München Stadt/ München Land | 23.03.2010

TÜV-Prüfzeichen auf Bürostuhl (Foto: TÜV SÜD)
Immer mehr gefälschte Produkte drängen auf den Europäischen Binnenmarkt.
Neben
dem wirtschaftlichen Schaden für die Hersteller führen die Fälschungen
auch zu
erheblichen Sicherheitsproblemen für die Verbraucher, weil die
vorgeschriebenen
Prüfungen unterlaufen werden. In Zusammenarbeit mit den Zollbehörden hat
TÜV
SÜD das Vorgehen gehen Plagiate weiter verschärft.
Vor kurzem wurde an der
finnischen Grenze eine Ladung von Wagenhebern mit gefälschten Prüfzeichen
gestoppt, die auch erhebliche sicherheitstechnische Mängel aufwiesen. „Die Fälschung von
Produkten und von Prüfzeichen ist alles andere als ein Kavaliersdelikt“, sagt Dirk
Eilers, Leiter des Geschäftsbereichs Product Service der TÜV SÜD AG. „Durch die
Produktpiraterie wird nicht nur die Gesamtwirtschaft massiv geschädigt, sondern
auch die Sicherheit und Gesundheit von Verbrauchern aufs Spiel gesetzt.“ Im Jahr
2008 verursachten gefälschte Produkte nach Schätzungen des
Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) allein in Deutschland einen Schaden von
15 Milliarden Euro und den Verlust von rund 70.000 Arbeitsplätzen.
„Die
Inverkehrbringer der gefälschten Produkte unterlaufen natürlich auch die
gesetzlichen Vorgaben für sicherheitsrelevante Prüfungen, beispielsweise nach
dem deutschen Geräte- und Produktsicherheitsgesetz“, erklärt Joachim Birnthaler,
Sprecher der Geschäftsführung der TÜV SÜD Product Service GmbH. „Das führt in
der Folge dazu, dass immer mehr risikobehaftete beziehungsweise unsichere
Produkte auf den Markt kommen.“
Schärferes
Vorgehen gegen Plagiate ist praktizierter Verbraucherschutz
Da
bei Produktplagiaten in der Regel auch die Prüfzeichen gefälscht werden, hat
sich TÜV SÜD zu einem härteren Vorgehen gegen die betrügerischen Hersteller und
Inverkehrbringer entschlossen. „Das ist ein wichtiger Schritt zum Schutz
unserer Marke und zum Schutz unserer Kunden und nicht zuletzt auch zum Schutz
der Verbraucher“, betont Birnthaler.
So ist TÜV SÜD als Gründungsmitglied der
Certification Industry against Counterfeiting (CIAC) beigetreten, einem
Zusammenschluss von international führenden Produktzertifizierungsunternehmen. Koordiniert
von Interpol gehen die CIAC-Mitglieder weltweit gegen Produktpiraterie,
Prüfzeichenbetrug und „Prüfzeichentourismus“ vor – mit großem Erfolg. „Erst vor
kurzem konnten wir beispielsweise in Kooperation mit dem finnischen Zoll eine
Sendung von gefälschten und sicherheitstechnisch gefährlichen Wagenhebern an
der EU-Grenze stoppen und der Vernichtung zuführen“, berichtet der TÜV
SÜD-Geschäftsführer. „Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die
Produktpiraten mit hoher krimineller Energie gearbeitet und die tatsächliche
Herkunft sowie den Frachtweg verschleiert haben.“
TÜV
SÜD arbeitet mit Zollbehörden, Marktaufsicht und Polizei zusammen
Die
Entdeckung und Verfolgung von Produktplagiaten ist mit hohem Kontrollaufwand
verbunden. Um die Produkte bereits an der EU-Außengrenze abzufangen, arbeiten
TÜV SÜD und die anderen CIAC-Mitglieder im Rahmen der so genannten
Grenzbeschlagnahme intensiv mit den europäischen Zollbehörden zusammen. „Aber
auch wenn gefälschte Produkte bereits auf den Markt gelangt sind, wird der
Kontrolldruck durch die nationalen Marktaufsichtsbehörden und die Kriminalpolizei
aufrechterhalten“, betont Birnthaler. Entdeckte Plagiate würden aus dem Verkehr
gezogen und die „Rädelsführer“ würden gerichtlich belangt. Die missbräuchliche
Verwendung von geschützten Marken kann nach Aussage des TÜV SÜD-Manns mit hohen
Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden.
Durch
die intensive, weltweite Zusammenarbeit von CIAC, Zollbehörden,
Marktaufsichtsbehörden und Polizei wird sich die Aufklärung von betrügerischen
Machenschaften nach Ansicht von Dirk Eilers weiter verbessern. „Wir werden
unseren Kampf gegen Produktpiraten kontinuierlich intensiveren und die in
Europa bereits erfolgreichen Schutzmaßnahmen auch in anderen Regionen einsetzen“,
kündigt der TÜV SÜD-Geschäftsbereichsleiter an. Damit schütze TÜV SÜD
nicht nur das eigene Prüfzeichen und die eigene Marke. „Denn wenn gefährliche
Plagiate vom Markt genommen werden“, so Eilers, „dann profitieren davon in
erster Linie auch die Verbraucher.“
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