München Stadt/ München Land | 11.08.2009
Wer aktuell auf der Suche nach großflächigen Logistikimmobilien an
gefragten Standorten ist, sollte sich beeilen. Die großen Flächen
jenseits 10.000 oder 20.000 qm sind an den Top-Standorten wie Hamburg,
München und im Ruhrgebiet. Das berichtet der Logistikimmobilien-Spezialist reallogis. Hintergrund ist die Situation der
Finanzmärkte und die daran gekoppelten Investmentmärkte, die es den
großen Immobilienentwicklern derzeit nicht ermöglicht, spekulativ
Logistikimmobilien zu errichten.
Dadurch dass derzeit weniger Immobilien auf Vorrat
gebaut werden, bleiben die Mietpreise für die in den Jahren zuvor
errichteten Objekte auf stabilem Niveau. Sie werden bei bestehenden
modernen, multi-user-fähigen Logistikimmobilien an guten Standorten
sogar noch weiter ansteigen. Maßgeschneiderte Lösungen werden nicht
mehr zu subventionierten Mieten, wie noch vor eineinhalb Jahren,
angeboten. Stattdessen orientieren sie sich schon heute wieder am
Marktniveau für topmoderne Bestandsimmobilien.
Zeit der niedrigen Mieten für maßgeschneiderte Logistikimmobilien vorbei
In der vom günstigen Fremdkapital bestimmten Investmenthochphase wurden
Logistikimmobilien zu sehr günstigen Konditionen entwickelt und konnten
dementsprechend preiswert dem Markt in der Vermietung zur Verfügung
gestellt werden. Die niedrigen Mietpreise wurden über einen hohen
Verkaufspreis oder eine hohe Bewertung bei der Überführung in Fonds
abgefangen. Teilweise wurden Logistikimmobilien an Top-Standorten mit
einem 15- bis 16-fachen Faktor oder in einzelnen Fällen bei
überdurchschnittlicher Laufzeit darüber abverkauft oder intern
bewertet. Sogar in B- und teilweise C-Lagen wurden durch potenzielle
Investoren noch bis zur 13- bis 14-fachen Jahresnettomiete bezahlt.
Dieser Markt wandelt sich nun gänzlich. Viele Fonds sind mit
Wertberichtigungen beschäftigt und versuchen, ihre Verluste durch
erhöhte Mieten zu verringern. Opportunistisch angehauchte Investoren –
die in der Vergangenheit Leerstände, Refurbishments oder Objekte, die
mit Null bewertet wurden, eingekauft haben – agieren derzeit nicht am
Markt. Spekulativ und auf Vorrat errichtete Immobilien oder
Immobilienparks sind rückläufig. Konservativ strukturierte Investoren
wie z.B. offene Fonds, die nur Core Produkte kaufen, investieren
ausschließlich in hochwertige Immobilien an gefragten Standorten.
Nutzer von Logistikimmobilien, wie Hersteller, Handelsunternehmen und
allen voran Logistikdienstleistungsunternehmen sowie Spediteure, müssen
umdenken. Die Zeiten, in denen für einen zweijährigen Mietvertrag auf
die Schnelle eine neue Logistikimmobilie errichtet wurde, sind vorbei.
Auch denken viele Unternehmen immer noch, dass sie einen Neubau für
teilweise unter 3,50 Euro von einem großen oder regionalen Developer
angeboten bekommen. Aber moderne, multi-user-fähige
Neubau-Logistikanlagen mit einem modernen Standard (10-12 m Höhe, pro
800 qm eine Rampe, nachhaltiger Standort) in einem Gebiet mit großer
Bevölkerungsdichte sind mindestens preislich stabil geblieben und
werden es auch bleiben, wenn nicht sogar preislich um 5 bis 7 Prozent
nach oben steigen. Diese neue Realität – die Verknappung des Angebots
mit maßgeschneiderten Lösungen zu erhöhten Mietpreisen – muss zunächst
von den einzelnen Nutzergruppen akzeptiert und verstanden werden. Das
ist ein Prozess, der einige Monate in Anspruch nehmen wird und
erschließt sich zunächst nicht jedem, da man eigentlich von fallenden
Mieten in einer Rezession ausgeht.
Bonität der Mieter im Vordergrund
Die EZB senkt zwar die Leitzinsen, die Banken geben die attraktive
Zinsreduktion aber nicht an die Unternehmen sowie Entwickler und
Investoren weiter. Stattdessen fordern sie höhere Sicherheiten bis zu
30 bis 50 Prozent Eigenkapital, die mittelständische Unternehmen oft
nicht haben, und gleichzeitig hohe Kreditzinsen. Durch diese Situation
kommen Unternehmen weder in den Genuss des günstigen Leitzinses, noch
sind sie nicht in der Lage, in neue Maschinen oder in optimierte
Logistikprozesse wie die Zentralisierung von verschiedenen
Lagerstandorten zu investieren. Für Entwickler, Investoren und Banken
steht heute die Bonität des Mieters an oberster Stelle, nachdem sich
heute niemand mehr Leerstand leisten kann.
Nachfrage nach kurzfristigen Lagerflächen bei bestehenden Immobilien
Unternehmen, die keine Kurzarbeit einführen können, produzieren seit
Monaten und in naher Zukunft überproportional zum Absatz Ware. Durch
den verhaltenden Konsummarkt müssen die Güter zwischengelagert werden
und dafür werden kurzfristig Lagerflächen benötigt. Betroffen sind vor
allem Handelsunternehmen wie Baumärkte oder Lebensmittelunternehmen,
bei denen der Konsum und in der Folge der Absatz zurückgeht. Von diesen
Unternehmen; die eine gewisse Zwischensituation überbrücken müssen bis
sich die Märkte wieder akklimatisiert haben; werden derzeit häufig
Mietverträge von maximal zwei Jahren in bestehenden Immobilien, bzw.
Logistikimmobilenparks nachgefragt.
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