Entgeltrahmenabkommen (ERA):

Größtes tarifpolitisches Reformprojekt in der bayerischen M+E-Industrie erfolgreich umgesetzt

München Stadt/ München Land | 18.11.2009

Im Herbst 2005 einigten sich der VBM – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. und die IG Metall Bayern auf die Einführung eines neuen Vergütungssystems bis zum 1. Oktober 2009, das die Zweiteilung von Arbeitern und Angestellten aufhebt. Nach Abschluss der Einführungsphase des Entgeltrahmenabkommens (ERA) im Freistaat zog VBM-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt jetzt Bilanz.

Brossardt wörtlich: „Mit ERA haben wir das größte tarifpolitische Reformprojekt der Metall- und Elektroindustrie in Bayern seit Einführung der Lohn- und Gehaltsgruppensystematik im letzten Jahrhundert erfolgreich umgesetzt. Nach jahrzehntelanger strikter Trennung von Arbeitern und Angestellten durch Lohn und Gehalt haben wir mit ERA nun ein einheitliches Entgeltsystem.“

Rund 450.000 Arbeitnehmer der bayerischen Metall- und Elektroindustrie werden inzwischen auf Basis der gleichen Kriterien nach ERA bezahlt. Insgesamt sei die ERA-Einführung in Bayern reibungslos verlaufen, auch wenn in den Betrieben über Eingruppierungen hart verhandelt wurde, erklärte Brossardt. Im Ergebnis genießt das System eine hohe Akzeptanz. Das liege vor allem daran, dass ein für alle Beteiligten faires neues Entgeltsystem entstanden sei. „Die neuen Vergütungsregelungen spiegeln Organisationsstrukturen, Produktionsprozesse und Aufgabenstellungen unserer modernen, globalisierten Arbeitswelt wider. Ein Grundentgelt, dass sich nach den Anforderungen der Arbeitsaufgabe bemisst, sowie eine Neugestaltung der leistungsbezogenen Vergütung machen ERA zu einem flexiblen und zukunftsweisenden System, das unseren Wirtschaftsstandort stärkt“, betonte Brossardt. Von ERA profitierten Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen.

Die Beschäftigten in den tarifgebundenen Betrieben in Bayern wurden im Zuge der ERA-Einführung einer von zwölf ERA-Entgeltgruppen zugeordnet. Ausschlaggebend dafür waren die Anforderungen ihrer jeweiligen Tätigkeiten. „Eine tariflich geregelte Besitzstandswahrung garantiert, dass kein Arbeitnehmer im neuen Entgeltsystem weniger verdient als zuvor“, erläuterte der VBM-Hauptgeschäftsführer. Außerdem sei es durch eine gezielte Vorbereitung auf die ERA-Einführung gelungen, die Systemumstellung für die Betriebe der bayerischen M+E-Industrie komplett kostenneutral zu gestalten. Der VBM hat seine Mitglieder unter anderem mit Informationsbroschüren, Schulungen, einer Hotline und individueller Beratung umfassend bei der betrieblichen Umsetzung des neuen Tarifvertrages unterstützt.
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