München Stadt/ München Land | 12.09.2009
Clean Energy Partnership (CEP): H2-Busse in Berlin (Foto: BVG)
Führende
Industrieunternehmen
verständigen sich über Aufbauplan einer
flächendeckenden Infrastruktur zur Versorgung mit WasserstoffDeutlicher
Ausbau des Wasserstofftankstellennetzes bis Ende 2011 geplantWichtiger
Meilenstein auf dem Weg zu emissionsfreier MobilitätFührende
Automobilhersteller arbeiten mit Hochdruck an der Kommerzialisierung
von Elektrofahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb. Ab 2015 werden im
Rahmen der Kommerzialisierung mehrere hunderttausend Einheiten
antizipiert
Vertreter führender
Industrieunternehmen haben jetzt im Beisein des Bundesministers für Verkehr, Bau
und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, ein Memorandum of
Understanding (MoU) unterschrieben. Darin sollen Möglichkeiten für den
Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur zur Versorgung mit
Wasserstoff in Deutschland geprüft werden, um die Serienfertigung von
Elektrofahrzeugen mit Brennstoffzelle voranzutreiben. Mit diesem
Memorandum of Understanding ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg
zur Kommerzialisierung dieser lokal emissionsfreien Elektrofahrzeuge
vollzogen worden. Partner der Initiative "H2 Mobility" sind Linde,
Daimler, EnBW, OMV, Shell, Total, Vattenfall und die Nationale
Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH).
Die Initiative ist für die Beteiligung von weiteren interessierten
Unternehmen offen.
In den letzten Jahren sind in Deutschland bei der Entwicklung von
wasserstoffbasierten Technologien für den Transportsektor erhebliche
Fortschritte gemacht worden, wodurch Deutschland innerhalb von Europa
als potenzieller Leitmarkt für emissionsfreie Mobilität identifiziert
worden ist. Ermöglicht wurde dies durch das kontinuierliche Engagement
einer erheblichen Zahl von Industrieunternehmen sowie die Unterstützung
der deutschen Bundesregierung. Das gemeinsame Ziel ist es, die
Kommerzialisierung von Elektrofahrzeugen mit Brennstoffzelle
vorzubereiten und Wasserstoff- sowie Brennstoffzellentechnologien zum
integralen Bestandteil des Antriebmixes der Zukunft zu machen. Laufende
Demonstrationsprojekte, wie die Clean Energy Partnership (CEP), an
denen die Mineralölwirtschaft, Energieversorger sowie die Gase- und
Automobilindustrie beteiligt sind, belegen, dass die Herstellung und
Lagerung sowie der Transport und Einsatz von Druckwasserstoff ebenso
wie der Aufbau der hierfür erforderlichen Infrastruktur technisch
möglich sind. Darüber hinaus haben führende Automobilhersteller vor
kurzem eine gemeinsame Absichtserklärung zur Entwicklung und
Markteinführung von Elektrofahrzeugen mit Brennstoffzelle bekannt
gegeben. Sie gehen dabei ab 2015 von mehreren hunderttausend Fahrzeugen
weltweit über den gesamten Lebenszyklus aus. Das jetzt beschlossene
Memorandum of Understanding geht auf eine Initiative von Daimler und
Linde zurück, die sich den Aufbau eines flächendeckenden
Wasserstofftankstellennetzes zum Ziel gesetzt hat, um so eine
wesentliche Voraussetzung für die Kommerzialisierung von
Elektrofahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb zu schaffen.
Das Memorandum of Understanding sieht zwei Phasen vor. In Phase I
sollen verschiedene Optionen für den bundesweiten Aufbau eines
Wasserstofftankstellennetzes sowie die Entwicklung eines gemeinsamen,
wirtschaftlich tragfähigen Geschäftskonzeptes unter Berücksichtigung
möglicher Förderungen durch die öffentliche Hand untersucht werden. In
dieser Phase sollen Konzepte für den Aufbau von neuen, zusätzlichen
Wasserstofftankstellen bis zum Jahr 2011 entwickelt werden. Gefördert
werden diese Aktivitäten durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II der
Bundesregierung und anderen Programmen auf Landes- und Bundesebene,
damit Fragen zur Standardisierung und Kostensenkung ganzheitlich und
gemeinschaftlich angegangen werden können.
Sollte sich das Geschäftskonzept für alle Beteiligten positiv
entwickeln, werden die Partner in Phase II einen entsprechenden
Aktionsplan umsetzen. Ziel dieses Aktionsplans wird es sein, den
bundesweiten Ausbau eines Wasserstofftankstellennetzes fortzusetzen, um
die ab etwa 2015 vorgesehene Kommerzialisierung von Elektrofahrzeugen
mit Brennstoffzellenantrieb in Deutschland auch mit der entsprechenden
Infrastruktur zu flankieren.
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle, Vorsitzender des Vorstandes der Linde AG, kommentierte die Aktion so: "Mit diesem gemeinsamen Bekenntnis zur Mobilität auf der Basis von
Wasserstoff stellen wir die Weichen für eine emissionsarme und
umweltfreundliche Zukunft. Wir sehen uns als Vorreiter für die
Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie und werden alles dafür
tun, diesen Anspruch mit unseren Leistungen in den Bereichen
Produktion, Speicherung, Distribution und Betankungstechnologie
nachhaltig zu erfüllen."
Die Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur in Deutschland
Für
die erfolgreiche Einführung von Wasserstoff-Fahrzeugen ist der Aufbau
einer öffentlichen Wasserstoff-Infrastruktur entscheidend. Erste
Zentren in Ballungsräumen wie Berlin und Hamburg, haben sich bereits
etabliert. Von den zurzeit knapp 30 Wasserstoff-Tankstellen in
Deutschland sind sieben in einem öffentlichen Tankstellenbetrieb
integriert. Deutschland ist damit klarer Vorreiter in Europa. Bereits
fünf bis zehn Tankstellen sind für eine erste Abdeckung einer Großstadt
ausreichend. Verbindet man diese urbanen Zentren - wie etwa Berlin und
Hamburg - mit Korridoren auf den Hauptverkehrsadern sind die
wesentlichen Voraussetzungen für einen flächendeckenden Ausbau
geschaffen.
Die Brennstoffzellen-Flotte
Im
Rahmen der Clean Energy Partnership (CEP) sind in den Schlüsselregionen
Berlin und Hamburg 40 Wasserstofffahrzeuge im täglichen Einsatz. Das
Ziel der CEP ist es, die Alltagstauglichkeit des Energieträgers
Wasserstoff als Kraftstoff in Fahrzeugen zu demonstrieren und die
Infrastruktur zur Betankung der Fahrzeuge zu erproben. Daimler hat
bereits 1994 das erste Brennstoffzellenfahrzeug vorgestellt. Seitdem
hat das Unternehmen mehr als eine Milliarde Euro in die
Brennstoffzellen-Entwicklung investiert. Mit über 100 Testfahrzeugen
und über 4,5 Millionen gefahrenen Kilometern verfügt der Stuttgarter
Automobilhersteller über eine der größten
Brennstoffzellen-Fahrzeugflotten aus PKW und Bussen weltweit. Die
Kleinserienproduktion der B-Klasse F-CELL startet Ende 2009. Der erste
Prototyp der neuen Generation von Brennstoffzellenbussen wird ebenfalls
in diesem Jahr vorgestellt.