München Stadt/ München Land | 30.11.2009

Bauma Messegelände (Foto: Messe München)
Zur bauma 2010, Internationale Fachmesse für Baumaschinen,
Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte, wird
die höchste Ausstellerzahl seit Durchführung der Messe erwartet. Durch
die Flächenerweiterung im Freigelände mit temporären Hallen, durch
bestehende und neue Gemeinschaftsstände und die teils veränderten
Flächenwünsche der Stammaussteller können an der Veranstaltung 2010
nach aktuellem Planungsstand mehr als 3000 Aussteller teilnehmen.
Dennoch werden nach Einschätzung des Projektleiters Georg Moller nicht
alle Flächenwünsche der Unternehmen berücksichtigt werden können.
„Besonders erfreulich ist für uns das Interesse seitens chinesischer,
türkischer und insbesondere auch indischer Aussteller, gerade weil
Indien Partnerland der bauma 2010 ist. Teilweise haben sich die
Anfragen nach Ausstellungsfläche aus diesen Ländern im Vergleich zu
2007 verdoppelt,“ so das Fazit der Projektleitung. Aber auch die
Aussteller aus Europa, wie zum Beispiel Italien, Großbritannien und die
Niederlande werden zur bauma 2010 wieder Spitzenpositionen im
internationalen Ausstellerranking einnehmen.
Damit zeichnet sich ab, dass die Branche international zuversichtlich
auf die Weltleitmesse bauma 2010 blickt, die vom 19. bis 25. April in
München stattfinden wird.
Überblick über die weltweite Baukonjunktur in 2010
Dank umfangreicher, staatlicher Konjunkturprogramme, die sich in
erheblichem Umfang auf den Bausektor richteten, hat sich in den meisten
Industrie- und Schwellenländern die Bautätigkeit besser entwickelt als
die gesamte Wirtschaftstätigkeit. Für 2010, verstärkt aber für 2011,
ist in den meisten Ländern wieder mit einem Anziehen der Baukonjunktur
zu rechnen.
Europa
Es wird zwar noch für 2010 mit einem leichten Rückgang der
Bauproduktion von 1 Prozent gerechnet. Dies ist aber lediglich der
schlechten Entwicklung im Wirtschaftsbau geschuldet. Der Tiefbau
hingegen soll - vor allem wegen der umfangreichen Konjunkturprogramme
in vielen Mitgliedsländern der EU - bereits um 2,7 Prozent zulegen. Im
Jahr 2011 wird dann europaweit ein Wachstum der Bauinvestitionen von 2
Prozent erwartet, wiederum getrieben durch Tiefbauinvestitionen mit
einem Wachstum von 3 Prozent. Der leichte Produktionsrückgang im Jahr
2010 wird vor allem durch Länder herbeigeführt wie Spanien, Irland,
Finnland oder Portugal, in denen nach dem Platzen der
Immobilienpreisblase der Wohnungsneubau drastisch einbricht. In den
mitteleuropäischen Reformnationen wird dagegen bereits 2010 ein
Wachstum der Bautätigkeit von 6 Prozent erwartet, das sich 2011 auf 10
Prozent beschleunigen soll. Wachstumsmotor mit jeweils zweistelligen
Zuwachsraten soll dabei Polen bleiben.
Russland
In Russland hat die Bautätigkeit in der letzten Dekade – dank der
sprudelnden Staatseinnahmen aus dem Öl- und Gasexport – deutlich
zugenommen. So legte beispielsweise die Zahl der fertig gestellten
Wohnungen innerhalb von nur fünf Jahren um mehr als 50 Prozent zu. 2008
hatte der russische Baumarkt ein Volumen von etwa 130 Milliarden Euro
beziehungsweise 11 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Von der
internationalen Wirtschaftskrise wurde allerdings auch Russland
erfasst, zudem gingen die Staatseinnahmen aus dem Energieexport infolge
sinkender Weltmarktpreise stark zurück. Dennoch ist insgesamt die
Bautätigkeit 2009 stabil geblieben, lediglich für 2010 wird ein
Rückgang in einer Größenordnung von 5 Prozent erwartet, der aber
bereits 2011 von einem leichten Wachstum abgelöst werden soll.
