Traunstein-Berchetsgadener-Land | 19.05.2011

Der Schulungs-Truck der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (ETEM)_Foto Kathrein
Ein auffallend riesiger Truck beherrschte drei Tage die Szenerie vor dem Werk IV der KATHREIN-Werke KG. Elektromechanisch auf fast die doppelte Breite ausgefahren, beherbergt dieses ungewöhnliche Mobil ein Schulungszentrum für Arbeitssicherheit mit Demonstrationslabor und Multimedia-Kino.
Unter dem Motto "Gefahr erkennen - Gesundheitsschäden vermeiden" ist die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) vor Ort, um mit rund 300 Vorgesetzten aus Produktion und Verwaltung zu erarbeiten, wie sie den Schutz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Unfällen und Gesundheitsgefahren bei der Arbeit weiter optimieren und sie zu sicherheitsgerechtem Verhalten motivieren können.
Der Blick fürs Risiko
Unternehmer Prof. Dr. Dr. h.c. Anton Kathrein steht hinter dieser Maßnahme: "Bei uns gibt es natürlich zu jedem Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung und daraus abgeleitete Schutzmaßnahmen, die schon bei der Planung der Arbeitsabläufe berücksichtigt werden. Im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserung unserer Arbeitsprozesse haben die Führungskräfte auch immer auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter zu achten." Deshalb werden sie regelmäßig geschult und so waren diesmal wieder die Experten der Berufsgenossenschaft mit ihrem Trainings-Truck eingeladen. "Sie können den Blick fürs Risiko, den siebten Sinn für Gefahren schärfen und uns wertvolle Hinweise für technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren geben.", sagt Kathrein. Schulungsschwerpunkte waren die Themen Ergonomie, Hautschutz, Umgang mit Gefahrstoffen und Absturzsicherung bei der Mastmontage.
Vermeidung von Gesundheitsstörungen
Die Fachleute der Berufsgenossenschaft gehen zunächst mit der Videokamera durch den Betrieb und diskutieren dann in kleinen Fachgruppen an Hand der Videos sowohl gefährliches als auch vorbildliches Verhalten beispielsweise beim Umgang mit chemischen Stoffen in der Galvanik und geben praktische Tipps zur Vermeidung von Gesundheitsstörungen. "Vieles, was krank machen kann, tut nicht sofort weh", sagt Dipl.-Ing. Friedrich Hiddemann von der BG ETEM, "aber die Summe der kleinen Nachlässigkeiten führt dann einschleichend zu ernsten Gesundheitsschäden wie Allergien oder Hautekzemen."
Gesundheitsgefahren auch im Büro
Einschleichenden Gesundheitsgefahren können auch die Beschäftigten in den Büros bei der Bildschirmarbeit ausgesetzt sein: "Augenbrennen, Kopf- und Nackenschmerzen oder Kribbeln in der Maushand sind ernste Hinweise auf eine unergonomische Gestaltung und Haltung am Arbeitsplatz", weiß der Arbeitsschutzexperte und empfiehlt, die Position des Bildschirms und die eigene Sitzhaltung zu überprüfen und mit Unterstützung der Sicherheitsfachkraft zu optimieren. "Das mache ich gerne", bestätigt Markus Unterleitner, Sicherheitsfachkraft bei Kathrein: "Unfallfreies Arbeiten und gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entscheidende Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Unternehmens."
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