Viehbestand in bester Verfassung

Bayerischer Bergsommer geht zu Ende

Weilheim-Garmisch | 07.09.2009

Mit den Viehscheiden im Allgäu und den Almabtrieben in Oberbayern geht in den nächsten Wochen für rund 55 000 Rinder der Bergsommer zu Ende. Die Bilanz, die Landwirtschaftsminister Helmut Brunner heuer auf der Sennalpe Derb zog, fiel durchweg positiv aus: „Trotz vieler Niederschläge ist der Viehbestand nach rund 100 Tagen Sommerfrische heuer in bester Verfassung“, sagte Brunner.

Vor allem im Allgäu könne man aufgrund des kräftigen Futterwachstums von einem ausgesprochenen „Milchsommer“ sprechen. Auf den 51 Allgäuer Sennalpen wurden rund 100 Tonnen Käse produziert. Erfreut zeigte sich der Minister auch, dass heuer etwas mehr Tiere als noch im Vorjahr auf den Weiden standen. Dieser Anstieg ist laut Brunner vor allem auf die Einführung der Weideprämie zurückzuführen. Auch heuer waren allerdings Tierverluste zu verzeichnen: Wenngleich sie deutlich geringer ausfielen als im vergangenen Sommer, verunglückten doch 181 Rinder tödlich, 31 davon durch Blitzschlag.

Von den insgesamt knapp 1 400 Almen und Alpen in Bayern wurde in den vergangenen 40 Jahren keine einzige aufgegeben: 688 Alpen sind es im Allgäu, 710 Almen in Oberbayern. Im Allgäu ist rund die Hälfte von den rund 34 000 geälpten Rindern Pensionsvieh, in Oberbayern, wo heuer rund 22 000 Rinder auf den Weiden stehen, ist dagegen nur ein Viertel in Pension. Neben den Rindern waren außerdem knapp 1 000 Pferde, fast 500 Schweine sowie über 4 000 Schafe und Ziegen auf den Almen und Alpen. Zusammengenommen pflegen die Tiere den Sommer über – neben Öd- und Waldweideflächen – allein eine Lichtweidefläche von rund 41 000 Hektar.

Eine aktive Berglandwirtschaft ist laut Brunner für den Erhalt der Kulturlandschaft unverzichtbar. „Mit ihrer Arbeit schaffen unsere Hirten und Bergbauern nicht nur den Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, sondern auch den Erholungsraum für die Menschen und damit die Basis für den Tourismus im Alpenraum“, so der Minister.
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