USA
Die USA waren 2008 mit Bauinvestitionen von gut 730 Milliarden Euro
nach wie vor der bedeutendste Baumarkt der Welt. Nach einem Rückgang im
laufenden Jahr wird für 2010 bereits wieder mit einer Zunahme des
realen Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent gerechnet. Die USA kommen
damit schneller aus der Rezession als allgemein erwartet. Nach dem
tiefen Einbruch der Bauproduktion in den Jahren 2007 bis 2009 ist im
nächsten Jahr bereits wieder mit einem leichten Wachstum zu rechnen,
das sich 2011 verstärken soll. Die staatliche Bautätigkeit wird vor
allem im Tiefbau - dank der Konjunkturprogramme - deutlich zunehmen.
Bei einer Stabilisierung im Wohnungsneubau wird mit einem etwas
stärkeren Rückgang im Wirtschaftsbau gerechnet.
China
Aufgrund der exorbitanten Zuwachsraten in den letzten 15 Jahren ist
China mit Bauinvestitionen von rund 550 Milliarden Euro im Jahr 2008
bereits der zweitgrößte Baumarkt der Welt gewesen. Auch die chinesische
Regierung hat auf die Wirtschaftskrise reagiert und ein umfassendes
Konjunkturprogramm aufgelegt, das einen Schwerpunkt bei Investitionen
in die staatliche Infrastruktur hat. Insgesamt kommt China sehr viel
besser durch die weltweite Wirtschaftskrise als die Industrie- und
andere Schwellenländer. Die Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für
2009 und 2010 mit Wachstumsraten des realen Bruttoinlandsproduktes von
jeweils 8 Prozent. Die Zuwachsraten bei Bauinvestitionen dürften sogar
noch leicht darüber liegen, da die chinesische Führung an ihrem
ambitionierten Investitionsprogramm in die Infrastruktur festhält. Die
starke Dynamik auf dem chinesischen Baumarkt wird also insgesamt weiter
anhalten.
Indien
Indien hat als Baumarkt zwar kein so umfangreiches Volumen wie die
vorgenannten Märkte, die Bauinvestitionen lagen 2008 bei etwa 130
Milliarden Euro. Hingegen waren die Wachstumsraten nahezu so
beeindruckend wie in China: von 1998 bis 2008 legte die Bautätigkeit
real um etwa 140 Prozent zu. Diese dynamische Entwicklung dürfte auch
weiter anhalten. Nach Einschätzung der Wirtschaftsforschungsinstitute
wird die reale Wirtschaftsleistung in Indien sowohl 2009 als auch 2010
mit Jahresraten von gut 6 Prozent expandieren. Im laufenden
Fünf-Jahres-Plan (bis 2012) sollen etwa 330 Milliarden Euro in den
Ausbau des Straßen- und Schienennetzes, den Bau neuer Seehäfen und
Flughäfen sowie in die Verbesserung der Energie- und Wasserversorgung
fließen. Die Wachstumsraten der Bauinvestitionen sollen in diesem
Zeitraum jährlich knapp 10 Prozent erreichen.
Die bauma im Überblick
In den Hallen und auf dem Freigelände der Neuen Messe München werden
auf einer Rekordfläche von mehr als 555.000 Quadratmetern
Bruttoausstellungsgelände vom 19. bis 25. April 2010 die neuesten
Produkte der internationalen Bau-, Baustoff- und
Bergbaumaschinenindustrie präsentiert. Dabei werden wieder mehr als
3000 Aussteller erwartet, die die weltweit größte Messe der Branche als
Innovations- und Marketingplattform nutzen. Weitere Informationen
finden Sie unter: www.bauma.de
zurück drucken versenden verlinkenArtikel verlinken
Wenn Sie diesen Artikel von B4BOBERBAYERN.DE verlinken wollen, können Sie einfach den nachfolgenden HTML-Code auf Ihre Webseite einfügen:
© B4BOBERBAYERN.DE - Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung auf anderen Webseiten, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg ist untersagt. | Impressum