München Stadt/ München Land | 24.10.2009
Für eine nachhaltige Etablierung der neuen europaweiten
SEPA-Lastschrift spricht sich der Deutsche Sparkassen- und Giroverband
(DSGV) aus. Dies geschieht mit Blick auf den anstehenden Fristablauf am
1. November, zu dem alle Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums
(EWR) die notwendigen einheitlichen Rechtsvorgaben für die
SEPA-Lastschrift umgesetzt haben müssen.
"Wir brauchen ein solides
Fundament für die neue SEPA-Lastschrift, damit Vertrauen entsteht und
der Marktstart erfolgreich wird," sagte Bernd M. Fieseler,
Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes
(DSGV), heute in Brüssel. Dabei gäbe es auf EU-Ebene sowie auf
nationaler Ebene noch vier wichtige Handlungsfelder.
"Im
Mittelpunkt aller unserer Überlegungen stehen die Kunden. Denn wir sind
überzeugt, dass nur mit dem Kunden und für den Kunden ein gesicherter
Übergang auf den europäischen Zahlungsverkehr gelingen kann," so
Fieseler.
An erster Stelle steht die Rechtssicherheit in allen
EWR-Staaten. Zum Fristablauf Anfang November fehlen in mindestens sechs
Ländern noch die einheitlichen gesetzlichen Regelungen. Auch die
Erreichbarkeit von Unternehmen in anderen europäischen Ländern
außerhalb Deutschlands ist für deutsche Unternehmen wichtig, wenn sie
die Nutzung der SEPA-Lastschrift angehen wollen. An zweiter Stelle
steht die technische und wirtschaftliche Planungssicherheit für die
Investitionen der Unternehmen in das neue Verfahren. Fortgeschrittene
Diskussionen über die Weiterentwicklung der Regelwerke und Verfahren
tragen aus Sicht des DSGV eher zur Verunsicherung des Kunden bei und
blockierten Investitionsentscheidungen in Unternehmen. Fieseler:
"Welches Unternehmen investiert in eine neue Software, wenn die nächste
Version bereits angekündigt wird? An dieser Stelle ist Stabilität und
Kontinuität gefragt."
Drittens setze sich der DSGV dafür ein,
durch eine nationale Regelung den Unternehmen in Deutschland den
Übergang auf die neue SEPA-Lastschrift so einfach wie möglich zu
machen. Bei den rund 8 Mrd. Lastschriften wären bei einer Umstellung
etwa 700 Mio. neuer Einwilligungen von Kunden einzuholen. Neben dem
geschätzten Umstellungsaufwand von 1,5 bis 2 Mrd. Euro für die
Unternehmen kämen allein rund 600 Mio. Euro an Portokosten hinzu.
Fieseler dazu: "Eine vereinfachte gesetzliche Regelung würde die
Unternehmen hier entscheidend entlasten. Dafür setzen wir uns ein."
Viertens
gibt der DSGV einer auf dem Kundenvertrauen aufbauenden Einführung der
SEPA-Lastschrift den Vorzug. Um die Attraktivität der neuen
SEPA-Verfahren zu erhöhen, kündigt der Verband Zusatzleistungen für
Kunden an. Mit diesem Weg wendet sich der DSGV gegen einen in Brüssel
diskutierten Zwang zur Nutzung der SEPA-Verfahren.
"Die
SEPA-Lastschrift wird eine neue Brücke im europäischen Zahlungsverkehr.
Sobald alle Pfeiler stehen und belastbar sind, begleiten wir unsere
Kunden gerne über diese Brücke," so Fieseler. Die technischen
Voraussetzungen zur Verarbeitung von eingehenden SEPA-Lastschriften und
für ein aktives Angebot derselben sind zum Fristablauf am 1. November
2009 in der Sparkassen-Finanzgruppe erfüllt.
Die
Sparkassen-Finanzgruppe ist mit 6,7 Mrd. Transaktionen einer der
größten Zahlungsverkehrsanbieter in Europa. Seit Anfang der 90er Jahre
betreibt die Sparkassen-Finanzgruppe mit EUFISERV ein paneuropäisches
Geldautomatennetz in 9 Ländern Europas. Sie ist Mitbegründerin der Euro
Alliance of Payment Schemes (EAPS) zur Vernetzung europäischer
Debitkartensysteme.
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