München Stadt/ München Land | 29.03.2010

TÜV SÜD Zentrale bei Nacht
Online-Shopping
setzt sich immer mehr durch und jeden Tag gewinnen Händler neue
Kunden über das Internet. Beim Bestellen kommt es aber auch zu
Pannen, die einerseits vom Kunden verursacht werden, andererseits
aber auch vom Anbieter ausgehen können. Zum Beispiel wenn eine
Bestellung falsch ausgeführt oder gar doppelt eingegeben wird. Auch
kann es passieren, dass die gelieferte Ware Mängel aufweist oder
nicht das bestellte Produkt geliefert wird. Die Online-Experten von
TÜV SÜD geben Tipps, was in solchen Fällen zu tun ist.
Vor
allem Kunden, die das erste Mal online bestellen, verstehen oft aus
Mangel an Erfahrung die Abläufe nicht. Denn nicht jedes
Internetportal ist klar aufgebaut und führt den Kunden durch den
Bestellvorgang. Häufig fehlen auch zusätzliche, den Kaufvorgang
erläuternde Informationen. Ein Kunde ist so schnell verunsichert.
Und bevor Probleme auftauchen, bestellt er lieber nichts. Für häufig
auftretende Fehler oder Probleme haben sich standardisierte Abläufe
bewährt, die transparent und im Sinne aller Beteiligten sind.
TÜV SÜD hat die häufigsten Schwierigkeiten beim
Online-Shopping zusammengestellt und gibt Ratschläge.
Probleme
mit dem Log-in:
Um online bestellen zu können, müssen sich Kunden häufig beim
Anbieter registrieren, wofür sie Benutzername und Passwort eingeben
müssen. Diese schützen davor, dass Dritte mit den persönlichen
Daten anderer bestellen können. Ein sicheres Passwort sollte aus
mindestens acht Zeichen bestehen und eine Mischung aus Buchstaben,
Zahlen und Sonderzeichen sein. Deshalb werden Passwörter aber auch
oft vergessen. „Viele unerfahrene Benutzer registrieren sich
daraufhin noch einmal, was zu Problemen und Verwirrungen führen
kann. Standardmäßig bieten jedoch die meisten Anbieter einfache
Wege an, um ein Passwort zurücksetzen zu lassen und ein neues zu
vergeben“, sagt Rainer
Seidlitz, Leiter Strategische Geschäftseinheit IT & Internet
bei TÜV SÜD.
Das erfolgt in der Regel über eine automatisierte E Mail,
wobei zum Beispiel eine persönliche Frage beantwortet werden muss.
Diese wird bei der ersten Registrierung angegeben und sollte
sorgfältig ausgewählt werden. Beispiele hierfür sind der eigene
Geburtsort oder der Name des Haustieres.
Probleme
bei der Bestellung:
Eine Online-Bestellung besteht aus mehreren Schritten. Im Idealfall
wird zuerst die gewünschte Ware in den Bestellkorb gelegt, dann
werden Daten zum Empfänger und Rechnungsträger hinterlassen.
Anschließend wird die Bestellung nochmals kontrolliert und
abgeschickt. Jedoch kann es auch vorkommen, dass die Kontrolle der
bestellten Waren sowie der persönlichen Daten gar nicht angeboten
wird bzw. keine Möglichkeit besteht, diese zu ändern. Es ist auch
nicht immer nachvollziehbar, wann ein Bestellvorgang abgeschlossen
ist, wodurch es zu Fehl- und Doppelbestellungen kommen kann. Auch
während des Prozesses kann es zu Fehlern kommen. Zum Beispiel kann
das System zusammenbrechen und man ist nicht sicher, ob die
Bestellung getätigt wurde. „Im Normalfall wird der Kunde per
E-Mail über den Eingang seiner Bestellung informiert. Es empfiehlt
sich daher, ein paar Stunden auf eine Nachricht zu warten, um
voreilige Doppelbestellungen zu vermeiden. Wenn man keine Nachricht
erhält, sollte man den Online-Anbieter kontaktieren und den Vorgang
klären“, rät Seidlitz. Viele Anbieter verfügen über eine
Hotline oder beantworten Anfragen zeitnah per E-Mail.
Probleme
mit der Ware: Wenn
der Kunde erkennt, dass die Ware Mängel aufweist, kaputt ist, oder
nicht bestellte Produkte geliefert wurden, kann er diese an den
Händler zurücksenden. In der Regel liegt der Bestellung dafür ein
Retourschein bei. Auch wenn dem Kunden die bestellte Ware nicht
gefällt, kann er sie wieder zurückschicken. „Der Gesetzgeber
schreibt vor, dass Kunden bis zu zwei Wochen nach Erhalt der Ware
und der Widerrufsbelehrung Zeit haben, diese ohne Angabe von Gründen
zurück zu schicken. Einige Online-Händler bieten zusätzlich eine
freiwillige Rücknahme von bis zu vier Wochen an“, sagt Seidlitz.
Dies hat vor allem den Grund, dass die Ware online nicht persönlich
in Augenschein genommen werden kann, zum Beispiel falsch oder
missverständlich beschrieben wurde und daher nicht den Erwartungen
des Kunden entspricht. Auch Doppelbestellungen können
zurückgesendet werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die
Lieferadresse. Nicht alle Lieferanten haben die Möglichkeit, die
Ware in einem Depot in Nähe der Lieferadresse zu hinterlegen. In
der Regel wird die Lieferadresse drei Mal angefahren. Sollte dann
immer noch niemand vor Ort sein, wird die Ware zum Händler
zurückgesendet. Um Wartezeiten und unnötige Telefonate oder
E-Mails zu vermeiden, ist es ratsam, eine Lieferadresse anzugeben,
die ständig besetzt ist, wie etwa die Arbeitsadresse.
Probleme
mit dem Service:
Wenn einmal Probleme mit der Ware auftauchen, ist eine gute
Kommunikation nötig. Sollte man kein gutes Gefühl bei einem
Online-Shop haben, kann dieser schon vorher kontaktiert werden. Eine
gute Erreichbarkeit und ein kompetenter Ansprechpartner zeichnen
seriöse Unternehmen aus. Sind
Hotlines aber nur spärlich besetzt und wird auch auf E Mails
tagelang nicht geantwortet, sollte der Kunde sich genau überlegen,
ob er in einem solchen Shop etwas bestellen möchte.
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