Rallye für E-Autos

e-miglia 2010 gestartet: In vier Tagen emissionsfrei über die Alpen

München Stadt/ München Land | 03.08.2010

Start zur e-miglia 2010 in München (Foto: Rebel Media)
Start zur e-miglia 2010 in München (Foto: Rebel Media)

Die e-miglia 2010, erste reinrassige internationale Elektrorallye, ist gestartet. Auf dem Gelände von TÜV Süd in München schickten der Präsident des Automobilclubs von Deutschland (AvD), Rudolf Graf von der Schulenburg, und der sportliche Leiter der Rallye, Richard Schalber, das erste Fahrzeug auf die Strecke. Insgesamt 560 anspruchsvolle Kilometer liegen vor der 25 Fahrzeuge starken, völlig emissionsfreien Wettkampfflotte.

Ziel des ersten Tages war Füssen. Auf der Route in die Stadt der Königsschlösser galt es, eine 3,4 Kilometer lange Sonderprüfung von Hohenpeißenberg auf den Monte Rigi in möglichst exakt fünf Minuten zu bewältigen. Denn bei der e-miglia liegt der Fokus nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf Gleichmäßigkeit und Zuverlässig­keit. Dies bewies auch der eigentlich für den Einsatz auf großen Firmengeländen konzipierte Mega Multitruck-Van des Teams SFC-Hiendlmayer: Kurz vor Weilheim ging dem kastenartigen Gefährt buchstäblich der Saft aus. Doch das Servicefahrzeug war wie geplant sofort zur Stelle – an Bord ein frisch geladenes Akku, das per Kran gewechselt wurde. Ein von Passanten vielbeachteter Boxenstopp.

Saft für die Batterien der Mitstreiter gab es auf dem Gipfel des Monte Rigi. Dort erwartete die 40 Teilnehmer ein zünftiger Imbiss in 1.000 Metern Höhe, während die Autos an eigens für die e‑miglia aufgestellten mobilen Ladestationen ihre Akkus füllen konnten.

Bei der Zieleinfahrt am Nachmittag in Füssen galt der größte Applaus der interessierten Zuschauer dem Tagessieger Tim Ruhoff aus München, mit 25 Jahren zweitjüngster Teilnehmer der e-miglia 2010, und seinem Beifahrer Steven Hoffmann (20). In acht Stunden und 0,8 Sekunden absolvierten sie in ihrem Tesla Roadster Sport die rund 120 Kilometer lange Tagesetappe. „Das war meine allererste Rallye. Ich bin total elektrisiert“, freute sich Ruhoff im Ziel. Mit nur 0,8 Sekunden Verzögerung traf er die vorgegebenen fünf Minuten der Bewältigungsprüfung fast punktgenau. Kein Teilnehmer erhielt Strafzeiten wegen einer Über- oder Unterschreitung der einzelnen Zeitfenster.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen Patrick Zankl/Professor Gerhard Reichert (8:00:00,96) und Carlo Bermes/Wulf Biebinger (8:00:01,16)  ebenfalls in Tesla E-Sportlern. 

Überaus zufrieden mit dem Auftakt der e-miglia 2010 zeigte sich Veranstalter Christian Herles: „Autos und Ladestationen haben einwandfrei funktioniert, die Teilnehmer haben Spaß. Wir können also mit einem Lächeln in die zweite Etappe starten.“ Beeindruckt von der Leistung seines eigenen leisen Flitzers war Dr. Axel Stepken, Vorstandsvorsitzender der TÜV SÜD AG, die der e-miglia 2010 als technischer Partner zur Seite steht: „Das genussvolle Fahren mit dem Karabag 500e, die tolle Atmosphäre während dieser Rallye und das Miteinander der Teams begeistern. Ich sollte so etwas eigentlich öfter machen.“ 
Überraschender Besuch aus Ungarn
Ein besonders herzliches Willkommen hatte es am Dienstagmorgen auf dem Gelände des TÜV Süd gegeben: Dr. András Bednár, Jurist, Ökonom und begeisterter E-Mobility-Fan, hatte über seinen einzigen Sponsor, einen Unternehmer aus Österreich, kurzfristig von der e-miglia erfahren. Spontan wurde der Hänger gesattelt, und am Dienstag um 6 Uhr erreichte er die bayrische Landeshauptstadt ­– rechtzeitig zum Start der e-miglia 2010, allerdings ohne offizielle Anmeldung. Die Organisatoren empfingen den 57-Jährigen und seinen ELMA 2, einen von einem asynchronen Drei-Phasen-Motor angetriebenen Suzuki Swift, mit offenen Armen. Bednár wird die Rallye außerhalb der Wertung bestreiten.
 „Starkes Signal, wie leistungsstark Elektrofahrzeuge sind“
Mit der Team- und Fahrerpräsentation war die e-miglia 2010 bereits am Montag eingeläutet worden.  „Die e-miglia überträgt nicht nur den Kultwettbewerb der legendären ‚Mille Miglia’ ins 21. Jahrhundert, sondern gibt gleichzeitig ein starkes Signal dafür, wie konkurrenz- und leistungsstark Elektrofahrzeuge heute sind. Ich bin überzeugt, dass ein so spannendes und spektakuläres Ereignis wie eine Straßenrallye einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, die Menschen von den Möglichkeiten und Chancen der Elektromobilität zu begeistern“, sagte Staatsminister Siegfried Schneider, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, in seiner Begrüßungsrede. 

Die zweite Etappe am 4. August führt von Füssen nach Innsbruck, die nächste Sonderprüfung steht bereits kurz nach dem Start auf dem Programm.
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