsitzender Stepken warnte vor einem
„Kahlschlag“ beim Gesundheits- und Arbeitsschutz, das werde sich in
nicht allzu ferner Zukunft rächen: „Schlimmstenfalls haben Unternehmen
dann für den kommenden Aufschwung nicht genügend leistungsfähige
Arbeitnehmer zur Verfügung, viele der verbliebenen Mitarbeiter sind
eventuell schlecht bis gar nicht motiviert und spezialisierte
Fachkräfte nur noch für die Top-Firmen zu bekommen“, erläuterte
Stepken. Hinzu kämen deutlich höhere Belastungen der Kranken- und
Rentenkassen durch kranke oder frühverrentete Arbeitnehmer. Stepken
fügte hinzu: „Ich bin deswegen der festen Überzeugung, dass
Investitionen in die physische und auch psychische Gesundheit von
Mitarbeitern sowie in gefährdungsarme Arbeitsplätze einen
entscheidenden Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens
liefern.“
Internationale Verantwortung
Faire
Arbeitsplätze seien auch international ein immer wichtigeres Thema:
Viele Unternehmen aus der westlichen Welt haben ihre Produktionsstätten
in Länder mit niedrigen Lohnkosten und arbeitgeberfreundlicherer
Gesetzgebung verlagert, um Kosten zu sparen. Immer häufiger allerdings
thematisieren Medien und Gesellschaft die damit verbundenen Probleme
wie Kinderarbeit oder giftige Inhaltstoffe in Produkten. Dr. Stepken
appellierte an die Verantwortung von Unternehmen, „nicht nur die
wirtschaftlichen Vorteile der Globalisierung zu nutzen, sondern auch
das vorhandene Wissen, um die Notwendigkeit von Arbeits- und
Gesundheitsschutz und um die Vorteile von menschlichen und
menschenwürdigen Arbeitsplätzen dorthin zu bringen.“ Zum Glück gebe es
schon viele gut funktionierende Beispiele dafür, fügte der TÜV
SÜD-Vorstandsvorsitzende hinzu.
Psyche leidet immer häufiger
Was
die krankheitsbedingten Ausfälle betrifft, so nehmen gerade die
psychischen Erkrankungen immer mehr zu. „Viele Menschen sind an ihrem
Arbeitsplatz psychisch überlastet. So wird zum Beispiel in Deutschland
jede dritte Frühberentung mittlerweile mit einer psychischen Störung
begründet“, erklärte Gabriele Sommer in ihrem Vortrag zum Betrieblichen
Gesundheitsmanagement. Auch eine Befragung von TÜV
SÜD-Arbeitsmedizinern erbrachte Hinweise auf stark zunehmende
psychische Belastungen in den Firmen. So berichteten über 80 Prozent
der befragten Betriebsärzte, psychische Störungen würden in den
betreuten Betrieben immer häufiger.
Die vermehrten psychischen
Erkrankungen sind – zumindest teilweise – darauf zurückzuführen, dass
durch den Wandel hin zur Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft
die körperlichen Belastungen an den Arbeitsplätzen eher ab und die
psychischen Belastungen dagegen stark zunehmen. Gründe dafür sind
Informationsüberflutung, Arbeitsverdichtung und Zeitdruck, hohe
Ansprüche an Mobilität und Flexibilität, ständige Erreichbarkeit über
Handy, Blackberry und Co. - und schließlich auch die permanente Angst
vor dem Verlust des Arbeitsplatzes.
TÜV SÜD unterstützt Unternehmen
TÜV
SÜD Life Service betreut die Mitarbeiter von knapp 10.000 Unternehmen
in Deutschland bei Arbeits- und Gesundheitsschutz und Betrieblichem
Gesundheitsmanagement. Individuelle Lösungen zum Umgang mit Stress, zur
Förderung der Arbeitsmotivation, bei Suchtgefährdung sowie Über- oder
Unterforderung gehören dazu. Das Ziel ist stets, Bedingungen am
Arbeitsplatz zu schaffen, die die Sicherheit und Gesundheit der
Mitarbeiter schützen. Weitere Informationen für Medien zum Thema
Betriebliches Gesundheitsmanagement gibt es im Internet unter: www.tuev-sued.de/mt
Darüber
hinaus überwachen TÜV SÜD-Experten Produktionsstätten weltweit
bezüglich fairer Arbeitsbedingungen und zertifizieren Unternehmen nach
internationalen Sozial-Standards (v.a. BSCI, SA 8000). TÜV SÜD
engagiert sich für faire und gesunde Arbeitsplätze im eigenen
Unternehmen: Vom unternehmenseigenen Sportstudio über zahlreiche
Schulungen, flexible Arbeitszeitmodelle, Hilfe bei Kinderbetreuung und
Angehörigenpflege bis hin zu Sonderurlaub bei familiären Ereignissen.
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