Schutz bei Extremwetter:

Die Fernsteuerung macht das Fenster zu

Traunstein-Berchetsgadener-Land | 13.08.2010

Regnauer baut moderne Häuser und hilft bei der Sicherung gegen Wettergefahr (Foto: Regnauer) Regnauer baut moderne Häuser und hilft bei der Sicherung gegen Wettergefahr (Foto: Regnauer)

Plötzlich ziehen schwarze Gewitterwolken am Himmel auf, der laue Sommerwind entwickelt sich zum Sturm: Ein Unwetter droht. Wer jetzt unterwegs ist, sorgt sich angesichts zunehmenden Extremwetters als Folge des Klimawandels zu Recht um sein Haus. Doch dieses Problem könnte bald gelöst werden – mit Hilfe eines neuen Warnsystems, das nicht nur per SMS warnt, sondern daheim automatisch Sicherungsmaßnahmen wie das Schließen der Fenster durchführt.

Als Projektleiter für die Gefahrenabwehr durch eine intelligente Gebäudetechnik bringt Michael Regnauer, Geschäftsführer des Seebrucker Holzhaushersteller Regnauer, seine Erfahrungen in die Entwicklung dieses Frühwarnsystems ein. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt SAFE (Sensor-Aktor-gestütztes Frühwarnsystem bei Extremwetter) entsteht im Verbund mit mehreren Unternehmen unter Projektleitung des Fraunhofer Instituts für Software und Systemtechnik Berlin.
Früh genug warnen
Natürlich kann das neue System weder ein Unwetter verhindern, noch hundertprozentigen Schutz geben, „doch wer früh genug gewarnt wird, kann rechtzeitig reagieren“, betont Projektleiter Ulrich Meissen vom Fraunhofer Institut. SAFE basiert nach seinen Angaben auf neuartigen, speziellen Unwettersensoren, die mit bereits bestehenden Wetterstationen, Satelliten oder Radareinrichtungen verbunden sind. Dieses Sensorennetz legt sich wie ein Schutzschirm um eine Gemeinde oder Industrieanlage, für die orts- und zeitgenaue Vorhersagen möglich sind.

Die schnelle Warnung – etwa per SMS oder Fernsehgerät – wird durch eine neue Gebäudetechnik ergänzt, die unter Federführung von Regnauer die Gefahrenabwehr unterstützt. Bereits beim Bau eines Eigenheimes sollen beispielsweise in Zukunft die technischen Voraussetzungen für spezielle Warnsirenen mit Weckfunktion, für die automatische Steuerung von Fenstern und Jalousien oder Sturmwarnleuchten integriert werden. Gewerbegebiete und Kommunen können z.B. durch Simulationsprogramme rechtzeitig Problemstellen ermitteln und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr einleiten.
Eingebaute Sicherheit
Solche Lösungen haben sich zur Freude von Regnauer in der Pilotgemeinde Mering bei Augsburg bereits bewährt: Im Mai 2009 kam es hier zu einem schweren Unwetter, bei dem das neue System seine Einsatztauglichkeit erfolgreich unter Beweis gestellt hat. Regnauer bringt in die Weiterentwicklung des Frühwarnsystems seine umfangreichen Erfahrungen rund um moderne Wohngebäude ein. Der Holzhaushersteller gehört unter anderem zu den Innovationsführern bei der Entwicklung von Vitalwänden, die Höchstleistungen im Energiesparen vollbringen.

Die Regnauer-Entwicklungsabteilung beschäftigt sich intensiv mit den Möglichkeiten, computergesteuerte Systeme in Wohnhäuser zu integrieren. Die Sicherheit steht – neben dem Bemühen um Energieeffizienz – im Fokus dieser Forschungstätigkeit. Steigende Kriminalität und die Folgen des Klimawandels, die zu häufiger auftretenden Starkregenereignissen und Stürmen führen, erfordern neue Schutzkonzepte. Intelligente Häuser sind nicht nur einbruchssicher, sie trotzen auch extremem Wetter durch den Einbau von Sensoren, die – wie beim System SAFE – frühzeitig vor Gefahren warnen und automatisch Siche-rungsmaßnahmen in Gang setzen.

„Sorglos bauen: Darunter verstehen wir nicht nur, dass wir die problemlose Abwicklung eines Bauvorhabens zum Festpreis und zum Festtermin garantieren. Wir begleiten Bauherren durch die Integration moderner Sicherungstechniken weit über den Einzug in die eigenen vier Wände hinaus“, betont Michael Regnauer das Selbstverständnis seines Unternehmens.