Weilheim-Garmisch | 17.09.2009
Freistaat Bayern startet Ausschreibung für Regionalverkehre im
Werdenfelsnetz: Bahnangebot soll Ende 2013 um 30 Prozent ausgeweitet
werden. Wirtschaftsminister Zeil: sieht eine „massive Verbesserungen im Bahnverkehr im Werdenfelser Land".
Im bayerischen Schienenpersonennahverkehr ist der Startschuss für ein
weiteres Wettbewerbsprojekt gefallen. Die Bayerische
Eisenbahngesellschaft (BEG) startet heute im Auftrag des Freistaats
Bayern das europaweite Ausschreibungsverfahren für Verkehrsleistungen
im Werdenfelsnetz. Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil: „Mit der
Ausschreibung wollen wir das Bahnangebot zwischen München und dem
Werdenfelser Land ab Ende 2013 um über 30 Prozent ausweiten. Wir
erwarten uns vom Wettbewerb zwischen den Verkehrsunternehmen eine
verbesserte Qualität für die Fahrgäste sowie günstigere Preise.“
Die
Ausschreibung umfasst die Regionalverkehre im Werdenfelsnetz mit den
Linien ‚München – Garmisch-Partenkirchen – Mittenwald’, ‚Tutzing –
Kochel’ und ‚Murnau – Oberammergau’. Während heute auf den Strecken
überwiegend ältere Fahrzeuge im Einsatz sind, verlangt die
Ausschreibung neue klimatisierte, niederflurige Triebzüge. Die
Fahrzeuge sind behindertengerecht ausgestattet und verfügen über
Mehrzweckbereiche, etwa zum Transport von Fahrrädern. „Damit ist auch
der touristische Freizeitverkehr im Werdenfels bestens für die Zukunft
gerüstet“, so Zeil.
Die Fahrplanverbesserungen im Einzelnen:
- Zwischen
Mittenwald und München wird der Freistaat sechs zusätzliche Expresszüge
einsetzen. Diese fahren werktags im Berufsverkehr und am Wochenende im
Ausflugsverkehr mit etwa 13 Minuten kürzerer Fahrzeit.
- „Zwischen Kochel
und München können sich die Fahrgäste ab 2013 auf einen täglichen
umsteigefreien Stundentakt freuen. Im Frühberufsverkehr wird es sogar
ein halbstündliches Fahrtenangebot von Kochel nach München geben“,
erklärt Zeil.
- Im Nachmittagsberufsverkehr sieht das neue
Fahrplankonzept halbstündliche Fahrmöglichkeiten von München nach
Penzberg vor.
- Zwischen München und Weilheim bestellt und finanziert der
Freistaat einen ganztägigen Halbstundentakt, auch am Wochenende.
- In
Starnberg halten die Regionalzüge stündlich. Zeil: „Damit erhält die
Kreisstadt, zusätzlich zum S-Bahnangebot, täglich einen ganztägigen
Stundentakt mit Regionalzügen von und nach München, Weilheim und
Kochel.“
- Zwischen Murnau und Oberammergau bleibt es, wie bisher, beim
Stundentakt. Voraussetzung für die Fahrplanverbesserungen sind
Infrastrukturausbauten, insbesondere der Umbau des Bahnhofs Tutzing.
Grenzüberschreitendes Betriebskonzept
Zeil:
„Die BEG hat zusätzlich zusammen mit dem Tiroler Verkehrsverbund ein
grenzüberschreitendes Betriebskonzept ausgearbeitet. Dieses wird dann
umgesetzt, wenn der Tiroler Verkehrsverbund die Leistungen auf
österreichischem Gebiet bestellt.“
- Für die Außerfernbahn zwischen
Garmisch-Partenkirchen und Reutte in Tirol ist werktags ein stündliches
Angebot vorgesehen mit zahlreichen umsteigefreien Verbindungen von
München nach Reutte und zurück.
- Am Wochenende soll es zusätzlich zwei
Expresszugspaare von München über Ehrwald (Zugspitzbahn) nach Lermoos
geben.
- Auf der Strecke von München über Mittenwald hinaus nach
Innsbruck bleibt es beim Zwei-Stundentakt, überwiegend umsteigefrei.
- Zusätzlich soll es werktags sechs umsteigefreie Verbindungen zwischen
München und Seefeld geben, die Anschluss Richtung Innsbruck haben, am
Wochenende sogar alle zwei Stunden.
Bessere Qualität, mehr Service und günstige Tarifangebote
„Auch
bei Service und Tarif sichert die Ausschreibung ein hohes Niveau. Alle
Züge werden mit Zugbegleitern besetzt. Alle vorhandenen
Fahrkartenschalter bleiben erhalten“, so Verkehrsminister Zeil. Die BEG
fordert in ihrer Ausschreibung zudem neue Tarifangebote. Der künftige
Betreiber soll den Fahrgästen eine Freizeit-Monatskarte mit einer
Ermäßigung gegenüber dem Regeltarif von 25 Prozent sowie ein
Kurzstreckenticket (50 km hin und zurück) anbieten. Bewährte Angebote
wie das Bayern-Ticket oder das Werdenfels-Ticket gelten weiterhin.
Außerdem verpflichtet sich der künftige Betreiber im Werdenfelser Land,
am Qualitätsmesssystem der BEG teilzunehmen. Damit prüft die BEG
Sauberkeit, Funktionsfähigkeit der Ausstattung, Fahrgastinformationen
im Zug, Servicequalität und Kundenfreundlichkeit. Auch gelten hohe
Anforderungen hinsichtlich Pünktlichkeit und Anschlusssicherung. Werden
Anforderungen nicht erfüllt, erhebt die BEG gegebenenfalls
Strafzahlungen.
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