E-World in Essen

Zertifizierte Nachhaltigkeit von TÜV SÜD

München Stadt/ München Land | 22.12.2010

Feinstaubmessung (Foto: TÜV SÜD)
Feinstaubmessung (Foto: TÜV SÜD)

Der Ausbau von Erneuerbaren Energien und der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen ist praktizierter Klimaschutz. Durch die Zertifizierung von Biomasse, Biokraftstoffen und Biobrennstoffen führt TÜV SÜD den Nachweis, dass die entsprechenden Nachhaltigkeitsstandards eingehalten werden. Weitere Dienstleistungen sind Zertifizierungen von Grünstrom und Ökostrom sowie die Erstellung von Treibhausgasbilanzen und der Nachweis der Klimaneutralität. Das Leistungsspektrum präsentieren die TÜV SÜD-Experten auf der Fachmesse E-World.

Mit der Erneuerbare Energien-Richtlinie 2009/28/EC hat die Europäische Union verbindliche Nachhaltigkeitsstandards für die Produktion von Biomasse und die Verarbeitung zu Bioenergie vorgegeben. Damit sind Vergütungen, Steuerentlastungen und die Anrechnung zur Quotenerfüllung an bestimmte Bedingungen gebunden. Die TÜV SÜD Industrie Service GmbH unterstützt die Unternehmen und Betriebsstätten beim gesetzlich geforderten Nachweis, dass die Nachhaltigkeitsanforderungen in der gesamten Wertschöpfungskette eingehalten werden.

„Nach der Anerkennung durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) haben wir bereits im September 2010 die ersten Zertifikate für Biokraftstoffe ausgestellt“, berichtet TÜV SÜD-Auditorin Elena Schmidt. Damit bestätigten die Experten, dass die Biokraftstoffe die Vorgaben der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV) erfüllen. TÜV SÜD ist als Zertifizierstelle für die Prüfung gemäß Biokraft-NachV zugelassen und führt Zertifizierungen nach RedCert und ISCC durch. Schon bei der Entwicklung der Zertifiziersysteme haben die TÜV SÜD-Experten umfangreiche Erfahrungen für die praktische Umsetzung gesammelt.

Mit der GreenMethane-Zertifizierung bietet TÜV SÜD auch einen verlässlichen Nachweis für die Herkunft und Einspeisung von Bioerdgas ins Erdgasnetz. Der Nachweis ist Voraussetzung für Förderungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und für die Anrechenbarkeit nach dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EE-WärmeG) und der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung. „Im Rahmen von GreenMethane zertifizieren wir nicht nur die Erzeugung und Einspeisung von Bioerdgas, sondern auch den Handel und die Endkundenprodukte“, betont Elena Schmidt. Von diesem Nachweis profitieren Netzbetreiber, Betreiber von Einspeiseanlagen, Energieversorger und Kraftstoffhändler.
Von der Ökostrom-Zertifizierung zum CO2-Transportangebot
Die Ökostrom-Zertifizierung ist fast schon ein „Klassiker“ im Angebot von TÜV SÜD Industrie Service. „Wir prüfen die gesamte Lieferkette von der Erzeugung bis zur Abnahme durch den Endkunden“, erklärt Klaus Nürnberger, Experte für Grünstrom und Ökostrom bei TÜV SÜD Industrie Service. Die Grundlage für die Prüfung bilden die Kriterienkataloge zur Ökostrom-Produktzertifizierung und Ökostrom-Erzeugungszertifizierung, die auch wichtige Informationsquelle für Interessenten, Lieferkunden und externe Marktbeobachter sind.

Die Erzeugungszertifizierung wird als handelbarer Herkunftsnachweis (TÜV SÜD Renewable Units: TRU, TRU+, TRUnew) verwendet und ist in vielen europäischen Ländern anerkannt. Mit der internetbasierten Registerdatenbank BlueRegistry von TÜV SÜD können diese und andere Zertifikate wie beispielsweise EU-konforme Herkunftsnachweise (Guarantee of Origin: GoO) übersichtlich verwaltet werden.

Die Erfahrungen aus den Ökostrom- und Biokraftstoff-Zertifizierungen gehen auch in die Entwicklung eines neuen GreenMobility-Standards ein. „Wir wollen in Zukunft einen hochwertigen Standard für die Mobilität von Personen und Gütern auf Basis von Erneuerbaren Energien anbieten“, kündigt Nürnberger an. Wie ein solcher Standard aussehen kann, zeigen erste Projekte von Deutscher Bahn und DB Schenker Rail zum CO2-freien Transport von Personen und Gütern auf der Schiene und von RWE  für ein zukunftsweisendes E-Mobilitätspaket aus E-Fahrzeug und Ökostromlieferung.

„Das ist ein ausgesprochen dynamischer Markt“, so Nürnberger. „Aber gerade durch unsere Arbeit in diesen Projekten haben wir erkannt, wie wichtig eine verlässlicher und hochwertiger Standard für die Glaubwürdigkeit solcher Angebote ist.“
Carbon Footprint und Klimaneutralität
Wenn Unternehmen ihr Treibhausgas-Inventar (Corporate Carbon Footprint) ermittelt oder ihren Geschäftsbetrieb klimaneutral gestaltet haben, können sie das mit einer Zertifizierung von TÜV SÜD dokumentieren. „Das freiwillige Engagement für Klimaschutz verbessert nicht nur die Umweltbilanz“, sagt Thomas Claßen, Projektleiter Freiwilliger Klimaschutz bei TÜV SÜD Industrie Service. „Die Unternehmen profitieren auch von gezielten Kosteneinsparungen, minimieren Risiken und einem positiven Image.“ Das Ziel besteht darin, die CO2-Emissionen systematisch zu erfassen, zu senken und auszugleichen.

Die Klimaschutz-Experten von TÜV SÜD bewerten zum einen das Treibhausgas-Inventar von Unternehmen – den so genannten Corporate Carbon Footprint (CO2-Fußabdruck) und prüfen zum anderen die Maßnahmen, mit denen die Geschäftstätigkeit klimaneutral gestellt wurde.

Die TÜV SÜD-Zertifizierungen „Treibhausgas-Inventar“ und „Klimaneutralität“ basieren auf anspruchsvollen Kriterienkatalogen. „Wir prüfen nicht nur die Ausgangsbedingungen beispielsweise im Bereich der Unternehmenspolitik und der Energieeffizienz, sondern auch die exakte, transparente und konservative Ermittlung der Emissionen“, erklärt Thomas Claßen. Außerdem werden Umfang und Qualität der vorliegenden Emissionsminderungszertifikate aus Klimaschutzprojekten kontrolliert und stillgelegt, die nach CDM-/JI-Standard oder freiwilligen Standards zertifiziert sind.

Sinnvoll ist es, wenn Unternehmen beim Klimaschutz direkt bei ihren Produkten ansetzen. So können Energieversorger beispielsweise zertifizierte klimaneutrale Produkte wie klimaneutrales Erdgas oder klimaneutralen Strom anbieten und über die Erzeugung von Bio-Wärme, Ökostrom oder Bioerdgas einen Teil ihrer Emissionen mindern.
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