München Stadt/ München Land | 02.01.2010

Malerarbeiten (Foto: Landesinnungsverband Bayern)
Die wirtschaftliche Lage im bayerischen Maler und Lackiererhandwerk hat sich zum Ende des Jahres entspannt. „Für zwei Drittel der
Betriebe in Bayern war die Geschäftslage der vergangenen sechs Monaten
überraschenderweise eher positiv“, sagte Wolfgang Siegel,
Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes des Bayerischen Maler- und
Lackiererhandwerks. Das hat eine interne Befragung des
Landesinnungsverbands des Bayerischen Maler- und Lackiererhandwerks
ergeben, die unter den Mitgliedsbetrieben durchgeführt wurde.
Besonders erfreulich: Die Maler und Lackierer blicken voller Hoffnungen
nach vorn auf das neue Jahr: „Die Stimmung hat sich zur zweiten
Jahreshälfte kräftig aufgehellt“, betont Siegel. Bei Auftragslage und
Umsätzen rechnen die Handwerksmeister künftig mit deutlichen Zuwächsen,
allerdings bei eher niedrigem Preisniveau. Zum Konjunkturmotor der
Branche könnte sich die überarbeitete Energieeinsparverordnung (EnEV
2009) entwickeln. Sie stellt Bauherren und Gebäudebesitzer bei der
energetischen Sanierung vor höhere Anforderungen. Daher rechnet das
Maler- und Lackiererhandwerk, das zu den Marktführern bei der
Verarbeitung und fachgerechten Anbringung von Wärmedämm-Verbundsystemen
zählt, mit einer stärkeren Nachfrage in 2010.
Mit ca. 20 Prozent der Befragten haben bayerische Maler- und
Lackiererbetriebe im letzten halben Jahr merklich von den
Konjunkturpaketen der Bundesregierung profitiert. Den Weg der
Kurzarbeit mussten nur wenige einschlagen. Weniger als 5 Prozent der
befragten Betriebe haben diese Hilfestellung in Anspruch nehmen müssen.
Das zeigt vor allem eines: Auch wenn sich ein Großteil der Betriebe mit
Geschäftslage, Umsatzentwicklung und Auftragsbestand zufrieden zeigt,
gibt es regional einige Betriebe, die sehr stark unter Auftragsmangel
in Folge der Wirtschaftskrise leiden und daher mit gedämpften
Erwartungen ins neue Jahr gehen.
Laut Umfrage macht den Malern und Lackierern insbesondere der hohe
Preisdruck am meisten zu schaffen. Dieser wird zum erheblichen Teil
durch unfairen Wettbewerb durch Billigkonkurrenz ausgelöst. „Vor allem
Internet-Portale und illegal am Malermarkt tätige Hausmeisterdienste,
die Handwerksleistungen zu Dumpingpreisen ohne jegliche
Qualitätskontrollen anbieten, machen uns das Leben schwer“, erklärt
Wolfgang Siegel. Erfreulich ist auch ein umgekehrter Trend: Kunden
suchen wieder häufiger den Innungsfachbetrieb vor Ort. Vor allem dann,
wenn diese negative Erfahrungen mit anderen Anbietern gemacht haben.
„Hohe Lohnnebenkosten sind ein weiteres Kernproblem, mit dem unser
Handwerk kämpfen muss“, so Siegel. Daher lehnen die Maler- und
Lackierer vehement auch die aktuell diskutierte weitere Steigerung der
Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ab.
Die bisher außergewöhnlich hohe Ausbildungsbereitschaft des Gewerks
droht 2010 nach dem Ergebnis der Umfrage einzubrechen, weil es
weiterhin an qualifiziertem Nachwuchs mangelt. Geeignete und an dem
Beruf interessierte Jugendliche sind bei den Ausbildungsbetrieben
jedoch herzlich willkommen und finden hier interessante berufliche
Perspektiven. In Bayern gibt es ca. 6600 Maler- und Lackiererbetriebe.
Nicht alle sind jedoch in den Ortsinnungen organisiert.
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