München Stadt/ München Land | 08.09.2010

Altersvorsorgemärkte – Riesen unter sich! Die Größe der Kreise kennzeichnet das prognostizierte Gesamtvolumen im Jahr 2020
Allianz Demographic Pulse Untersuchung: Höchste
Wachstumsraten für Schwellenländer in Asien und Mittel- und Osteuropa
prognostiziert. USA bleibt größter Altersvorsorgemarkt der Welt - trotz
starker Einbußen durch Finanzkrise. Globale Alterung verstärkt
Notwendigkeit der kapitalgedeckten Altersvorsorge.
Trotz
der negativen Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise wird der globale
Altersvorsorgemarkt bis zum Jahre 2020 um 66 Prozent wachsen, laut einer
neuen Allianz Demographic Pulse Untersuchung. Das gesamte
Altersvorsorgevermögen wird demnach von derzeit 22 Billionen Euro auf 36
Billionen Euro ansteigen. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate
von 4,7 Prozent. "Das verstärkte Sparen für die Rente in vielen Ländern
Europas, im Asien-Pazifik-Raum und in den USA wird die Entwicklung des
Geldvermögens ganz entscheidend vorantreiben", prognostiziert Renate
Finke, Senior Pension Analyst bei der Allianz.
Unterschiedliche Altersvorsorgemärkte
2009
waren die USA der weltweit führende Altersvorsorgemarkt. Allein dort
lag mehr als die Hälfte des globalen Altersvorsorgevermögens, also über
11 Billionen Euro. Es folgt Großbritannien mit einem Anteil von 11,5
Prozent am Gesamtmarkt. Das gesamte Altersvorsorgevermögen Westeuropas
(ohne Großbritannien, Nord- und Südeuropa) lag bei knapp 20 Prozent,
Australien und Japan beanspruchten beide etwa 3 Prozent des
Gesamtmarkts. Die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens und Mittel- und
Osteuropas hielten nur einen kleinen Anteil (1,8 Prozent bzw. 0,4
Prozent). Allerdings sind diese Länder auch noch im frühen Aufbaustadium
einer eigenen kapitalgedeckten Altersvorsorge.
Schwellenländer auf der Überholspur
"Die
Schwellenländer Asiens werden sich am dynamischsten entwickeln", sagt
Finke. "Wir erwarten, dass diese Märkte bis 2020 jährlich um 16,8
Prozent wachsen und dadurch ein Gesamtvolumen von 2,2 Billionen Euro
erreichen werden. Das entspricht in etwa der Größe des derzeitigen
Marktes in Großbritannien. "Eine ähnliche Entwicklung erwarten die
Experten für die mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften. Dort
haben die meisten Länder in den vergangenen 10 Jahren eine in der Regel
verpflichtende kapitalgedeckte Altersvorsorge eingeführt, die das
Wachstum besonders antreibt. Nach den Projektionen der Allianz könnten
die Altersvorsorgemärkte Mittel- und Osteuropas bis 2020 jährlich um
15,5 Prozent wachsen.
Aufgrund ihres bereits erreichten Volumens
werden die größeren und etablierten Altersvorsorgemärkte wie die USA
oder Westeuropa solche hohen Wachstumsraten nicht mehr erreichen. Für
den US-amerikanischen Altersvorsorgemarkt beispielsweise wird bis zum
Ende des Jahrzehnts eine durchschnittliche Wachstumsrate von 3,6 Prozent
erwartet. Trotz dieses geringen Wachstums entspricht die Nettozunahme
in den USA in dieser Periode dem derzeitigen Gesamtvolumen Westeuropas
(ohne Großbritannien, Nord- und Südeuropa). Die USA werden damit
voraussichtlich weiterhin den weltweiten Altersvorsorgemarkt dominieren.
Finanzkrise hat Altersvorsorgemarkt empfindlich getroffen
Die
Finanz- und Wirtschaftskrise hatte laut Allianz Demographic Pulse einen
beträchtlichen Einfluss auf das Volumen des weltweiten
Altersvorsorgevermögens. Ende 2008 lag das Gesamtvolumen bei nur noch 20
Billlionen Euro und war damit im Jahresvergleich um 15 Prozent von 23,2
Billionen Euro gefallen. Mit einem drastischen Verlust von 22 Prozent
wurden die USA als weltgrößter Altersvorsorgemarkt sogar noch härter
getroffen. Die unterschiedlichen Auswirkungen der Finanzkrise auf das
Altersvorsorgevermögen stehen in der Regel in engem Zusammenhang mit der
jeweiligen Aktienquote in den verschiedenen Ländern. Die kräftige
Erholung der Aktienmärkte im Jahr 2009 half zwar auch dem
Altersvorsorgevermögen sich zu regenerieren, das Level von 2007 konnte
jedoch bisher nicht wieder erreicht werden.
Um die Verluste, die
durch die Finanzkrise entstanden sind, nachhaltig auszugleichen, bleibt
den privaten Haushalten nichts anderes übrig, als kräftiger für die
eigene Rente zu sparen. Das betrifft nicht nur die Länder mit einer
ausgereiften kapitalgedeckten Altersvorsorge, wie zum Beispiel die USA,
Großbritannien, die Niederlande oder die Schweiz. Verstärkt sparen
müssen auch Erwerbstätige in Ländern, in denen Reformen des
Umlageverfahrens künftig zu einem geringeren Rentenniveau aus der
staatlichen Säule führen. Denn um den erreichten Lebensstandard zu
wahren, muss das niedrigere Rentenniveau durch einen entsprechenden
Kapitalaufbau kompensiert werden. In den osteuropäischen Staaten und den
Schwellenländern Asiens ist auch mit stärkerem Altersvorsorgesparen zu
rechnen, da dort ebenfalls die gesetzlichen Renten gering oder nur für
einen Teil der Bevölkerung zugänglich sind.
Zukunftsfähige Systeme durch starke kapitalgedeckte Altersvorsorge
Trotz
der großen Unterschiede in der Ausgestaltung der weltweiten
Rentensysteme sind die globalen Herausforderungen sehr ähnlich: Die
alternden Gesellschaften und die steigende Staatsverschuldung führen
dazu, dass die kapitalgedeckte Altersvorsorge zukünftig eine stärkere
Rolle spielen wird. Mittlerweile herrscht auch weitgehend Einigkeit
darüber, dass eine nachhaltige gesetzliche mit einer starken
kapitalgedeckten Altersvorsorge kombiniert werden sollte, um ein
ausgewogenes Rentensystem zu erreichen, in dem die Risiken bestmöglich
gestreut werden.
Diese grundlegenden, langfristigen Trends werden
aller Voraussicht nach in den kommenden Jahrzehnten einen erheblichen
Einfluss auf die Zusammensetzung der Alterseinkommen haben. Finke:
"Künftig wird ein Rentner sein Alterseinkommen aus unterschiedlichen
Quellen zusammensetzen müssen." Dabei steht der künftige Rentner vor der
Herausforderung, den gesamten Mix der Vorsorgequellen zu planen und zu
gestalten. "Die Finanzdienstleister, die diese Kundenanforderungen
schnell identifizieren und neben dem reinen Kapitalmanagement auch
ganzheitliche Beratungskonzepte und Betreuung anbieten, werden ganz
bestimmt am meisten vom künftigen Wachstum des globalen
Altersvorsorgevermögens profitieren."
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