München Stadt/ München Land | 10.12.2009

Mobbing-Ratgeber C.H.Beck
Schikane am Arbeitsplatz: Schätzungsweise eine Million
Berufstätige in Deutschland leiden unter Mobbing - mit beträchtlichen
Folgen. Viele Betroffene erkranken, einige sogar bis zur
Berufsunfähigkeit. Auch Führungskräfte sind betroffen.
"Reagieren Sie frühzeitig, wenn Sie später nicht als
Verlierer im Kampf um den Job dastehen wollen", warnt Dr. Margit Böhme,
Autorin des neuen Ratgebers "Mobbing" aus der Reihe Beck kompakt
(Verlag C.H.Beck). "Gerade bei knappen Stellen versuchen Kollegen und
Chefs gerne, ihre Interessen auf Kosten anderer in der Firma
durchzusetzen. Arbeitsrechtlerin Margit Böhme zeigt auf, wie sich
Betroffene gegen Anfeindungen im Job wehren können.
Doch was
ist Mobbing überhaupt? "Der Begriff kommt aus dem Englischen und
bedeutet: jemanden bedrängen oder anpöbeln", erklärt die Juristin.
"Ziel von Mobbing ist es, sein Opfer mit Psychoterror aus dem Betrieb
zu ekeln." Ein vorübergehend schlechtes Betriebsklima oder die
Stinke-Laune des Kollegen sind dabei aber nicht gemeint. Plötzlich
verstummende Gespräche im Büro, das unerklärliche Verschwinden von
Dokumenten aus dem PC oder Lästereien auf dem Gang hingegen sind
typische Mobbing-Verhaltensmuster. Aber: Mobbing hat viele Gesichter
und ist deshalb oft schwierig zu erkennen.
"Fühlen Sie sich
ungerecht behandelt, führen Sie unbedingt ein Mobbing-Tagebuch", rät
Margit Böhme. "Der Gemobbte sollte die Vorgänge exakt festhalten, am
besten mit genauer Zeit, Zeugen und Sachverhalt." Dies hilft, die
eigene Situation besser zu analysieren und leistet wertvolle Hilfe bei
einer möglichen späteren Durchsetzung von Ansprüchen wie Schmerzensgeld
oder einer Abfindung.
Aber soweit muss es nicht kommen.
"Informieren Sie rechtzeitig Ihren Vorgesetzten oder gehen Sie zum
Betriebsrat", empfiehlt die Expertin. Beratungsstellen leisten
ebenfalls Hilfe. Auch das Gespräch mit einem Kollegen kann hilfreich
sein. "Bitten Sie einen vertrauten Kollegen, den Mobber gemeinsam mit
anderen Mitarbeitern zur Rede zu stellen. Aus Angst, selbst ausgegrenzt
zu werden, wird der Mobber häufig sein Verhalten abstellen", sagt die
Autorin. Wichtig ist, die Negativ-Spirale zu durchbrechen.
Von
dem Versuch, die Situation auszuhalten, rät die Juristin Margit Böhme
dringend ab: "Der Mobber wird sein Vergnügen an den Schikanen nicht
verlieren - im Gegenteil: Es kommt mit der Zeit immer schlimmer..."
Dr. Margit Böhme, Mobbing, Verlag C.H.Beck, Reihe Beck kompakt, Euro
6,80, ISBN 978-3-406-59291-1 zurück drucken versenden verlinkenArtikel verlinken
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