Bayerischer Handwerkstag (BHT):

Handwerk mit zufriedenstellender Zwischenbilanz für 2009

München Stadt/ München Land | 28.07.2009

„Auch wenn das 2. Quartal 2009 durchwachsen war, erwarten wir, dass sich die Handwerkskonjunktur in diesem Jahr besser entwickelt als die Gesamtwirtschaft“, erklärte der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger, bei der Vorstellung der neuesten Konjunkturzahlen in München. Die niedrige Inflation lasse den Verbrauchern mehr im Portemonnaie und auch die niedrigen Sparzinsen erleichterten die Entscheidung zum Konsum, so Traublinger weiter.

Die Umsätze der bayerischen Handwerksbetriebe sanken im 1. Halbjahr um nominal drei Prozent auf rund 40,9 Milliarden Euro. Die Auftragsreserven reichten im 2. Quartal 2009 noch für 5,6 Wochen (minus 0,3 Wochen im Vorjahresvergleich).

73 Prozent der Handwerksunternehmer in Bayern bezeichneten ihre aktuelle Lage als gut oder zufriedenstellend. Das sind zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum immer noch drei Prozentpunkte weniger, doch im Vergleich zum 1. Quartal 2009 kletterte der Index um zehn Prozentpunkte. Verantwortlich dafür ist das Baugewerbe. Dort waren drei von vier Befragten mit der aktuellen Lage zufrieden oder fanden sie „gut“.

Trotz explodierender Zulassungszahlen ist die Stimmung unter den Kfz-Betrieben eher verhalten positiv. Gründe dürften Rückgänge im Reparaturgeschäft und beim Gebrauchtwagenhandel sein. Trotzdem erwarten auch in den nächsten Monaten 71 Prozent aller Betriebe, dass die Geschäfte weiter gut bzw. zufriedenstellend laufen (minus sechs Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr). Die Investitionsneigung (25 Prozent, minus drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) bewegte sich auf schwachem Niveau. In den ersten sechs Monaten flossen 1,15 Milliarden Euro (minus zehn Prozent) in Anlagen und Produktionsstätten.

Nach ersten Schätzungen waren Ende Juni 858.000 Personen in den bayerischen Handwerksbetrieben beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von einem Prozent. Die Zahl der Handwerksbetriebe lag zur Jahresmitte bei knapp 187.000 und damit im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent höher. „Für das Gesamtjahr 2009 rechnen wir in Bayern mit einem nominalen Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent auf etwa 90,2 Milliarden Euro. Damit würde das Handwerk aber immer noch deutlich besser abschneiden als die Gesamtwirtschaft. Die Zahl der Beschäftigten dürfte sich im Jahresmittel um rund ein Prozent auf 855.000 Personen verringern“, berichtete Traublinger.

Der BHT-Präsident forderte die Politik auf, die steuerliche Abgabenlast rasch zu senken. In einem ersten Schritt müssten die kalte Progression beseitigt und der so genannte Mittelstandsbauch im Tarifverlauf begradigt werden, um vor allem kleine und mittlere Einkommen zu entlasten. Traublinger regte weiter an, die Schwächen der Unternehmenssteuerreform zu beseitigen und die Ungereimtheiten der Erbschaftsteuerreform zu bereinigen.
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