München Stadt/ München Land | 21.02.2011

Mediation bringt für alle Beteiligten häufig mehr als ein Prozess Foto: D.A.S. Rechtsschutzversicherung
Mehr
als die Hälfte aller Gerichtsverfahren gehen mittlerweile auf das Konto von
arbeitsrechtlichen Streitigkeiten – Tendenz seit Jahren steigend. Dabei ist
ein Richterspruch hier in aller Regel besonders unbefriedigend: Gewinnt der
Arbeitgeber, setzt sich in den Augen des Betroffenen nur der ohnehin Stärkere
durch, gewinnt der Mitarbeiter gegen seinen Chef, ist wohl nur in seltenen
Fällen eine angenehme Zusammenarbeit weiter möglich.
Einen oftmals noch zu
wenig bekannten Ausweg kann allen Beteiligten hingegen die Mediation
eröffnen, erläutert die D.A.S. Rechtsschutzversicherung. Der Begriff
bezeichnet ein außergerichtliches Verfahren, an dessen Ende idealerweise eine
interessengerechte Lösung steht: Die einvernehmliche Beilegung des Konflikts,
von der beide Seiten nachhaltig profitieren.
Arbeitsverhältnisse
sind kompliziert: Rechtlich hoch reguliert, sachlich begründet – und nicht
selten emotional stark aufgeladen. Wo im Kollegenkreis viele verschiedene
Interessen aufeinanderprallen oder zwischen Chef und Mitarbeiter
Missverständnisse entstehen, kehrt oft eisiges Schweigen ein – bis sich die
angestauten Konflikte entladen und Abmahnungen, Kündigungen und schließlich
der Gang zum Kadi die Folge sind. "Dabei ist der Kern der Auseinandersetzung
in sehr vielen Fällen lediglich ein Kommunikationsproblem", erzählt Christine
Lewetz, Rechtsexpertin und Mediatorin der D.A.S. Rechtsschutzversicherung,
aus eigener Erfahrung. Bringt man die Beteiligten an einen Tisch, lässt sich
eine Eskalation nicht nur vermeiden: Mitunter gewinnt das Arbeitsverhältnis
dabei sogar.
Wo
Richter an ihre Grenzen stoßen...
Ein
langjähriger, verdienter Mitarbeiter wird plötzlich nicht mehr zu wichtigen
Meetings eingeladen, die Kommunikation mit dem Vorgesetzten gestaltet sich
zunehmend einsilbig. Der Mitarbeiter fühlt sich gemobbt – und erwägt am Ende
sogar rechtliche Schritte gegen seinen Arbeitgeber. Im Gespräch mit dem
Mediator offenbart sich wenig später: Der leistungsstarke Mitarbeiter hatte
zuletzt einige umfangreiche und terminkritische Projekte übernommen – und der
Chef wollte ihn deshalb nicht mit weiteren Terminen überlasten. Was
eigentlich gut gemeint war, entwickelte sich zu einem schwelenden Konflikt,
weil die Hintergründe im Unklaren blieben.
Die D.A.S. Mediatorin Christine
Lewetz weiß: "Je länger ein solches Problem dann unausgesprochen im Raum
steht, desto schwieriger ist es oft für die Beteiligten, wieder miteinander
ins Gespräch zu kommen. Eine gute Lösung findet dann aber auch ein Richter
nur schwerlich – hier bewährt sich in der Regel ein versierter Mediator."
Lernen Chef und Mitarbeiter einander mit seiner Hilfe besser verstehen, kann
das Verhältnis nach der Mediation unter Umständen sogar besser sein als
zuvor, denn die gemeinsam investierte Zeit und Energie unterstreicht nicht
zuletzt die beiderseitige Wertschätzung.
Lösung
ohne bitteren Nachgeschmack
Freilich eignet sich nicht jeder Konflikt
im Unternehmen für eine Mediation: Wer betriebsbedingt Kündigungen
aussprechen muss, hat hierzu in der Regel keine Alternative. Bei vielen
anderen Konflikten hingegen kann eine Mediation dabei helfen, hoch
qualifizierte, wertvolle Mitarbeiter zu halten – oder frustrierte Angestellte
wieder zu motivierten Leistungsträgern zu machen. Wichtig zu wissen: "Nicht
immer ist es ratsam, eine solche Einigung auf eigene Faust anzustreben",
warnt die D.A.S.
Mediatorin. "Wird
das Problem falsch angepackt, kann es im schlimmsten Fall sogar zur
Eskalation kommen." Ein Betriebsangehöriger etwa wird nur im seltensten Fall
von beiden Seiten als neutraler Vermittler akzeptiert werden.
Am besten ist
es daher, einen speziell ausgebildeten Mediator hinzuzuziehen – seine
Erfahrung stellt sicher, dass gezielt, fair und mit hohen Erfolgsaussichten
nach einer interessengerechten Lösung gesucht wird. Die
D.A.S. bietet bei innerbetrieblichen Streitigkeiten bereits seit mehreren
Jahren entsprechende Unterstützung an – mit Erfolg: "Die Erfahrung hat
gezeigt, dass sich mindestens zwei von drei Streitfällen auf diese Weise
gütlich und vor allem dauerhaft beigelegen lassen", fasst Christine Lewetz
die Erfahrungen zusammen.
Die
Basis dieses Erfolgs liegt in der Offenheit des Mediationsverfahrens: Im
Mediationsgespräch erhalten beide Streitparteien die Möglichkeit, die Lösung
ihres Konflikts selbst auf den Weg zu bringen – anstatt mit einer "fremden"
Richterentscheidung leben zu müssen. Denn der Mediator fällt keine
Entscheidung und gibt keine Lösung vor. Stattdessen finden die Beteiligten
selbst einen gerechten Ausgleich und entscheiden auch gemeinsam über die dazu
erforderlichen Mittel. Am Ende steht auf beiden Seiten das gute Gefühl,
Gerechtigkeit erfahren zu haben – eine für beide Seiten befriedigende Lösung,
die keinen bitteren Nachgeschmack zurücklässt.
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