München Stadt/ München Land | 25.10.2009

Heinrich Traublinger
„Auch wenn die Wirtschafts- und Finanzkrise
nicht spurlos am Handwerk vorüber ging, so bleiben wir doch
Berufsoptimisten. Die Stimmung bei unseren Betrieben hellt sich immer
mehr auf“, erklärte der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT),
Heinrich Traublinger, anlässlich der Jahresmitgliederversammlung am 23.
Oktober in Würzburg.
In der Konjunkturumfrage der bayerischen Handwerkskammern bezeichneten
76 Prozent der Betriebsinhaber ihre derzeitige Geschäftslage als „gut“
oder „zufriedenstellend“. Gegenüber dem 2. Quartal ist dies ein Anstieg
um drei Punkte. Dass die Geschäfte auch in den nächsten Monaten laufen,
erwarten 74 Prozent (plus drei Punkte gegenüber dem Vorquartal). Im 3.
Quartal verzeichnete das bayerische Handwerk gegenüber dem
Vorjahreszeitraum einen nominalen Umsatzrückgang von zwei Prozent auf
24 Milliarden Euro. Abzüglich der Preissteigerung liegt das Minus bei
über drei Prozent. Obwohl weniger Umsatz erzielt wurde, bauten die
bayerischen Handwerksbetriebe kaum Personal ab. Zum 30. September
beschäftigten sie rund 875.000 Personen. Das sind im Vergleich zum
Vorjahr etwa 1,5 Prozent weniger.
Als Reaktion auf die steigende Arbeitslosigkeit drängen wieder mehr
Existenzgründer in die zulassungsfreien Berufe. Dadurch hat sich die
Zahl der bayerischen Handwerksbetriebe im 3. Quartal 2009 erhöht.
188.000 Betriebe bedeuteten ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem
Vorjahreszeitraum.
„Für Lehrstellensuchende war die Situation zum Start des
Ausbildungsjahres 2009/2010 trotz der allgemeinen Wirtschaftskrise so
gut wie schon lange nicht mehr“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des
Bayerischen Handwerkstages (BHT), Dr. Lothar Semper. Zum 30. September
verzeichneten die sechs bayerischen Handwerkskammern 25.600 neue
Ausbildungsverträge. „Das sind zwar gut 2.130 oder 7,7 Prozent weniger
als im Vorjahr“, so Semper, „das liegt aber beileibe nicht an der
nachlassenden Ausbildungsbereitschaft im Handwerk. Zahlreiche der
angebotenen Lehrstellen konnten auch heuer nicht besetzt werden. Nicht
mehr die Lehrstellen, sondern die Lehrlinge werden zum knappen Gut“, so
der BHT-Hauptgeschäftsführer.
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