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„Leise Züge bringen mehr Akzeptanz für Infrastruktur“

Traunstein-Berchetsgadener-Land | 07.06.2011

Mehr Flüsterbahnen zwischen Berchtesgaden und Westerland gefordert_Foto DB
Mehr Flüsterbahnen zwischen Berchtesgaden und Westerland gefordert_Foto DB

Bayern will auf den Gleisen zwischen Berchtesgaden und Westerland mehr Flüsterbahnen. Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil fordert vom Bund ein ambitionierteres Vorgehen bei der Reduzierung von Lärm auf Schienen, auch bei der Durchsetzung von Grenzwerten für die Bahn auf europäischer Ebene.

„Die im Nationalen Verkehrslärmschutzpaket II der Vorgänger-Regierung enthaltenen Maßnahmen sind nicht ausreichend“, verlangt Zeil jetzt in einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Weiter schreibt er: „Wenn wir mehr Verkehre und insbesondere mehr Gütertransporte von der Straße auf die umweltfreundlichere Schiene verlagern wollen, brauchen wir bei den Bürgern wieder eine stärkere Akzeptanz für Infrastrukturmaßnahmen. Der Lärmfaktor spielt dabei eine entscheidende Rolle. Meterhohe Schallschutzwände mit Ästhetikfaktor kleiner Null dürfen nicht die Ultima Ratio sein. Man muss den Lärm noch innovativer an der Wurzel packen. Bei Gleisen und Fahrzeugen sollten deshalb von Staatsseite noch wirksamere Anreize gesetzt werden.“

Schlüsselelement: Lärmarme Bremsen

Wirtschaftsminister Zeil sieht in der Umrüstung des Bestandes an Güterwagen auf lärmarme Bremsen ein Schlüsselelement, um Lärm zu reduzieren. Der Bund müsse deshalb rasch bei den Netzbetreibern ein lärmabhängiges Trassenpreissystem (TPS) durchsetzen. Zudem fordert er von Ramsauer, endlich einen konkreten Fahrplan zur Abschaffung des Schienenbonus zu benennen. Dieser gesteht der Bahn mehr Lärmemissionen zu als dem Straßenverkehr. „Der Schienenbonus gehört hinterfragt, seine mittelfristige Abschaffung ist unausweichlich. Das ist bei einer Umrüstung der Güterwagen auf lärmarme Bremsen auch machbar, ohne die Infrastrukturkosten signifikant in die Höhe zu treiben. Deshalb ist dies auch so im aktuellen Berliner Koalitionsvertrag vereinbart worden. Da muss Berlin jetzt zu Potte kommen“, betont Zeil.

Zusätzliche Exportchancen

Der Minister will mit einem Innovationskurs in Sachen Reduzierung von Schienenlärm zudem die Weichen bei der heimischen Eisenbahnindustrie auf zusätzliche Exportchancen stellen. „Deutschland ist gerade beim Waggonbau in einem harten Wettbewerb mit Osteuropa, wo die Hersteller kostengünstiger produzieren können. Wir müssen daher bei der Entwicklung und Umsetzung immer um mehrere Wagenspitzen voraus sein. Mit innovativen Lösungen zur Lärmminderung kann sich die Branche in Bayern und Deutschland lautstark am Weltmarkt positionieren. Flüsterbahnen haben enormes Chancenpotenzial für einen Exportschlager aus dem Bahnland Deutschland“, bekräftigt Zeil. „Lärmschutz im Verkehr ist nicht nur eine elementare Frage von Gesundheitsschutz und Lebensqualität, sondern auch von Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit“, ergänzt der Minister.

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