München Stadt/ München Land | 07.11.2010

TÜV SÜD Zentrale bei Nacht
Wenn am 17.
November 2010 die internationale Fachmesse Medica in Düsseldorf ihre Pforten
öffnet, dann ist die Richtlinie 2007/47/EG bereits seit 241 Tagen in Kraft. TÜV
SÜD zeigt auf der Medica, welche konkreten Neuerungen die Hersteller von
Medizinprodukten aufgrund der Richtlinie beachten müssen. Weitere Themen: Risikomanagement zur biologischen
Verträglichkeit von Medizinprodukten, „Arzneimittel für neuartige Therapien“ im
Praxiseinsatz und Tissue Engineering.
Wenn
sich die Fachwelt der Medizinprodukte und -geräte vom 17. bis 20. November 2010
auf der Medica in Düsseldorf trifft, dann hat sie bereits acht Monate mit der
Richtlinie 2007/47/EG hinter sich. Die Richtlinie hat erhebliche Auswirkungen
auf die bisherigen Vorgaben der Richtlinie 90/385/EWG (Richtlinie über aktive
implantierbare medizinische Geräte) und 93/42/EWG (Richtlinie über
Medizinprodukte) und schafft gewissermaßen einen neuen Rechtsrahmen für den
Marktzugang entsprechender Produkte in der Europäischen Union
.Schnittstellen mit der
europäischen Maschinenrichtlinie
„Auf
dem Weg zur CE-Kennzeichnung sind viele Details zu beachten. So gelten
beispielsweise neue Klassifizierungsregeln und die Anforderungen an die
technische Dokumentation sind nun umfassender“, sagt Hans-Heiner Junker von der
TÜV SÜD Product Service GmbH. Bei einem Teil der Medizinprodukte gebe es auch
Schnittstellen zur europäischen Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) und zur
europäischen Richtlinie über persönliche Schutzausrüstungen (89/686/EWG).
Die
Medizinprodukte-Experten von TÜV SÜD beherrschen die neuen Vorgaben aus
dem Effeff und unterstützen Hersteller dabei, zügig die Marktzulassung für die
Europäische Union zu erlangen oder zu aktualisieren.
Auf
dem Weg zur Marktzulassung muss auch die biologische Verträglichkeit der
Produkte nach EN ISO 10993ff sichergestellt sein. Zytotoxizität, Genotoxizität
und Kanzerogenität sind hier einschlägige Stichworte. Ziel
der biologischen Beurteilung ist es, die Verträglichkeit der eingesetzten
Materialien mit dem Körper zu bewerten. Auf dem Prüfstand stehen dabei nicht
nur das fertige Produkt, sondern auch alle Ausgangsstoffe, die einzeln oder als
Gemisch zur Fertigung von Medizinprodukten eingesetzt werden, sowie
Produktionsbedingungen, Hilfsstoffe, Prozesszusatzstoffe, Rückstände, die bei
der Herstellung anfallen, oder Reaktionsprodukte.
Die Normenreihe EN ISO 10993
ist nicht nur für die Zulassung implantierbarer Medizinprodukte wie Stents oder
Herzklappen verbindlich, sondern für alle Medizinprodukte wie beispielsweise
Katheter, Bandagen oder Manschetten von Blutdruckmessgeräten. Die aktuelle
Novelle von Teil 1 der genannten Normenreihe verlangt erstmals, die biologische
Beurteilung und Prüfung mit einem Risikomanagement nach EN ISO 14791 zu
verknüpfen. Was heißt das für die Praxis und wie lässt sich ein
Risikomanagement effektiv und effizient integrieren? Antworten auf diese Frage
haben die Fachleute von TÜV SÜD Product Service.
Klare Regeln zu kombinierten Arzneimitteln
für neuartige Therapien
Weiterer
Themenschwerpunkt von TÜV SÜD bei der Medica: Wie sind „Arzneimittel für
neuartige Therapien“ (Advanced Therapeutic Medicinal Products = ATMP) in der
tagtäglichen Praxis zu handhaben? Wie funktioniert der Marktzugang in der
Europäischen Union genau? Ob Gentherapeutika, somatische Zelltherapeutika oder
biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte (Tissue Engineering): Die
Herstellung von ATMP und so genannten „kombinierten Arzneimitteln für neuartige
Therapien“, die als festen Bestandteil Medizinprodukte enthalten, sind seit
Januar 2009 durch die Verordnung 1394/2007/EG klar geregelt. Der Umgang mit
ATMP in der tagtäglichen Praxis wird dagegen noch intensiv diskutiert – und TÜV
SÜD ist auch bei diesem Thema auf dem aktuellsten Stand.
Internationale Marktzulassung von
Medizinprodukten
Etwa
die Hälfte der Medica-Besucher kommt inzwischen aus dem Ausland, der Trend zur
Internationalisierung des Marktes von Medizinprodukten und -geräten hält weiter
an. Die Fachleute von TÜV SÜD Product Service begleiten die Unternehmen auf die
Märkte weltweit und beherrschen das komplette Spektrum der Zulassung – ob für
Australien, Brasilien, China oder Saudi-Arabien. Über den aktuellen
Rechtsrahmen für Medizinprodukte in Saudi-Arabien, vorgegeben von SFDA (Saudi
Food and Drug Authority), referiert bei der Medica der TÜV SÜD-Experte Norbert
Stuiber. Und zwar am Donnerstag, 18. November 2010, ab 15 Uhr in der Lounge des
TÜV SÜD-Standes.
Weiter
im Fokus am TÜV SÜD-Stand: Neueste Entwicklungen beim Tissue Engineering, die
Dienstleistungen von TÜV SÜD Management Service in Sachen Qualitätsmanagement
und das Fachseminar-Programm der TÜV SÜD Akademie.
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