München Stadt/ München Land | 01.12.2009
„Der Arbeitsmarkt in Bayern zeigt sich weiter robust. Dass
die Arbeitslosigkeit im November leicht ansteigt, war zu erwarten und
ist saisonüblich. Die Größenordnung von 1.900 Arbeitslosen mehr ist
ausgesprochen moderat. Erfreulich ist, dass wir in Bayern mit 4,5
Prozent nach wie vor die niedrigste Arbeitslosenquote in ganz
Deutschland haben.“ So kommentierte Bertram Brossardt,
Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft
e. V., die heutigen Zahlen aus Nürnberg, die die Bundesagentur für
Arbeit vorgelegt hat.
Brossardt warnte allerdings vor Euphorie. „Da der Arbeitsmarkt der konjunkturellen Lage hinterherhinkt, müssen wir uns in den nächsten Monaten auf einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen gefasst machen.“
Dass der bayerische Arbeitsmarkt bislang nicht stärker vom konjunkturellen Abschwung getroffen wurde, sei dem beispiellosen Kraftakt der bayerischen Unternehmen geschuldet. „Die Firmen unternehmen nun schon über viele Monate hinweg alles, um ihre Arbeitsplätze zu halten. Die Kurzarbeit hilft ihnen dabei sehr. Die Entscheidung der Bundesregierung, auch für das Jahr 2010 eine verlängerte Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld zu ermöglichen, ist deshalb ein wichtiges Signal, um in dieser schwierigen Phase nicht massiv Stellen streichen zu müssen“, sagte Brossardt.
Neben der Verlängerung der Bezugsdauer müsse die Bundesregierung aber auch dafür sorgen, dass bei Kurzarbeit die Sozialversicherungsbeiträge wie bisher erstattet werden. Brossardt: „Kurzarbeit wird zwar vom Staat gefördert, ist aber für die Betriebe teuer. Denn zumindest während des Urlaubs und an Feiertagen werden Kurzarbeiter bezahlt als würden sie Vollzeit arbeiten. Die Arbeitgeber müssen für die ausgefallene Arbeitszeit zwischen 24 und 34 Prozent der Kosten tragen.“ Sollte sich die Auftragslage nicht in absehbarer Zeit deutlich verbessern, seien diese so genannten Remanenzkosten für die Unternehmen kaum mehr zu schultern. Brossardt: „Dann stößt auch das erfolgreiche Instrument der Kurzarbeit an seine Grenzen. Ohne Aufträge lässt sich auch Kurzarbeit nicht endlos finanzieren.“
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